Wie München bis 2035 klimaneutral wird

Die Landeshauptstadt München hat sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu werden. Die Stadtverwaltung selbst soll dieses Ziel schon 2030 erreichen. Zwei neue Studien in Zusammenarbeit von Öko-Institut, Hamburg Institut, Intraplan und der Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft (FfE) zeigen jetzt auf, wie das Ziel der Klimaneutralität so schnell wie möglich erreicht werden kann und welche Maßnahmen die Stadt dafür ergreifen muss. Die wichtigsten Felder für die Münchner Klimaschutzpolitik: eine CO2-freie Wärmeversorgung mit klimaneutraler Fernwärme, Geothermie und die energetische Sanierung der Gebäude sowie eine klimaschonende Mobilität für eine lebenswerte Stadt mit Elektromobilität und einem starken ÖPNV.

„Beide Studien zeigen klar, dass alle Akteure in der Stadt schnell und energisch handeln können und müssen, damit das Ziel Klimaneutralität zeitnah erreicht werden kann. Damit kann München einen starken Beitrag zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens leisten“, fasst Christof Timpe, Projektleiter des Fachgutachtens für ein klimaneutrales München und Leiter des Institutsbereichs Energie & Klimaschutz am Öko-Institut, zusammen.

Wärmestudie München: Weg zum klimaneutralen Wärmesektor

Die von der FfE und dem Öko-Institut im Auftrag der Stadtwerke München bearbeitete Studie „Klimaneutrale Wärme München 2035“ zeigt Strategien auf, wie der Wärmesektor der Stadt klimaneutral werden kann. Kernelemente sind dabei eine schnellere und bessere Wärmedämmung mit einer Sanierungsrate von mehr als zwei Prozent aller Gebäude pro Jahr sowie ein Umbau der Fernwärmeerzeugung – weg von fossilen Energieträgern und hin zu Geothermie und anderen erneuerbaren Energien. In den Quartieren, in denen keine Fernwärme angeboten werden kann, müssen die heute dominierenden Heizungen auf Basis von Erdgas und Heizöl systematisch durch Wärmepumpen und andere Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien ausgetauscht werden.

München klimaneutral
Mit der Verwendung von erneuerbarer Energie und erneuerbarer Wärme will München klimaneutral werden. Foto Holzbauwelt.de

Die Studie stellt ein Paket von Handlungsempfehlungen zusammen, mit denen die Stadt mit Unterstützung durch den Bund und den Freistaat Bayern die Emissionen des Wärmesektors mit Ausnahme der Abfallverbrennungs­anlagen auf nahezu Null reduzieren kann. „Angesichts der künftig voraussichtlich stark ansteigenden Preise für fossile Energieträger sind eine gute Wärmedämmung und klimaneutrale Heiztechnik nicht nur für das Klimaziel wichtig, sie schützen zugleich Mieterinnen und Mieter vor kräftigen Steigerungen der Heizkosten,“ sagt Timpe weiter.

Fachgutachten Klimaneutralität: Maßnahmenplan für den Klimaschutz

Auf dem Weg zur Klimaneutralität in München müssen neben dem Wärmesektor auch viele andere Bereiche des städtischen Lebens so verändert werden, dass sie dem angestrebten Ziel entsprechen. Dabei sollen in den großen Feldern Wärme, Kälte und Strom, Verkehr, Wirtschaft und Dienstleistung, privater Konsum sowie Stadtverwaltung und kommunale Unternehmen möglichst wenige Einschränkungen und möglichst viele attraktive und bequeme Alternativen entstehen.

Im Rahmen des Fachgutachtens Klimaneutralität im Auftrag der Landeshauptstadt München haben das Öko-Institut, das Hamburg Institut und Intraplan eine umfassende Sammlung von über 250 Maßnahmen zum Klimaschutz vorgelegt. Die Empfehlungen bauen im Wärmesektor auf die Wärmestudie der Stadtwerke auf.

Der Strombedarf der Stadt München soll künftig über erneuerbare Energien gedeckt werden. Dazu gehört ein Ausbau der Photovoltaik von heute etwa 75 Megawatt (MW) auf 800 MW innerhalb der Stadt im Jahr 2035 ebenso wie die Gewinnung von Strom aus dem biogenen Anteil des Abfalls der Stadt sowie aus Klärschlamm bzw. Klärgas. Darüber hinaus planen die Stadtwerke München weitere Investitionen in erneuerbare Energien außerhalb des Stadtgebiets, so dass bis 2035 der gesamte Strombedarf Münchens rechnerisch erneuerbar gedeckt werden kann.

