Kaufmann Bausysteme ist Weltmarktführer im Holzmodulbau

Das Vorarlberger Unternehmen Kaufmann Bausysteme ist mit seinen Modulsystemen inzwischen zum Weltmarktführer im Holzmodulbau aufgestiegen. Keine anderes Unternehmen verbaut mehr Holzmodule in hoher Vorfertigung als der innovative Holzmodulbau-Pionier aus Reuthe.

Vom neuen Firmengebäude am Standort Reuthe im Bregenzerwald, selbstverständlich als Holzmodulbau erstellt, lenkt Geschäftsführer Christian Kaufmann die Geschicke des Modulherstellers. Produziert werden die Holzmodule an den Standorten in Kalwang in der Steiermark mit zwei Fertigungsstraßen mit 55.000 Quadratmeter. In Berlin Köpenick steht eine weitere Produktionsfläche mit 2500 Quadratmetern zur Verfügung.

Der Hauptmarkt für Kaufmann Bausysteme ist Deutschland. Dort entstehen in Berlin in den nächsten vier Jahren insgesamt 32 Schulgebäude in Holzmodulbauweise. Pro Jahr fertigt das Unternehmen circa 1000 Module in serieller Fertigung. Dabei werden 23.000 Kubikmeter Holz verarbeitet. Die einzelnen Module messen zwischen 2,50 und vier Meter Breite, sowie zwischen fünf und zwölf Meter Länge. In der eigenen Entwicklungsabteilung werden die Module laufend angepasst, so dass sie sich für neue Einsatzbereiche wie den Wohnungsbau eignen. Dabei wird laut Christian Kaufmann der Wohnungsbau künftig überall heiß umkämpft sein. Die Module für den Wohnungsbau werden mit vollständigem Innenausbau komplett produziert und auf die Baustelle transportiert. Dort werden Sie wie nach dem Lego-Prinzip gestapelt und zusammenmontiert.

Kaufmann Bausyswteme Holzmodulbau
Kaufmann Bausysteme – vom Brengenzerwald hinaus in die Welt mit dem Holzmodulbau

Kaufmann Bausysteme – internationaler Player im Holzmodulbau

Das Modulbau-Unternehmen ist jedoch auch international aufgestellt. Für Aufträge in Kanada und den USA sind Joint Ventures in Vorbereitung. Christian Kaufmann: „Wir sind bei der Holzmodulbauweise auf Großprojekte spezialisiert, die aus mindestens 50 bis 100 Modulen bestehen.“ Er ist davon überzeugt, dass Holz als Baustoff immer mehr an Bedeutung gewinnen wird. Zum einen wegen der anhaltenden Klimadiskussion und zum anderen weil die Holzmodule mehrgeschossige Gebäude ermöglichen. Der klimafreundliche Baustoff Holz überzeugt im Holzmodulbau mit wirtschaftlichen Lösungen. Christian Kaufmann: „Wir verbinden mit unserer ganzheitlichen Betrachtungsweise von Projekten Planung und Realisierung.“

Architekten erkennen Möglichkeiten des Holzmodulbaus

Die Vorteile der Holzmodulbauweise liegen auf der Hand: kurze Bauzeiten durch einen hohen Vorfertigungsgrad, angenehmes Raumklima durch den Baustoff Holz und die generelle Variabilität und Flexibilität überzeugen die Nutzer von Holzmodulbauten. Durch die Rückbaubarkeit von Gebäuden in Holzmodulbauweise gewinnen temporäre Gebäude an Bedeutung, da die Module später einer anderen Verwendung zugeführt werden können. Der Holzmodulbau eignet sich für zu erstellende Gebäude in den Bereichen Bildung ( Schulen, Kindergärten, Studentenwohnheime, Universitäten, Hochschulen), Hotel- und Sozialbau aber auch zunehmend im Wohnungsbau.

Google baut eigene Unternehmensgebäude in Holzbauweise

Das weltweite Suchmaschinen-Unternehmen Google LLC hat in Sunnyvale mit dem Bau seines allerersten Bürogebäudes in massiver Holzbauweise begonnen, bei dem eine Holztragstruktur Beton und Stahl ersetzt. Das fünfstöckige Bauprojekt könnte den Weg für zukünftige Gebäude in dieser Bauweise ebnen, die nach dieser Methode gebaut werden.

