Ein Bürogebäude als Holzmodulbau für den Bundestag

Ende Oktober 2020 begannen im Parlamentsviertel in Berlin-Mitte die Bauarbeiten für ein neues Bürogebäude für den Deutschen Bundestag. Unter der Leitung des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) – Referat VI 2 – entstehen auf dem sogenannten Luisenblock West 400 Büros, um den Raumbedarf des Bundestages kurzfristig zu decken. Das Gebäude mit sieben Stockwerken entsteht nach Plänen des Architekturbüros sauerbruch hutton nahezu vollständig aus vorgefertigten Holzmodulen. Bis Ende 2021 soll es bereits fertig sein.

Als Generalübernehmer / Generalunternehmer, der zentral alle Planungs-, Herstellungs- und Bauleistungen für das Projekt verantwortet, hat sich im Vergabeverfahren die Bietergemeinschaft Kaufmann Bausysteme und PRIMUS developments mit dem architektonischen Entwurf des Büros sauerbruch hutton durchgesetzt. Das Konzept überzeugte insbesondere im Hinblick auf die Aspekte Effizienz und Nachhaltigkeit. Auf genaue Vorgaben zur Bauweise wurde in der vorgenommenen Ausschreibung bewusst verzichtet. Aufgrund des ambitionierten Zeitplanes – die neuen Büros sollen nach der Bundestagswahl 2021 zur Verfügung stehen – lag die Wahl einer System- oder Modulbauweise nahe.

Städtebaulicher Entwurf durch sauerbruch hutton als Bürogebäude für den deutschen Bundestag

Bürogebäude
Ein nachhaltiges Bürogebäude für den Bundestag als hoch effizienter Holzmodulbau. Foto: sauerbruch hutton

Überblick über den Holzmodulbau als Bürogebäude für den deutschen Bundestag

  • Nutzer: Deutscher Bundestag
  • Adresse: Adele-Schreiber-Krieger-Straße, 10117 Berlin
  • Architektur: sauerbruch hutton Gesellschaft von Architekten mbH
  • Projektleitung: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat VI 2
  • Gesamtkosten: 70 Millionen Euro
  • Planungsbeginn: Mai 2020
  • Baubeginn: Oktober 2020
  • Fertigstellung: geplant für Dezember 2021
  • Bruttogrundfläche: rund 17.100 Quadratmeter
  • Nutzfläche: rund 9.200 Quadratmeter
  • Grundstücksfläche: rund 7.600 Quadratmeter
  • Anzahl Büros: 400
  • Ge­ne­ral­über­neh­mer / Ge­ne­ral­un­ter­neh­mer: Kaufmann Bausysteme und PRIMUS developments.
Bürogebäude Bundestag
Holzmodulbau als nachhaltiges Bürogebäude für die Parlamentarier des deutschen Bundestages. Foto: holzbauwelt.de

Büromodule aus Holz in hoher Vorfertigung für ein nachhaltiges Bürogebäude

Der Neubau für den Deutschen Bundestag entsteht auf einem Areal zwischen Margarete-Steffin-Straße und Adele-Schreiber-Krieger-Straße in Berlin-Mitte, dem sogenannten Luisenblock West, einem Areal westlich der Luisenstraße, auf dem bis Ende der 1990er-Jahre Plattenbauten standen. Städtebaulich nimmt der Entwurf von sauerbruch hutton die Höhe und Kubatur des gegenüberliegenden Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses auf und integriert sich dadurch in seine Umgebung. Gleichzeitig setzt er durch die farbigen Fassadenpaneele neue Akzente und wirkt eigenständig.

Die Büromodule messen 3,20 x 6,75 Meter und sind in den vier Gebäudeflügeln jeweils an einem zentral liegenden Flur angeordnet. Beheizt und gekühlt werden sie über ein abgehängtes, modular konzipiertes Deckenpaneel. Außerdem sind die Fenster mit einem individuell regelbaren Sonnen- und Blendschutz ausgestattet, die einer Überhitzung der Räume und Blendungen an den Arbeitsplätzen vorbeugen. Die Holz- und Sichtbetonoberflächen bleiben im Innenbereich soweit wie möglich sichtbar.