Im Verkehr können die Treibhausgasemissionen über drei wesentliche Ansatzpunkte reduziert werden: Vermeidung von Verkehr, seine Verlagerung auf klimafreundlichere Verkehrsmittel (Umweltverbund) und eine weniger klimaschädliche Abwicklung des verbleibenden Verkehrs. „Trotz vieler vorhandener guter Ansätze ist dies ein langwieriger Prozess, der erhebliche Investitionen in die Infrastrukturen des öffentlichen Verkehrs erfordert“, erläutert Alexandra Rudolf, Verkehrsplanerin bei Intraplan. Gerade wegen dieser langen Umsetzungszeiten der wirkungsstarken Maßnahmen ist es umso wichtiger, unverzüglich und mit ausreichenden Ressourcen die Planung der entsprechenden Projekte voranzutreiben. „Selbst eine Stadt wie München ist dabei auf die rechtliche und finanzielle Unterstützung des Freistaats und des Bundes angewiesen“, so Rudolf weiter.

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Klimaneutral bauen mit dem Baustoff Holz – mehrgeschossige Aufstockung Dantebad plus in München. Foto: Huber & Sohn

Im Maßnahmenprogramm werden auch konkrete rechtliche Instrumente aufgezeigt, mit denen die Vorschläge umgesetzt werden könnten. „So kann der Stadtrat in Bebauungsplänen die Verbrennung von Heizöl und Erdgas in neuen Heizungen Schritt für Schritt beschränken“, sagt Christian Maaß, Geschäftsführer des Hamburg Instituts, und betont den Pioniercharakter einer solchen Maßnahme: „München könnte somit die erste deutsche Großstadt werden, die konsequent für den Umstieg von fossilen Brennstoffen auf klimaneutrale Fernwärme und dezentrale erneuerbare Wärme sorgt.“

Bundesweiter Rahmen für die Energiewende nötig

Die beiden Studien zeigen auch, dass Städte und Gemeinden einen verlässlichen Rechtsrahmen für mehr Klimaschutz seitens der Bundesregierung benötigen. Nur so kann es gelingen, das gesamte Energiesystem zeitnah so umzugestalten, dass die Ziele des Pariser Klimaabkommens erreicht werden.

Dazu gehören Instrumente wie ein ambitionierter CO2-Preis, der klimaschädliche Treibhausgase verteuert, eine Abschaffung der EEG-Umlage, um emissionsarmen Strom im Gegenzug günstiger zu machen sowie gut ausgestattete Förderprogramme für die Gebäudesanierung und die Möglichkeit für Kommunen, höhere Anforderungen an einen klimaschonenden Gebäudebestand und klimaneutrale Heizanlagen zu stellen.

Quellen: Öko-Institut, Hamburg Institut, Intraplan und der Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft (FfE).

Dante plus – Parkplatzüberbauung mit Wohnraum

Das Holzbauprojekt Dante plus oder auch Dante 2 genannt, wurde nach 15monatiger Bauzeit fertiggestellt, die Wohnungen sind ab Januar 2022 bezugsfertig. Die Arbeitsgemeinschaft aus dem Wohnungswirtschaftsunternehmen B&O und der Eiselfinger Holzbaufirma Huber & Sohn hat für die Münchner Wohnungsbaugesellschaft Gewofag erneut einen Parkplatz diesmal mit 144 Wohneinheiten überbaut.

Nach der erfolgreichen Überbauung des Dantebad Parkplatzes an der Homerstrasse mit dem mehrfach ausgezeichneten Stelzenbau mit 100 Wohnungen im Jahre 2016 nun das Nachfolgeprojekt Dante plus. Auf dem 10.500 m² großen Reinmarplatz unweit des Dantebades im Münchner Stadtbezirk Neuhausen-Nymphenburg entstand ein neues Wohnprojekt durch die Parkplatzüberbauung aus dem Programm „Wohnen für alle“.

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Dante plus mit Parkplatzüberbauung als Holzbau mit 144 Wohneinheiten am Müchner Reinmarplatz. Foto: Huber & Sohn

Dante plus verfügt über mehr Wohneinheiten für Familien

Im Gegensatz zum ersten Stelzenbau am Dantebad wurde jetzt der zweite Stelzenbau am Reinmarplatz mit mehr größeren Wohnungen geplant, damit auch Familien zum Zug kommen. 88 der 144 Wohneinheiten bieten drei Zimmer oder mehr. Damit hat die Gewofag bei Dante plus den Anteil an Familien(Sozial-)Wohnungen deutlich erhöht. Die Gesamtwohnfläche aller 144 Wohneinheiten beträgt insgesamt 8200 m².