Google erwartet, dass das Bauprojekt, bei dem Balken und Wände aus verleimten Holzbrettern (Brettsperrholz / Brettschichtholz) Beton und Stahl ersetzen, Zeit und Geld spart und zu weitaus weniger Kohlenstoffemissionen führt.

Ökologie und Ökonomie sind für Google’s Bürogebäude in Holzbauweise entscheidend

Das neue Bürogebäude befindet sich in Sunnyvale’s Moffett Park Gebiet, in der Nähe von Moffett Field. Der Suchmaschinengigant Google entschied sich aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen für die neue Bauweise, die in Europa eingeführt wurde, sagte Michelle Kaufmann, Leiterin der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Google für die gebaute Umwelt, am Dienstag auf einer Konferenz.

„Wir kamen an einen Punkt, an dem wir sagten: Ja, wir glauben, dass wir das zu geringeren Kosten und in kürzerer Zeit machen können, während wir gleichzeitig die Umweltbedingungen verbessern“, sagte Kaufmann auf der virtuellen Veranstaltung, die sich auf den Massivholzbau konzentrierte.

Bei dieser Methode werden typischerweise Hölzer verwendet, die zu Balken / Brettsperrholz / Brettschichtholz zusammengeklebt werden. Diese können dann verwendet werden, um Wände, Böden oder Aufbauten herzustellen. Je nachdem, wie das Holz angebaut und geerntet wird, kann es zu weniger Kohlenstoffemissionen führen, während es eine ähnliche oder bessere Festigkeit und Feuerbeständigkeit als Beton und Stahl bietet. Ein 18-stöckiger Massivholzturm mit 81 Metern (Holz-Hochhaus Mjøstårnet) wurde zum Beispiel kürzlich in Norwegen mit Brettsperrholz und Brettschichtholz gebaut.

Google Holzbauweise
Google setzt auf den klimafreundlichen Baustoff Holz bei seinen eigenen Bürogebäuden

Hohe Ersparnis an CO2-Emissionen bei Holzbauweise gegenüber Stahlkonstruktion

Das neue Google-Bürogebäude an der Borregas Avenue 1265 ist ein fünfstöckiges Bauprojekt mit einer Fläche von 182.500 Quadratmetern. Tests zu den prognostizierten Kohlenstoffemissionen des Gebäudes zeigten, dass es 96% weniger Emissionen verursachen würde, als wenn es mit einer Stahlkonstruktion gebaut würde, sagte David Gensemer, ein Google-Immobilienentwicklungsleiter, bei der Veranstaltung zum Thema Massivholzbau. Das Unternehmen hat den Prozess der Entwicklung vom Konzept bis zum Bau dokumentiert, um zukünftige Massivholzprojekte zu unterstützen, sagte er.

Eine Seite des Gebäudes, vom Erdgeschoss bis zum obersten Stockwerk, wird Besprechungsräume, Unterstützungsflächen und traditionelle Büroflächen haben, sagte Natalie Telewiak, eine Direktorin bei Michael Green Architecture, bei der Veranstaltung zum Thema Holzbau. Die andere Seite wird einen ungestörten Blick auf die Natur bieten und zwei Etagen für Mitarbeiterteams bereitstellen, sagte Telewiak, deren Büro sich mit SERA Architects zusammengetan hat, um das Gebäude zu entwerfen. Die beiden Seiten des Gebäudes werden durch Treppen und Brücken miteinander verbunden, sagte sie.

Google verbindet den Baustoff Holz mit Natur und Inspiration

„Das Ziel ist es, Orte der Gemeinschaft zu schaffen, die inspirieren, eine Verbindung zur Natur herstellen und ein Gefühl des Wohlbefindens vermitteln“, sagte Telewiak.