Bürogebäude Bundestag
Wegweisender Holzmodulbau von Kaufmann Bausysteme als Bürogebäude: Foto: holzbauwelt.de

Die Module für diesen Neubau werden aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz und in Berlin durch Kaufmann Bausysteme gefertigt. Dies sorgt für sehr kurze Transportwege sowie geringe Emissionen und unterstützt das nachhaltige Konzept dieses Neubaus.

Außerdem wird von PRIMUS developments das sogenannte Woodcycle-Konzept umgesetzt. Dies besagt, dass durch die von der Bietergemeinschaft durchgeführte Neupflanzung von Bäumen innerhalb von 15 Jahren die verbaute Holzmenge nachwachsen muss – beim Luisenblock West etwa 2.500 Kubikmeter.

Quellen: bundestag.de, holzbauwelt.de

Gebäude in Holzbauweise als riesige CO2-Speicher

Neue Gebäude in Holzbauweise statt aus Stahl und Beton könnten künftig erheblich zum Klimaschutz beitragen. Die Produktion von Holzprodukten für den Bau ist nicht nur umweltschonender. Holzbauten würden generell zu einem bedeutenden CO2-Speicher werden. Das haben Berechnungen eines Potsdamer Klimaforscherteams ergeben.

Holz ist der wichtigste nachwachsende Bau- und Werkstoff. Neben seinen bauphysikalischen Eigenschaften ist Holz auch nachhaltig. Denn Holz speichert Kohlenstoff und die Produktion von Holzprodukten für den Bau kommt mit weniger Energie aus.

Eine verstärkte Nutzung des nachwachsenden Rohstoffs im Hausbau könnte einer internationalen Studie zufolge entscheidend dazu beitragen, dass das im Pariser Abkommen festgelegte Klimaziel – die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu senken – erreicht wird.

​Holzbauten als CO2-Speicher für den Klimaschutz in Städten

  • Die Produktion der Baustoffe Zement und Stahl trägt erheblich zu den globalen CO2-Emissionen bei. Holz hingegen ist nicht nur ein gutes Baumaterial, sondern auch ein Kohlenstoff-Speicher (CO2-Speicher).

  • Potsdamer Klimaforscher haben für verschiedene Zukunftsszenarien berechnet, wie verstärkter Einsatz von Holz im Städtebau in den kommenden 30 Jahren weltweit zum Klimaschutz beitragen kann.

  • Bis zu 700 Millionen Tonnen Kohlenstoff-Emissionen könnten weltweit jährlich eingespart werden, wenn 90 Prozent der Neubauten aus Holz bestehen würden.

CO2-Speicher Holz
Holzgebäude haben im Gegensatz zu Zement und Stahl riesiges Potential als CO2-Speicher. Foto: Regnauer Objektbau

Ein Team unter Leitung von Galina Churkina vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) hat verschiedene Szenarien einer intensiveren Holznutzung im Städtebau betrachtet und berechnet, wie viel CO2-Emissionen sich einsparen ließen.

Klimaschutz durch verstärkte Holznutzung

„Verstädterung und Bevölkerungswachstum werden eine enorme Nachfrage nach dem Bau neuer Gebäude für Wohnen und Gewerbe schaffen – daher wird die Produktion von Zement und Stahl eine Hauptquelle von Treibhausgasen bleiben, wenn wir nicht handeln“, so Galina Churkina.

Ein wirksames Mittel, um diese Klimafolgen einzudämmen, ist für die Forscherin der gesteigerte Einsatz von technisch verarbeitetem Holz im weltweiten Bausektor. Mit der Steigerung des Holzanteils würden Treibhausgasemissionen, die bei der Produktion von Beton und Stahl entstehen, wegfallen. Stattdessen würde das in den Bäumen zuvor gespeicherte CO2 im verarbeiteten Holz als CO2-Speicher verbleiben. Klimaneutrales Bauen mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz.

Quelle: wissenschaftsjahr.de / eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Bildhinweis: Regnauer Objektbau mit dem firmeneigenen Bürogebäude Vitalbüro in Seebruck.

Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Mehrgeschossiges Bauen in Holzbauweise ist nach wie vor die richtige Entscheidung um die Klimaschutzziele und die Schaffung von nachhaltigen Wohnraum zu realisiseren. Auch wenn die Kosten für Baumaterialien gestiegen sind. Die neue KfW-Förderung für den Neubau eines Effizienzgebäudes zum 01.07.2021, wiegt diesen Umstand wieder auf.