Das Bauprojekt Dante plus im Münchner Westen an der Dantestrasse wurde diesmal nicht als Riegel über den Stellflächen errichtet, sondern als ein umlaufendes Karree am äußeren Rand des Parkplatzes. In der Summe bleiben 145 Stellplätze erhalten, von denen mehr als 100 fix für die Besucher des Dantebads reserviert sind. Dazu kommen 315 Parkplätze für Fahrräder. Da unten ausschließlich geparkt wird, entstehen auf dem Dach Aufenthaltsflächen für die Bewohner und eben auch ein Spielplatz, auf dem Kinder von der Rutschenspitze aus einen für Spielplätze außergewöhnlichen Blick haben dürften.

Dante plus als klimafreundlicher Holzbau erstellt

Mit der Bauform als Karree wurde Dante plus entlang des Parkplatzrandes gebaut. Die Bauweise ist die gleiche geblieben wie bereits bei Dante1. Auf dem Stahlbetontisch im Erdgeschoss wurde in 18 Wochen Montagezeit im Spätherbst und Winter 2020‘/21 ein im Werk vorgefertigter Holzbau aus Flächenelementen errichtet. Die Konstruktion hat tragende Innenwände im Massivholzsystem des Holzbauunternehmens Huber & Sohn mit Brettsperrholz-Wandelementen (Brandwände/Schotten). Auch die Treppenhäuser im Dante plus sind aus Massivholzelementen hergestellt. Außen steifen Holzrahmenwände das Gebäude aus. Die Zwischendecken, Liftschächte und das Dach wurden ebenfalls in Brettsperrholz-Bauweise erstellt. Insgesamt wurden rund 2500 m³ Holz verbaut.

Nachfrage für nachhaltige Gebäude steigt

Die Aktivitäten rund um grüne und nachhaltige Gebäude sogenannte Green Buildings geht in die richtige Richtung, aber die Branche muss nachlegen. Dies geht aus dem aktuellen, jährlich erscheinenden Nachhaltigkeitsbericht hervor, der von der RICS und dem World Built Environment Forum erstellt wurde. Nachhaltige Gebäude als Gewerbeimmobilien sind gefragt.

Der Bericht für das Jahr 2021, der die Meinungen von mehr als 4.000 Teilnehmern aus 30 Ländern des RICS Global Commercial Property Monitors und des RICS Global Construction Monitors zusammenfasst, zeigt, dass die Bereitschaft zu umweltfreundlicheren Gebäuden und nachhaltigeren Projekten wächst, aber nicht schnell genug, um die globalen Netto-Null-Ziele zu erreichen. Die Studie untersucht insbesondere, wie sich die Präferenzen für grüne Gebäude verändert haben und welche Faktoren das wachsende Interesse an ökologischen, sozialen und Governance (ESG)-Investitionen bestimmen.

Umweltfreundliche und nachhaltige Gebäude im Trend

Im Jahr 2021 geben über 40 % der Befragten an, dass die Nachfrage von Kunden, Stakeholdern und Auftraggebern eine der Hauptantriebskräfte für den Boom bei Investitionen in Umwelt, Soziales und Governance (ESG) ist. In der Tat gaben per Saldo 55 % Befragte einen Anstieg des Interesses von Nutzern und Investoren an umweltfreundlichen und nachhaltigen Gebäuden an, und nur 6 % der Befragten berichteten von einem Rückgang der Nachfrage nach solchen Anlagen, trotz der Herausforderungen durch Covid-19.

Weitere Faktoren, die den Wandel beeinflussen, sind das gestiegene Bewusstsein für ESG-Risiken und -Chancen sowie das Markenimage und der Ruf. Die Erwartung höherer Renditen spielte nur bei circa 15 % der Befragten eine treibende Rolle. Da die Nachfrage nach umweltfreundlicheren Immobilien steigt, kann die Verbesserung der Nachhaltigkeitsattribute eines Gebäudes einen Mietaufschlag bewirken. Weltweit glaubt etwa die Hälfte der Umfrageteilnehmer, dass grüne Gebäude einen Miet- und Preisaufschlag gegenüber nicht-nachhaltigen Gebäuden erzielen. Mehr als ein Drittel glaubt, dass der Miet- und Preisaufschlag bei bis zu 10 % liegt; etwa 15 % schätzen ihn noch höher ein. Darüber hinaus geben über 30 % an, dass, selbst wenn es keinen Miet- oder Preisaufschlag gibt, Gebäude, die nicht als nachhaltig eingestuft sind, einem „braunen Discount“ unterliegen. Nur 20 % sind der Ansicht, dass es weder einen Miet- oder Preisaufschlag noch Discount gibt.