Während der Präsentation sagte David Beck, Mitbegründer von XL Construction, dass seine Firma bereits mit dem Bau des Projekts begonnen hat. XL hat im November letzten Jahres den ersten Spatenstich gesetzt und rechnet damit, den Bau im August 2022 abzuschließen, so das Unternehmen und ein Google-Sprecher in einer E-Mail am Donnerstag. Der Bauprozess soll sechs Wochen früher abgeschlossen sein – und 3,6 % weniger kosten – als ein Stahlgebäude derselben Größe, so XL und der Google-Sprecher. Das in Kanada ansässige Unternehmen Structurlam ist der Massivholzlieferant für diese Entwicklung.

Google legt bereits den Grundstein für zukünftige Massivholzbau-Projekte und gab während der Massivholz-Konferenz bekannt, dass es bereits das zweite Gebäude in seinem Sunnyvale-Portfolio plant. Wenn diese beiden Projekte gut laufen, plant das Unternehmen, weitere Massivholzelemente in seine Masterpläne für die Innenstadt von San Jose und den Stadtteil North Bayshore in Mountain View einzubauen, sagte Kaufmann.

Webinar für Architekten und Tragwerksplaner

Am 30. März 2021 ab 14 Uhr findet ein fachliches Webinar mit dem Fokus auf Holzbau und nachhaltiges Bauen der virtuellen Eventreihe „FRILO & Friends“ online statt. Veranstalter ist die FRILO Software GmbH aus Stuttgart. Nach intensiven Vorbereitungen wurde ein gehaltvolles und abwechslungsreiches Programm mit dem Fokus auf das Thema Holzbau zusammengezimmert.

Das Webinar Format „FRILO & Friends“ ist nicht als einmaliges Event, sondern als Veranstaltungsreihe gedacht. Alle drei Monate – also einmal pro Quartal – richtet die FRILO Software GmbH das Spotlight auf einen Produktbereich aus der Baubranche. Ist der Produktbereich als Themenkomplex festgelegt, wird er unter Berücksichtigung von aktuellen Branchentrends, -entwicklungen und -problemstellungen beleuchtet. FRILO holt aus seinem Partnernetzwerk ausgewiesene Experten an Bord, die die Veranstaltung mit ihren mannigfaltigen, gehaltvollen und fundierten Fachbeiträgen und Demonstrationen bereichern.

Webinar Holzbau
Webinar mit dem Fokus Holzbau und nachhaltiges Bauen für Architekten und Tragwerksplaner durch FRILO Software GmbH

Statt Messen und Vorortveranstaltungen ein virtuelles Webinar

In einem Höllentempo ist die Corona-Pandemie derzeit dabei, unsere Gewohnheiten zu verändern und alternative Plattformen der Begegnung und des Austausches hervorzubringen. Liebgewonnene Messen und Vorortveranstaltungen, die wir schmerzlich vermissen, sind aktuell Fehlanzeige. Zusammenkünfte haben sich stattdessen in den virtuellen Raum verschoben. FRILO Software GmbH will das Beste aus der aktuellen Situation machen und einen Beitrag zu einer diversifizierten und hochwertigen digitalen Veranstaltungslandschaft leisten. Der Anspruch ist, mit „FRILO & Friends“ einen Ort der Begegnung zu schaffen, der FRILO Partner und Kunden, langjährigen Weggefährten und FRILO-Neulingen einen echten Mehrwert stiften will.

Holzbau-Experten für Architekten und Tragwerksplaner im Webinar

Bei der Premiere der neuen Veranstaltungsreihe wird sich alles um Holzbau und nachhaltiges Bauen drehen. Den Auftakt macht Professor Ulrich Grimmiger von der TH Rosenheim. Unter dem Titel „Tragwerke aus Holz – Nachhaltigkeit trifft Leistungsfähigkeit“ wird sich der Holzbau-Experte der Frage widmen, welche Faktoren für die Wahl des Baustoffes und damit für die Zukunft des Bauens entscheidend sind. Nach einer kurzen Pause übernehmen die Referenten Holger Kreienbrink (GRAPHISOFT), Martin Hasenegger (SEMA) und Moritz Mahlke (FRILO) mit einer ganzheitlichen Workflow-Demonstration. Optimal aufeinander abgestimmt werden sie ebenso akkurat wie leicht nachvollziehbar durch den geschmeidigen Workflow führen, der zwischen den Software-Lösungen von GRAPHISOFT, SEMA und FRILO existiert – Holzbau aus einem Guss eben. Es folgt eine weitere Pause, ehe Josef Kowal (SHERPA) in seinem Fachvortrag „Standardisierte Holz-Verbindungstechnik im Brandfall“ schildert wie im Holzbau mit dem Thema Brandschutz unter Berücksichtigung von Verbindungsmitteln umzugehen ist.