Gebäudetypen die energieeffizient mit dem Baustoff Holz geplant und gebaut werden, profitieren weiterhin über die Effizienzhausstufen KfW 55, KfW 40 oder KfW 40 plus. Das bedeutet gerade für Investoren und Kommunen, dass der mehrgeschossige Holzbau mit hoher Vorfertigung und der Holzmodulbauweise von der neuen Bau-Förderung profitiert.

Bundesförderung für effiziente Förderung (BEG) gilt auch für den mehrgeschossigen Holzbau

Im Rahmen des Klimaschutzprogrammes 2030 entwickelt die Bundesregierung die Förderung für energieeffiziente Gebäude weiter. Die neue „Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)“ startet bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zum 01.07.2021. Künftige Häuslebauer und Investoren, die sich für den nachwachsenden, ökologischen Baustoff Holz interessieren, profitieren von der neuen KfW-Förderung.

Die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude, abgekürzt BEG, gilt insbesondere:

  • für alle Wohngebäude, z. B. für Eigentumswwohnungen, Ein- und Mehrfamilienhäuser oder Wohnheime
  • für alle Nichtwohngebäude, z. B. für Gewerbegebäude, kommunale Gebäude oder Krankenhäuser.

Ab dem 01.07.2021 können Sie die neuen Förderkredite und Zuschüsse der „Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)“ beantragen – für einen Neubau oder für die Sanierung zum Effizienzhaus sowie einzelne energetische Maßnahmen. Die Förderung für Baubegleitung beantragen Sie direkt zusammen mit Ihrem Kredit oder Zuschuss. Wichtig zu wissen: Grundsätzlich gilt: Sie dürfen mit Ihrem Vorhaben erst nach Beantragung starten!

Holzbau BEG
Mehrgeschossiger Wohnungsbau in Holzbauweise: Holzhybridbau Domagkpark München: Foto: Huber & Sohn

Förderung im Neubau von Wohngebäuden mit Kredit oder Zuschuss

Wenn Sie ein neues Effizienzgebäude in Holzbauweise bauen, fördert Sie die KfW wahlweise mit einem Kredit mit Tilgungszuschuss oder einem direkt ausgezahlten Zuschuss – Sie haben die Wahl.

Effizienzhaus(Tilgungs-)zuschuss in % je WohneinheitBetrag je Wohneinheit
Effizienzhaus 40 Plus25 % von maximal 150.000 Euro Kreditbetrag / förderfähigen Kostenbis zu 37.500 Euro
Effizienzhaus 4020 % von maximal 120.000 Euro Kreditbetrag / förderfähigen Kostenbis zu 24.000 Euro
Effizienzhaus 40 Erneuerbare-Energien-Klasse oder Nachhaltigkeits-Klasse22,5 % von maximal 150.000 Euro Kreditbetrag / förderfähigen Kostenbis zu 33.750 Euro
Effizienzhaus 5515 % von maximal 120.000 Euro Kreditbetrag / förderfähigen Kostenbis zu 18.000 Euro
Effizienzhaus 55 Erneuerbare-Energien-Klasse oder Nachhaltigkeits-Klasse17,5 % von maximal 150.000 Euro Kreditbetrag / förderfähigen Kostenbis zu 26.250 Euro

Darüber hinaus erhalten Sie eine Förderung für die Fachplanung und Baubegleitung sowie eine Nachhaltigkeitszertifizierung. Details dazu finden Sie im Abschnitt Baubegleitung.

Investitionen in mehrgeschossige Wohnbauten lohnen sich

Wohngebäude-Kredit beim Neubau eines Effizienzhauses

  • Bis zu 150.000 Euro Kredit je Wohneinheit für ein Effizienzhaus
  • Bis zu 60.000 Euro Kredit je Wohneinheit für Einzelmaßnahmen
  • Weniger zurückzahlen: zwischen 15 % und 50 % Tilgungszuschuss
  • Zusätzliche Förderung möglich, z. B. für Baubegleitung

Möchten Sie Ihr Vorhaben lieber mit einem Zuschuss finanzieren? Dann können Sie für ein Effizienzhaus alternativ den Zuschuss Wohngebäude (461) wählen.

Eine Auswahl energieeffizienter mehrgeschossiger Gebäudetypen finden Sie auf dem Ratgeber-Portal Holzbauwelt.de. Über unser Portal können Sie weitere Informationen über mehrgeschossige Gebäudetypen über den Anfrage-Button generell anfordern. Wir beraten Sie ebenfalls zur Auswahl von Holzbau-Unternehmen im mehrgeschossigen Holzbau.