Nachhaltige Gebäude
Nachhaltige Gebäude als Gewerbeimmobilien finden das Interesse von Investoren

Etwa 45 % der Befragten weltweit berichten von einer moderaten Belebung der Investorennachfrage nach grünen Gebäuden. Weitere 16 % stellen einen stärkeren Anstieg des Interesses fest. Europa spielt hier eine Vorreiterrolle mit über 30 %, also fast ein Drittel der Befragten berichten demnach von einem stärkeren Nachfrageanstieg. Insgesamt gehen in Europa 74 % von einem signifikanten bis moderaten Anstieg aus.

Kreislaufwirtschaft für nachhaltige Gebäude im Bauwesen erforderlich

Im Bausektor geben zwei Drittel der Befragten an, dass die oberste Priorität für mehr Nachhaltigkeit in der Minimierung von Abfällen liegt, und etwa die Hälfte der Befragten sieht widerstandsfähigere Bauprodukte, -materialien und -komponenten als eine Hauptaufgabe an. Obwohl 55 % der Befragten berichten, dass die Nachfrage nach recycelten und wiederverwendbaren Materialien im vergangenen Jahr gestiegen ist, haben 43 % noch keine Veränderung festgestellt. Da der Bausektor jedes Jahr für etwa 40 % des Kohlenstoffausstoßes verantwortlich ist, wurden die Umfrageteilnehmer nach ihren Verfahren zur Messung des betrieblichen und gebundenen Kohlenstoffs befragt, um den Kohlenstoffausstoß des Sektors zu verringern.

Kritisch anzumerken ist, dass 70 % der Befragten angaben, dass keine Messung des betrieblichen Kohlenstoffausstoßes während des Lebenszyklus ihrer Projekte stattfindet. Außerdem gibt mehr als die Hälfte an, dass sie den gebundenen Kohlenstoff nicht messen, und von denjenigen, die ihn messen, nutzen ihn weniger als 14 %, um die Materialien auszuwählen, die sie in ihrem Projekt verwenden. Da sich die Auswirkungen des Klimawandels verschärfen, suchen die Unternehmen nach Lösungen, z.B. nach internationalen Baumanagementstandards. Rund 18 % der Befragten geben an, dass sie einen standardisierten Ansatz zur Messung ihres Kohlenstoffs nutzen würden, wenn es diesen gäbe, wobei die größte Bereitschaft mit über 30 % in Neuseeland, Singapur und auf den Philippinen zu verzeichnen war. In Deutschland liegt der Wert bei rund 21 %. Die Auswirkungen auf die Biodiversität rangiert erst am Ende der Liste mit knapp 20 %. Dabei könnte die Versiegelung von Flächen eines der größten Risiken sein, wenn es um neue Projekte geht.

Nachfrage nach klimaangepassten Immobilien in Europa nimmt zu

Der RICS-Index für nachhaltiges Bauen (Maß für die Nachfrage von Nutzern und Investoren) ergab einen Nettosaldo von +69 % in Europa, was über dem weltweiten Durchschnitt von +55 % liegt. In Deutschland liegt der Wert sogar bei +75 %. Auf den europäischen Märkten ist eine stärkere Nachfrage nach klimaangepassten Immobilien zu beobachten (über 30 %), was sich in den Mietpreisaufschlägen widerspiegelt: 42 % der Umfrageteilnehmer gaben an, dass die Mieten für umweltfreundlichere Gebäude gestiegen sind. In ganz Europa sind die Hauptantriebskräfte für den ESG-Investitionsboom: Markenimage und Reputation (47 %), dicht gefolgt von der Nachfrage von Kunden, Stakeholdern und Auftraggebern (46 %). Die oberste Priorität des europäischen Bauwesens, um nachhaltiger zu werden, ist die Verringerung der Kohlenstoffemissionen (53 %), dicht gefolgt von der Abfallminimierung. In Europa gaben 34 % der Befragten an, dass sie den betrieblichen Kohlenstoff messen, und 19 % der Befragten würden ihren gebundenen Kohlenstoff messen, wenn es ein weltweit anwendbares Messinstrument gäbe.

Fazit von RICS für nachhaltige Gebäude

Susanne Eickermann-Riepe FRICS, Vorstandsvorsitzende der RICS in Deutschland: „Die Nachfrage nach grünen und nachhaltigen Immobilien bei Gewerbeimmobilien steigt deutlich. Diese Erkenntnis, aber auch das Bewusstsein für ESG-Risiken wird als ein treibender Faktor benannt, ebenso wie das Image und die Reputation. Die Erwartung an eine bessere Performance und höhere Renditen spielt eine eher untergeordnete Rolle.