Interesse geweckt?

Dann freut sich FRILO auf Ihre kostenfreie Teilnahme. Sie können ganz einfach Teil des Events sein, indem Sie sich auf der Registrierungsseite anmelden. Als Plattform für die virtuelle Veranstaltung kommt das Programm GoToWebinar zum Einsatz. Die Event-Agenda und eine Übersicht über die Referenten finden Sie auf der „FRILO & Friends“-Seite.

Deutschlands höchstes Holzhochhaus WoHo

Mit knapp 100 Metern wird es das höchste Holzhochhaus in Deutschland sein, das Woho in Berlin. Mittlerweile ist der nachwachsende Baustoff Holz im internationalen Städtebau angekommen. In Berlins hippen Stadtteil Kreuzberg entwickelt die UBM Development Deutschland GmbH als traditionsreicher deutscher Immobilienentwickler dieses imposante Gebäudeensamble als Landmarke in Holzhybridbauweise.

Das norwegische Architekturbüro Mad Arkitekter hat einen typischen Kreuzberger Wohnblock in all seiner Diversität hergenommen und auf seine Schmalseite gestellt. Das Ergebnis ist ein Wohnhochhaus, kurz WoHo genannt, das zu einem großen Teil aus Holz gebaut wird. Mit seinen 98 Metern Höhe wird das Holzhochhaus den derzeitigen Weltrekordhalter Mjøstårnet im norwegischen Brumunddal um gut 13 Meter überragen.

Jonny Klokk, Architekt: „Unser Konzept versteht sich als vertikale Interpretation eines typischen Kreuzberger Blocks. Durch eine vielfältige Komposition von Gebäudestrukturen, die sich in Höhe und Breite unterscheiden, passt sich das Gebäude an den Maßstab der Stadt, der Nachbarschaft und der Bewohner an.“

Berlins WoHo: Höchstes Holzhochhaus mit 29 Stockwerken

Das Holzhochhaus-Gebäude mit 29 Stockwerken wird in der Nähe des Potsdamer Platzes errichtet. Direkt neben dem Anhalter Bahnhof, einem der wichtigsten Fernbahnhöfe in Berlin. In vier unterschiedlichen Kubaturen, auf einer Nutzfläche von insgesamt 18.000 Quadratmetern sollen Menschen künftig arbeiten und wohnen. Bei der Aufteilung des Mixed-Use-Projektes fallen 60 Prozent auf Wohnfläche, 25 Prozent auf Gewerbefläche, und 15 Prozent sind für soziale Infrastruktur wie Co-Making-Werkstatt, Kindergärten und Gemeinschaftsräume vorgesehen.

Holzhochhaus
Deutschlands höchstes Holzhochhaus Woho wird in Berlin-Kreuzberg mit 98 Metern Höhe gebaut.

Für die Architekten des WoHo ist Holz der Baustoff der Zukunft. „Holz hat einen kleineren CO2-Fußabdruck als die meisten herkömmlichen Baustoffe. Abgesehen von seiner Wärme und der angenehmen Haptik im Wohnbereich, liege der größte Vorteil des nachwachsenden Rohstoffes in der Speicherfähigkeit von Kohlendioxid. Dass ein Holzhochhaus wie das Woho realisiert werden kann liegt auch an den Vorgaben zum erforderlichen Brandschutz. In der Berliner Landesbauordnung heißt es unter anderem im § 24 (3): „Abweichend von Absatz 2 Satz 3 sind tragende oder aussteifende sowie raumabschließende Bauteile, die hochfeuerhemmend oder feuerbeständig sein müssen, in Holzbauweise zulässig, wenn die erforderliche Feuerwiderstandsfähigkeit gewährleistet wird.“ Hier ist der konstruktive Holzbau gefordert, brandschutztechnische Lösungen zu entwickeln, die den Brandschutzbestimmungen entsprechen.