Bauwende braucht Holzbau-Offensive im mehrgeschossigen Bauen

Eine Holzbau-Offensive ist nötig um die Klimaziele zur deutlichen Verminderung von CO-Emissionen zu erreichen. Der Bau- und Gebäudesektor gehört zu den größten CO2-Verursachern weltweit: Allein 30 Prozent der deutschen CO2-Emissionen werden hier ausgestoßen. Gleichzeitig ist der Bedarf an zusätzlichem Wohnraum vor allem in den Ballungsgebieten enorm. Die Politik versucht mit verschiedenen Maßnahmen beide Ziele zu vereinen. Die bisherige Bilanz zeigt jedoch deutliches Optimierungspotenzial. Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) appelliert deshalb an eine konsequente Bauwende, die den Gebäudesektor durch nachhaltige Baustoffe wie Holz ressourceneffizient, klimaschonend und bezahlbar umgestalten soll.

Ressourceneffizientes Bauen durch Holzbau-Offensive

Wenn der Bauausschuss des Deutschen Bundestags in einer öffentlichen Anhörung über das ressourceneffiziente Bauen thematisiert, wird über Maßnahmen diskutiert, sowohl den Neubau als auch den Gebäudebestand klimafreundlich weiterzuentwickeln. „Wir brauchen eine Betrachtung des gesamten Lebenszyklus von Gebäuden, die Einbeziehung der „grauen Energie“ bei der Gebäudeeffizienzpolitik und einen konsequenten Umstieg auf nachwachsende Rohstoffe. Ansonsten werden wir die Klimaziele im Gebäudesektor bis 2050 nicht erreichen. Die vorliegenden Anträge von FDP und Bündnis90/Die Grünen unterstreichen, dass die Zeichen der Zeit auf ressourceneffizientem Bauen stehen. Denn der Verbrauch von Rohstoffen und Energie im Bausektor ist immens,“, sagt DeSH-Geschäftsführerin Julia Möbus.

Holzbau-Offensive
Eine Holzbau-Offensive für das ressourceneffiziente mehrgeschossige Bauen in Deutschland ist nötig. Foto: Gumpp & Maier GmbH

Holzbau-Offensive für nachhaltigen Gebäudesektor

Dabei würde bereits ein Drittel der jährlich geernteten Holzmenge ausreichen, um das gesamte jährliche Neubauvolumen in Deutschland aus Holz zu fertigen. „Damit würden nicht nur Ressourcen geschont, es könnten auch Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Allein die Herstellung und Entsorgung von Baumaterialien sowie Errichtung, Erhalt und Rückbau von Gebäuden ist für acht, der gesamte Gebäudesektor sogar für 30 Prozent der deutschen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Es ist allerhöchste Zeit für eine Bauwende“, erläutert sie. Um das Bauen mit Holz in mehrgeschossiger Bauweise zu vereinfachen und weiter voranzutreiben, sei eine Holzbau-Offensive genauso unumgänglich wie eine Änderung der Musterbauordnung, laut Holzbauwelt.de.

Holzbauoffensive durch Ressourceneffizienz – nachhaltiger und effizienter

Wenn die Bilanz zur Wohnraumoffensive vor einiger Zeit eines zu Tage brachte, dann, dass vor allem in den Ballungsgebieten nach wie vor eine massive Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum vorhanden ist. „Die begrenzten Flächen müssen mit Aufstockungen und Nachverdichtungen besser ausgenutzt werden: Beides lässt sich hervorragend mit Holz realisieren“, erläutert Möbus. Gleichzeitig müssen wir auch unseren Gebäudebestand mit einer Renovierungswelle klimafreundlich weiterentwickeln. Auch dabei bietet Holz als Fenster, Tür, Dämmstoff und nicht zuletzt als erneuerbare Wärmequelle in der Nah- und Fernwärme große Potenziale, so Möbus abschließend.

Quelle: Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH), Bündnis9o/Die Grünen, Holzbauwelt.de

Kaufmann Bausysteme ist Weltmarktführer im Holzmodulbau

Das Vorarlberger Unternehmen Kaufmann Bausysteme ist mit seinen Modulsystemen inzwischen zum Weltmarktführer im Holzmodulbau aufgestiegen. Keine anderes Unternehmen verbaut mehr Holzmodule in hoher Vorfertigung als der innovative Holzmodulbau-Pionier aus Reuthe.