Das Woho Holzhochhaus in Holz-Hybrid-Bauweise

Das WoHo Holzhochhaus in Berlin soll in Holz-Hybrid-Bauweise errichtet werden. Die Treppenhäuser und Fahrstuhlschächte der vier Baukörper werden eine Stahl-Beton-Konstruktion aufweisen, der Rest der tragenden Konstruktion wird aus Holz sein. Die norwegischen Architekten spielen mit unterschiedlich großen Kubaturen und schaffen Platz für öffentlichen Raum. „In vielerlei Hinsicht ist das WoHo eine Stadt für sich“, erklären die Architekten.

Zwischen den unterschiedlich großen Baukörpern des Gebäudes sollen kleine Plätze und üppige Grünzonen entstehen, die als öffentliche Räume deklariert sind. Auch das Innere des Gebäudes, wie das offen angelegte Erdgeschoß und die freie Treppe zu den oberen Stockwerken, soll öffentlich zugänglich sein. Hier eine Übersicht der höchsten Holzhochhäuser.

Kaufmann Bausysteme baut Bundestag in Holzmodulbauweise

Die Holzmodulbauweise dringt bis in den Deutschen Bundestag in Berlin durch. Zur teilweisen Deckung des dringenden Raumbedarfs bekommen die Bundespolitiker ein neues Bürogebäude aus vorgefertigten Holzmodulen. Auf sieben Etagen entstehen bis Ende 2021 rund 400 Büros in der Raumzellenbauweise. Generalunternehmer (GU) sind Kaufmann Bausysteme und PRIMUS developments.

Im Januar 2020 beauftragte der Deutsche Bundestag das BBR mit dem Neubau eines Bürogebäudes auf dem Areal westlich der Luisenstraße Berlins. Nach Vergabe der Leistungen und nur fünf Monaten Planungszeit wurde mit den Gründungsarbeiten begonnen. Auf einem H-förmigen Grundriss wird sich der Neubau über sieben Geschosse erstrecken und größtenteils aus Vollholz-Modulen bestehen.

Ende Oktober 2020 starteten im Parlamentsviertel in Berlin-Mitte die Bauarbeiten für das Bürogebäude in Holzmodulbauweise. Der Neubau nach Plänen des Architekturbüros Sauerbruch Hutton entsteht in der Nachbarschaft des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses auf dem sogenannten Luisenblock West in Berlin Mitte, teilt das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) mit.

Holzmodulbauweise
Erweiterung deutscher Bundestag in effizienter Holzmodulbauweise im Entwurf mit farbenfrohen Fassadenverkleidungen. Foto: sauerbruch hutton

Damit die benötigten Räume nach der kommenden Bundestagswahl 2021 zur Verfügung stehen, errichten unter der Leitung des BBR Kaufmann Bausysteme und PRIMUS developments als Generalunternehmer die neuen Bürogebäude. Die Generalunternehmer verantworten dabei zentral alle Planungs-, Herstellungs- und Bauleistungen des Projektes.

Holzmodulbauweise erfüllt höchste Anforderungen

Da ein erhöhter Raumbedarf bereits nach der Bundestagswahl im Jahr 2021 erwartet wird, lag die Wahl einer Modulbauweise nahe. Die Produktion der Holzmodule wird in serieller Bauweise vom Holzbauunternehmen Kaufmann Bausysteme als GU durchgeführt. So kann der anspruchsvolle Zeitplan eingehalten werden. Durch die Holzmodulbauweise und das gewählte Material können bei diesem Projekt besondere Anforderungen an Umsetzungsgeschwindigkeit und Nachhaltigkeit erfüllt werden.