Vom neuen Firmengebäude am Standort Reuthe im Bregenzerwald, selbstverständlich als Holzmodulbau erstellt, lenkt Geschäftsführer Christian Kaufmann die Geschicke des Modulherstellers. Produziert werden die Holzmodule an den Standorten in Kalwang in der Steiermark mit zwei Fertigungsstraßen mit 55.000 Quadratmeter. In Berlin Köpenick steht eine weitere Produktionsfläche mit 2500 Quadratmetern zur Verfügung.

Der Hauptmarkt für Kaufmann Bausysteme ist Deutschland. Dort entstehen in Berlin in den nächsten vier Jahren insgesamt 32 Schulgebäude in Holzmodulbauweise. Pro Jahr fertigt das Unternehmen circa 1000 Module in serieller Fertigung. Dabei werden 23.000 Kubikmeter Holz verarbeitet. Die einzelnen Module messen zwischen 2,50 und vier Meter Breite, sowie zwischen fünf und zwölf Meter Länge. In der eigenen Entwicklungsabteilung werden die Module laufend angepasst, so dass sie sich für neue Einsatzbereiche wie den Wohnungsbau eignen. Dabei wird laut Christian Kaufmann der Wohnungsbau künftig überall heiß umkämpft sein. Die Module für den Wohnungsbau werden mit vollständigem Innenausbau komplett produziert und auf die Baustelle transportiert. Dort werden Sie wie nach dem Lego-Prinzip gestapelt und zusammenmontiert.

Kaufmann Bausyswteme Holzmodulbau
Kaufmann Bausysteme – vom Brengenzerwald hinaus in die Welt mit dem Holzmodulbau

Kaufmann Bausysteme – internationaler Player im Holzmodulbau

Das Modulbau-Unternehmen ist jedoch auch international aufgestellt. Für Aufträge in Kanada und den USA sind Joint Ventures in Vorbereitung. Christian Kaufmann: „Wir sind bei der Holzmodulbauweise auf Großprojekte spezialisiert, die aus mindestens 50 bis 100 Modulen bestehen.“ Er ist davon überzeugt, dass Holz als Baustoff immer mehr an Bedeutung gewinnen wird. Zum einen wegen der anhaltenden Klimadiskussion und zum anderen weil die Holzmodule mehrgeschossige Gebäude ermöglichen. Der klimafreundliche Baustoff Holz überzeugt im Holzmodulbau mit wirtschaftlichen Lösungen. Christian Kaufmann: „Wir verbinden mit unserer ganzheitlichen Betrachtungsweise von Projekten Planung und Realisierung.“

Architekten erkennen Möglichkeiten des Holzmodulbaus

Die Vorteile der Holzmodulbauweise liegen auf der Hand: kurze Bauzeiten durch einen hohen Vorfertigungsgrad, angenehmes Raumklima durch den Baustoff Holz und die generelle Variabilität und Flexibilität überzeugen die Nutzer von Holzmodulbauten. Durch die Rückbaubarkeit von Gebäuden in Holzmodulbauweise gewinnen temporäre Gebäude an Bedeutung, da die Module später einer anderen Verwendung zugeführt werden können. Der Holzmodulbau eignet sich für zu erstellende Gebäude in den Bereichen Bildung ( Schulen, Kindergärten, Studentenwohnheime, Universitäten, Hochschulen), Hotel- und Sozialbau aber auch zunehmend im Wohnungsbau.

Google baut eigene Unternehmensgebäude in Holzbauweise

Das weltweite Suchmaschinen-Unternehmen Google LLC hat in Sunnyvale mit dem Bau seines allerersten Bürogebäudes in massiver Holzbauweise begonnen, bei dem eine Holztragstruktur Beton und Stahl ersetzt. Das fünfstöckige Bauprojekt könnte den Weg für zukünftige Gebäude in dieser Bauweise ebnen, die nach dieser Methode gebaut werden.

Google erwartet, dass das Bauprojekt, bei dem Balken und Wände aus verleimten Holzbrettern (Brettsperrholz / Brettschichtholz) Beton und Stahl ersetzen, Zeit und Geld spart und zu weitaus weniger Kohlenstoffemissionen führt.