Die Baumaterialien – hauptsächlich Vollholz in den Bürobereichen sowie Stahlbeton im Erdgeschoss und Erschließungsbereich – sollen am fertigen Gebäude sichtbar bleiben. Eine Glasfassade wird das Hochhaus zur S-Bahnstraße nach Norden abschließen und sich zu einem begrünten Aufenthaltsbereich öffnen. Der größte Teil der Fassaden wird von den Außenverkleidungen der Holzmodule geprägt.

Das Schema des Entwurfes verdeutlicht den hohen Anteil nachwachsender Rohstoffe: Nur Teile des Erdgeschosses, der zentrale Erschließungsbereich und die vorgesetzten Stahl-Glas-Fassaden (grau dargestellt) bestehen nicht aus Holzmodulen.

Schul- und Bürogebäude in Dorfen gebaut von Timber Homes

Timber Homes, ein bayerischer Holzmodulhersteller aus Dorfen hat in unmittelbarer Nachbarschaft seines Betriebsgeländes auf dem Gelände der ehemaligen Dachziegelfabrik Meindl ein Schul- und Bürogebäude für die Akademie für Sozialverwaltung aus Wasserburg als Dependance gebaut.

Ein temporäres Gebäude konzipiert im Baukastensystem aus Raummodulen in modularer Holzbauweise. Auf 1100 m² Geschossfläche wurde das dreistöckige Modulgebäude mit einer Bauzeit von nur 5 Wochen erstellt. Alle zusammengefügte Bauteile können bei Bedarf wieder getrennt und an anderer Stelle wiederaufgebaut werden.

Timber Homes
Timber Campus in Dorfen in Holzmodulbauweise gefertigt. Foto: Timber Homes

Der Fachbereich Sozialverwaltung der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Bayern ist seit Herbst 1993 gemeinsam mit der Akademie der Sozialverwaltung im Bildungszentrum Sozialverwaltung in Wasserburg am Inn untergebracht. Ab September 2020 betreibt der Fachbereich in Dorfen eine Außenstelle mit Unterkunft und Lehrbetrieb, das kurzfristig in Holzmodulbauweise von Timber Homes erstellt wurde.

Aufgabe des Fachbereiches Sozialverwaltung ist vorrangig die Ausbildung von Beamten wie Arbeitnehmern für den Einstieg in der dritten Qualifikationsebene in der Fachlaufbahn Verwaltung und Finanzen, fachlicher Schwerpunkt Sozialverwaltung, im Rahmen eines Fachstudiums für die Deutsche Rentenversicherung in Bayern und für das Zentrum Bayern Familie und Soziales.

Mitte September 2020 startete auf dem Timber Town Dorfen Gelände (ehemaliges Ziegeleigelände) das erste Semester mit 2 Kursen der Hochschule für den öffentlichen Dienst, Fachbereich Sozialverwaltung (HföD). Die HföD hat ihren Hauptsitz in Wasserburg a.Inn im Bildungszentrum.

Timber Homes fertigt Raummodule für Seminargebäude

Zwei Seminarräume für je 24 Personen, ein Gruppenraum, zwei Büros und eine Teeküche stehen für die Beamtenanwärter und das Personal im alltäglichen Studienablauf zur Verfügung. Der gestiegene Bedarf an Lehrsäle durch hohe Einstellungszahlen im öffentlichen Dienst wird somit in Dorfen mit optimaler Lage und Bahnhofsnähe gelöst.

Timber Homes
Blick in die Räume des Bauprojektes in Holzmodulbauweise. Foto: Timber Homes

Bis März 2021 entsteht nebenan ein Wohngebäude mit 1-Zimmerapartements für die zukünftigen Studierenden. Errichtet werden die Gebäude, sowohl die Zweigstelle des Bildungszentrums als auch das Appartementgebäude, in nachhaltiger Holzraummodulbauweise durch die Timber Homes. In der zweiten und dritten Etage der neuen Zweigstelle des Bildungszentrums werden Büros zum Mieten und Co-Working des Immobilienunternehmers Robert Decker angeboten.

Modulhersteller Timber Homes GmbH & Co. KG ist ein Gemeinschaftsunternehmen des Immobilienunternehmers Robert Decker, dem das Meindl-Areal gehört und dem Holzbau-Unternehmen Huber & Sohn aus Bachmehring. Die Produktion der Raummodule von Timber Homes findet ebenfalls auf dem Timber-Town-Gelände in Dorfen statt.

Nachhaltige Stadtentwicklung durch urbanen Holzbau

Ein Modellquartier für den urbanen Holzbau wird ab 2021 auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tegel u.a. das Schumacher Quartier, entwickelt. Die Technische Universität Berlin (TU Berlin) und das Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK) haben im November 2020 die Ergebnisse ihrer Potenzialanalyse „Bauhütte 4.0 – Innovations- und Produktionsstandort für den urbanen Holzbau“ vorgestellt. Die Studie wurde von der landeseigenen Tegel Projekt GmbH beauftragt.

Holz ist einer der ältesten Baustoffe der Menschheit, der angesichts der wachsenden Bedeutung nachhaltigen Bauens eine Renaissance erlebt. Und das, obwohl Holzbau derzeit noch 10-15% teurer als Massivbau ist. Der ökologische und nachhaltige Werkstoff Holz wird in Zukunft eine wichtige Rolle im Hausbau spielen. Die hervorragenden Eigenschaften des Baustoffes Holz werden dabei auch insbesondere im mehrstöckigen Hausbau Verwendung finden. Digitalisierung, Automatisierung und Standardisierung sind der Schlüssel für das wirtschaftliche Bauen mit Holz. Der Holzbau findet damit nicht mehr vorwiegend im kleinmaßstäblichen Haus- und Innenausbau statt, sondern er wird auch für den mehrgeschossigen und den kommunal geförderten Wohnungsbau zum Standard.

Weltweit größtes Viertel im urbanen Holzbau entsteht im Schuhmacher-Quartier

Ab 2021 entsteht nun im östlichen Teil des ehemaligen Flughafens Tegel das mit mehr als 5.000 Wohnungen größte Holzbau-Viertel weltweit: das Schumacher Quartier. Klimaneutral soll es sein und auch bezahlbar – sowohl für Bauherren als auch für die späteren Mietparteien. Hier soll ein System etabliert werden, mit dem mittelfristig um 20-25 % günstiger gebaut werden kann als bei konventioneller Bauweise. Dabei werden gleichzeitig 80 % klimaschädliche Emissionen eingespart.

urbanen holzbau
Stadtentwicklungsprojekte wie in Berlin-Tegel weisen auf den urbanen Holzbau. Bild: Berlin Tegel GmbH

Wie dies gelingen kann, untersuchten von Mai bis Oktober 2020 die TU Berlin und das Fraunhofer IPK. Im Rahmen der Studie wurden:

•    ein Drei-Ebenen-Wertschöpfungsmodell „System urbaner Holzbau für die Hauptstadtregion“ entwickelt,
•    Herausforderungen zur Etablierung identifiziert,
•    Handlungsempfehlungen ausgesprochen und
•    Implementierungsebenen benannt.

Im Ergebnis wurde die sogenannte Bauhütte 4.0 beschrieben, die eine Grundlage für das effiziente Bauen mit Holz in urbanem Maßstab schafft, um die CO2-Ziele auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene zu erreichen und Städte zum CO2-Speicher zu transformieren.

Der Name Bauhütte 4.0 bezieht sich auf die Idee der Dombauhütte, die auch prägender Gedanke des Bauhauses war. Der Geist der interdisziplinären Ideenschmiede von damals soll in ihr fortleben: Abermals kommen in der Bauhütte 4.0 kluge, kreative Köpfe zusammen, um auf neuen Wegen qualitatives Bauen durch industrielle Fertigung erschwinglich zu machen. Von der Forschung und Entwicklung über die Produktion bis hin zum fertigen Holzbau-Quartier – in Berlin TXL soll all das an einem Ort abgebildet werden.

Bauhütte 4.0 wird zum Leuchtturmprojekt des urbanen Holzbaus

Das langfristige Ziel ist es, mit der der Bauhütte 4.0 einen internationalen Leuchtturm aufzubauen, der durch einen ganzheitlichen Digitalisierungsansatz in Kombination mit innovativer Produktionstechnologie und einer integrativen Wertschöpfungskette aus Berlin heraus die europäische Baukultur nachhaltig beeinflusst. Darüber hinaus soll der Wirtschaftsstandort Berlin-Brandenburg durch den Aufbau einer skalierbaren Industrie profitieren und gleichzeitig eine Vorreiterrolle bei der Umsetzung der gesetzten Digitalstrategie übernehmen.