Ökologie und Ökonomie sind für Google’s Bürogebäude in Holzbauweise entscheidend

Das neue Bürogebäude befindet sich in Sunnyvale’s Moffett Park Gebiet, in der Nähe von Moffett Field. Der Suchmaschinengigant Google entschied sich aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen für die neue Bauweise, die in Europa eingeführt wurde, sagte Michelle Kaufmann, Leiterin der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Google für die gebaute Umwelt, am Dienstag auf einer Konferenz.

„Wir kamen an einen Punkt, an dem wir sagten: Ja, wir glauben, dass wir das zu geringeren Kosten und in kürzerer Zeit machen können, während wir gleichzeitig die Umweltbedingungen verbessern“, sagte Kaufmann auf der virtuellen Veranstaltung, die sich auf den Massivholzbau konzentrierte.

Bei dieser Methode werden typischerweise Hölzer verwendet, die zu Balken / Brettsperrholz / Brettschichtholz zusammengeklebt werden. Diese können dann verwendet werden, um Wände, Böden oder Aufbauten herzustellen. Je nachdem, wie das Holz angebaut und geerntet wird, kann es zu weniger Kohlenstoffemissionen führen, während es eine ähnliche oder bessere Festigkeit und Feuerbeständigkeit als Beton und Stahl bietet. Ein 18-stöckiger Massivholzturm mit 81 Metern (Holz-Hochhaus Mjøstårnet) wurde zum Beispiel kürzlich in Norwegen mit Brettsperrholz und Brettschichtholz gebaut.

Google Holzbauweise
Google setzt auf den klimafreundlichen Baustoff Holz bei seinen eigenen Bürogebäuden

Hohe Ersparnis an CO2-Emissionen bei Holzbauweise gegenüber Stahlkonstruktion

Das neue Google-Bürogebäude an der Borregas Avenue 1265 ist ein fünfstöckiges Bauprojekt mit einer Fläche von 182.500 Quadratmetern. Tests zu den prognostizierten Kohlenstoffemissionen des Gebäudes zeigten, dass es 96% weniger Emissionen verursachen würde, als wenn es mit einer Stahlkonstruktion gebaut würde, sagte David Gensemer, ein Google-Immobilienentwicklungsleiter, bei der Veranstaltung zum Thema Massivholzbau. Das Unternehmen hat den Prozess der Entwicklung vom Konzept bis zum Bau dokumentiert, um zukünftige Massivholzprojekte zu unterstützen, sagte er.

Eine Seite des Gebäudes, vom Erdgeschoss bis zum obersten Stockwerk, wird Besprechungsräume, Unterstützungsflächen und traditionelle Büroflächen haben, sagte Natalie Telewiak, eine Direktorin bei Michael Green Architecture, bei der Veranstaltung zum Thema Holzbau. Die andere Seite wird einen ungestörten Blick auf die Natur bieten und zwei Etagen für Mitarbeiterteams bereitstellen, sagte Telewiak, deren Büro sich mit SERA Architects zusammengetan hat, um das Gebäude zu entwerfen. Die beiden Seiten des Gebäudes werden durch Treppen und Brücken miteinander verbunden, sagte sie.

Google verbindet den Baustoff Holz mit Natur und Inspiration

„Das Ziel ist es, Orte der Gemeinschaft zu schaffen, die inspirieren, eine Verbindung zur Natur herstellen und ein Gefühl des Wohlbefindens vermitteln“, sagte Telewiak.

Während der Präsentation sagte David Beck, Mitbegründer von XL Construction, dass seine Firma bereits mit dem Bau des Projekts begonnen hat. XL hat im November letzten Jahres den ersten Spatenstich gesetzt und rechnet damit, den Bau im August 2022 abzuschließen, so das Unternehmen und ein Google-Sprecher in einer E-Mail am Donnerstag. Der Bauprozess soll sechs Wochen früher abgeschlossen sein – und 3,6 % weniger kosten – als ein Stahlgebäude derselben Größe, so XL und der Google-Sprecher. Das in Kanada ansässige Unternehmen Structurlam ist der Massivholzlieferant für diese Entwicklung.

Google legt bereits den Grundstein für zukünftige Massivholzbau-Projekte und gab während der Massivholz-Konferenz bekannt, dass es bereits das zweite Gebäude in seinem Sunnyvale-Portfolio plant. Wenn diese beiden Projekte gut laufen, plant das Unternehmen, weitere Massivholzelemente in seine Masterpläne für die Innenstadt von San Jose und den Stadtteil North Bayshore in Mountain View einzubauen, sagte Kaufmann.