Erste Schritte auf diesem Weg sind getan. Mit dem digitalen Expertenforum „Schumacher Quartier im Dialog“ wurde die Idee der Bauhütte 4.0 als Prototyp für nachhaltige Stadtentwicklung unter Fachleuten und Interessierten bereits diskutiert. Ein Mitschnitt der Veranstaltung wird in Kürze auf www.schumacher-quartier.de veröffentlicht. Die inhaltliche Vertiefung des Themas sowie Konkretisierungen zur Umsetzung sollen folgen.

Quelle + Bildmaterial: Berlin Tegel GmbH

Mit Holz bauen für den Klimaschutz

Energieeffizient und klimaschonend mit Holz bauen ist eine wirkliche Alternative zum herkömmlichen Bauen mit anorganischen und endlichen Baustoffen wie z.B. Mörtel und Beton. Die Politik dreht an vielen Stellschrauben, um das Klima zu schützen. Beim Wohnungsbau wäre noch Potenzial, sowohl im Einfamilienhausbau wie auch im Mehrfamilienhausbau. Auch im Gewerbebau setzen verantwortungsvolle Firmen mittlerweile auf den Baustoff Holz.

Den globalen Temperaturanstieg auf deutlich unter zwei Grad Celsius und möglichst auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, sieht das Abkommen von Paris vor. Landbasierte Klimaschutzmaßnahmen, vor allem Aufforstung, Wiederaufforstung und das Vermeiden von Entwaldung, können wesentlich dazu beitragen, dieses Ziel zu erreichen. Denn Bäume entziehen der Atmosphäre durch den Aufbau von Biomasse das Treibhausgas CO2 und bekämpfen dadurch die Erderwärmung.

Wenn von einem Holzhaus die Rede ist, kommen vielen Menschen zunächst Fachwerkhäuser oder Berghütten in den Sinn – nicht aber, dass es sich dabei um eine hochmoderne Bauweise handeln könnte. Die modernen Holzwerkstoffe konkurieren längst mit Stahl, beton und Zement. Dabei wäre es durchaus im Interesse des Klimaschutzes, vermehrt auf Holz als Baustoff zu setzen. Denn die Welt erlebt einen Bauboom, und die Betonproduktion sorgt für reichlich CO2-Emissionen.

Holz Bauen
Objektbauten aus Holz nutzen dem Klimaschutz und haben einen hohen Wohnwert

Holz hingegen ist nicht nur ein nachwachsender Rohstoff; Bäume fungieren außerdem als Kohlenstoffspeicher, da sie CO2 aus der Atmosphäre aufnehmen und einlagern. In Deutschland werden jedoch bislang nur 18 Prozent der Gebäude aus Holz errichtet. Dabei könnte die Klimabilanz des Bausektors wesentlich besser ausfallen, wenn man den Anteil erhöhen würde, wie Prof. Dr. Annette Hafner mit ihrem Team vom Lehrstuhl für Ressourceneffizientes Bauen der Ruhr Universität Bochum zeigte.

In einer 2017 veröffentlichten Studie rechneten die Ingenieurinnen und Ingenieure vor, wie viel CO2 man einsparen könnte, wenn man 55 Prozent der Einfamilienhäuser und 15 Prozent aller Mehrfamilienhäuser zwischen 2016 und 2030 aus Holz erbauen würde. Das Ergebnis beläuft sich auf 23,9 Millionen Tonnen CO2-Ersparnis, denn Holzgebäude dienen als CO2-Senke. Eine Auswahl an Holzhaus-Hersteller für klimafreundliche Holzhäuser finden Sie auf dem Ratgeber-Portal Holzbauwelt.de. Häuser aus Holz erfüllen mühelos die bezuschussten KfW-Standards für energieeffizientes Bauen.

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