Webinar für Architekten und Tragwerksplaner

Am 30. März 2021 ab 14 Uhr findet ein fachliches Webinar mit dem Fokus auf Holzbau und nachhaltiges Bauen der virtuellen Eventreihe „FRILO & Friends“ online statt. Veranstalter ist die FRILO Software GmbH aus Stuttgart. Nach intensiven Vorbereitungen wurde ein gehaltvolles und abwechslungsreiches Programm mit dem Fokus auf das Thema Holzbau zusammengezimmert.

Das Webinar Format „FRILO & Friends“ ist nicht als einmaliges Event, sondern als Veranstaltungsreihe gedacht. Alle drei Monate – also einmal pro Quartal – richtet die FRILO Software GmbH das Spotlight auf einen Produktbereich aus der Baubranche. Ist der Produktbereich als Themenkomplex festgelegt, wird er unter Berücksichtigung von aktuellen Branchentrends, -entwicklungen und -problemstellungen beleuchtet. FRILO holt aus seinem Partnernetzwerk ausgewiesene Experten an Bord, die die Veranstaltung mit ihren mannigfaltigen, gehaltvollen und fundierten Fachbeiträgen und Demonstrationen bereichern.

Webinar Holzbau
Webinar mit dem Fokus Holzbau und nachhaltiges Bauen für Architekten und Tragwerksplaner durch FRILO Software GmbH

Statt Messen und Vorortveranstaltungen ein virtuelles Webinar

In einem Höllentempo ist die Corona-Pandemie derzeit dabei, unsere Gewohnheiten zu verändern und alternative Plattformen der Begegnung und des Austausches hervorzubringen. Liebgewonnene Messen und Vorortveranstaltungen, die wir schmerzlich vermissen, sind aktuell Fehlanzeige. Zusammenkünfte haben sich stattdessen in den virtuellen Raum verschoben. FRILO Software GmbH will das Beste aus der aktuellen Situation machen und einen Beitrag zu einer diversifizierten und hochwertigen digitalen Veranstaltungslandschaft leisten. Der Anspruch ist, mit „FRILO & Friends“ einen Ort der Begegnung zu schaffen, der FRILO Partner und Kunden, langjährigen Weggefährten und FRILO-Neulingen einen echten Mehrwert stiften will.

Holzbau-Experten für Architekten und Tragwerksplaner im Webinar

Bei der Premiere der neuen Veranstaltungsreihe wird sich alles um Holzbau und nachhaltiges Bauen drehen. Den Auftakt macht Professor Ulrich Grimmiger von der TH Rosenheim. Unter dem Titel „Tragwerke aus Holz – Nachhaltigkeit trifft Leistungsfähigkeit“ wird sich der Holzbau-Experte der Frage widmen, welche Faktoren für die Wahl des Baustoffes und damit für die Zukunft des Bauens entscheidend sind. Nach einer kurzen Pause übernehmen die Referenten Holger Kreienbrink (GRAPHISOFT), Martin Hasenegger (SEMA) und Moritz Mahlke (FRILO) mit einer ganzheitlichen Workflow-Demonstration. Optimal aufeinander abgestimmt werden sie ebenso akkurat wie leicht nachvollziehbar durch den geschmeidigen Workflow führen, der zwischen den Software-Lösungen von GRAPHISOFT, SEMA und FRILO existiert – Holzbau aus einem Guss eben. Es folgt eine weitere Pause, ehe Josef Kowal (SHERPA) in seinem Fachvortrag „Standardisierte Holz-Verbindungstechnik im Brandfall“ schildert wie im Holzbau mit dem Thema Brandschutz unter Berücksichtigung von Verbindungsmitteln umzugehen ist.

Interesse geweckt?

Dann freut sich FRILO auf Ihre kostenfreie Teilnahme. Sie können ganz einfach Teil des Events sein, indem Sie sich auf der Registrierungsseite anmelden. Als Plattform für die virtuelle Veranstaltung kommt das Programm GoToWebinar zum Einsatz. Die Event-Agenda und eine Übersicht über die Referenten finden Sie auf der „FRILO & Friends“-Seite.

Deutschlands höchstes Holzhochhaus WoHo

Mit knapp 100 Metern wird es das höchste Holzhochhaus in Deutschland sein, das Woho in Berlin. Mittlerweile ist der nachwachsende Baustoff Holz im internationalen Städtebau angekommen. In Berlins hippen Stadtteil Kreuzberg entwickelt die UBM Development Deutschland GmbH als traditionsreicher deutscher Immobilienentwickler dieses imposante Gebäudeensamble als Landmarke in Holzhybridbauweise.

Das norwegische Architekturbüro Mad Arkitekter hat einen typischen Kreuzberger Wohnblock in all seiner Diversität hergenommen und auf seine Schmalseite gestellt. Das Ergebnis ist ein Wohnhochhaus, kurz WoHo genannt, das zu einem großen Teil aus Holz gebaut wird. Mit seinen 98 Metern Höhe wird das Holzhochhaus den derzeitigen Weltrekordhalter Mjøstårnet im norwegischen Brumunddal um gut 13 Meter überragen.

Jonny Klokk, Architekt: „Unser Konzept versteht sich als vertikale Interpretation eines typischen Kreuzberger Blocks. Durch eine vielfältige Komposition von Gebäudestrukturen, die sich in Höhe und Breite unterscheiden, passt sich das Gebäude an den Maßstab der Stadt, der Nachbarschaft und der Bewohner an.“

Berlins WoHo: Höchstes Holzhochhaus mit 29 Stockwerken

Das Holzhochhaus-Gebäude mit 29 Stockwerken wird in der Nähe des Potsdamer Platzes errichtet. Direkt neben dem Anhalter Bahnhof, einem der wichtigsten Fernbahnhöfe in Berlin. In vier unterschiedlichen Kubaturen, auf einer Nutzfläche von insgesamt 18.000 Quadratmetern sollen Menschen künftig arbeiten und wohnen. Bei der Aufteilung des Mixed-Use-Projektes fallen 60 Prozent auf Wohnfläche, 25 Prozent auf Gewerbefläche, und 15 Prozent sind für soziale Infrastruktur wie Co-Making-Werkstatt, Kindergärten und Gemeinschaftsräume vorgesehen.

Holzhochhaus
Deutschlands höchstes Holzhochhaus Woho wird in Berlin-Kreuzberg mit 98 Metern Höhe gebaut.

Für die Architekten des WoHo ist Holz der Baustoff der Zukunft. „Holz hat einen kleineren CO2-Fußabdruck als die meisten herkömmlichen Baustoffe. Abgesehen von seiner Wärme und der angenehmen Haptik im Wohnbereich, liege der größte Vorteil des nachwachsenden Rohstoffes in der Speicherfähigkeit von Kohlendioxid. Dass ein Holzhochhaus wie das Woho realisiert werden kann liegt auch an den Vorgaben zum erforderlichen Brandschutz. In der Berliner Landesbauordnung heißt es unter anderem im § 24 (3): „Abweichend von Absatz 2 Satz 3 sind tragende oder aussteifende sowie raumabschließende Bauteile, die hochfeuerhemmend oder feuerbeständig sein müssen, in Holzbauweise zulässig, wenn die erforderliche Feuerwiderstandsfähigkeit gewährleistet wird.“ Hier ist der konstruktive Holzbau gefordert, brandschutztechnische Lösungen zu entwickeln, die den Brandschutzbestimmungen entsprechen.

Das Woho Holzhochhaus in Holz-Hybrid-Bauweise

Das WoHo Holzhochhaus in Berlin soll in Holz-Hybrid-Bauweise errichtet werden. Die Treppenhäuser und Fahrstuhlschächte der vier Baukörper werden eine Stahl-Beton-Konstruktion aufweisen, der Rest der tragenden Konstruktion wird aus Holz sein. Die norwegischen Architekten spielen mit unterschiedlich großen Kubaturen und schaffen Platz für öffentlichen Raum. „In vielerlei Hinsicht ist das WoHo eine Stadt für sich“, erklären die Architekten.

Zwischen den unterschiedlich großen Baukörpern des Gebäudes sollen kleine Plätze und üppige Grünzonen entstehen, die als öffentliche Räume deklariert sind. Auch das Innere des Gebäudes, wie das offen angelegte Erdgeschoß und die freie Treppe zu den oberen Stockwerken, soll öffentlich zugänglich sein. Hier eine Übersicht der höchsten Holzhochhäuser.

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