Insbesondere in Europa nimmt die Nachfrage nach grünen und nachhaltigen Gebäuden Fahrt auf, sowohl bei Investoren, als auch bei Mietern. Gleichzeitig werden steigende Mieten und Preise für grüne und nachhaltige Gebäude von der Hälfte der Befragten bestätigt. Ein Drittel sieht eher einen brauen Discount. Während der Kapitalmarkt und die Asset Manager voranschreiten, um mit grünen Produkten zu punkten, zeigt der Blick auf die Bauindustrie, dass die Messung der Kohlenstoff-Emissionen im (Bau-)Betrieb und beim Material noch in den Anfängen steckt. Wenn die CO2-Reduktion nicht Maßstab für die Auswahl von Materialien, Systemen und Komponenten bei Baumaßnahmen ist, wie sollen dann grüne und nachhaltige Produkte entstehen?“

Quellen: RICS, World Built Environment Forum

Ein Bürogebäude als Holzmodulbau für den Bundestag

Ende Oktober 2020 begannen im Parlamentsviertel in Berlin-Mitte die Bauarbeiten für ein neues Bürogebäude für den Deutschen Bundestag. Unter der Leitung des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) – Referat VI 2 – entstehen auf dem sogenannten Luisenblock West 400 Büros, um den Raumbedarf des Bundestages kurzfristig zu decken. Das Gebäude mit sieben Stockwerken entsteht nach Plänen des Architekturbüros sauerbruch hutton nahezu vollständig aus vorgefertigten Holzmodulen. Bis Ende 2021 soll es bereits fertig sein.

Als Generalübernehmer / Generalunternehmer, der zentral alle Planungs-, Herstellungs- und Bauleistungen für das Projekt verantwortet, hat sich im Vergabeverfahren die Bietergemeinschaft Kaufmann Bausysteme und PRIMUS developments mit dem architektonischen Entwurf des Büros sauerbruch hutton durchgesetzt. Das Konzept überzeugte insbesondere im Hinblick auf die Aspekte Effizienz und Nachhaltigkeit. Auf genaue Vorgaben zur Bauweise wurde in der vorgenommenen Ausschreibung bewusst verzichtet. Aufgrund des ambitionierten Zeitplanes – die neuen Büros sollen nach der Bundestagswahl 2021 zur Verfügung stehen – lag die Wahl einer System- oder Modulbauweise nahe.

Städtebaulicher Entwurf durch sauerbruch hutton als Bürogebäude für den deutschen Bundestag

Bürogebäude
Ein nachhaltiges Bürogebäude für den Bundestag als hoch effizienter Holzmodulbau. Foto: sauerbruch hutton

Überblick über den Holzmodulbau als Bürogebäude für den deutschen Bundestag

  • Nutzer: Deutscher Bundestag
  • Adresse: Adele-Schreiber-Krieger-Straße, 10117 Berlin
  • Architektur: sauerbruch hutton Gesellschaft von Architekten mbH
  • Projektleitung: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat VI 2
  • Gesamtkosten: 70 Millionen Euro
  • Planungsbeginn: Mai 2020
  • Baubeginn: Oktober 2020
  • Fertigstellung: geplant für Dezember 2021
  • Bruttogrundfläche: rund 17.100 Quadratmeter
  • Nutzfläche: rund 9.200 Quadratmeter
  • Grundstücksfläche: rund 7.600 Quadratmeter
  • Anzahl Büros: 400
  • Ge­ne­ral­über­neh­mer / Ge­ne­ral­un­ter­neh­mer: Kaufmann Bausysteme und PRIMUS developments.
Bürogebäude Bundestag
Holzmodulbau als nachhaltiges Bürogebäude für die Parlamentarier des deutschen Bundestages. Foto: holzbauwelt.de

Büromodule aus Holz in hoher Vorfertigung für ein nachhaltiges Bürogebäude

Der Neubau für den Deutschen Bundestag entsteht auf einem Areal zwischen Margarete-Steffin-Straße und Adele-Schreiber-Krieger-Straße in Berlin-Mitte, dem sogenannten Luisenblock West, einem Areal westlich der Luisenstraße, auf dem bis Ende der 1990er-Jahre Plattenbauten standen. Städtebaulich nimmt der Entwurf von sauerbruch hutton die Höhe und Kubatur des gegenüberliegenden Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses auf und integriert sich dadurch in seine Umgebung. Gleichzeitig setzt er durch die farbigen Fassadenpaneele neue Akzente und wirkt eigenständig.

Die Büromodule messen 3,20 x 6,75 Meter und sind in den vier Gebäudeflügeln jeweils an einem zentral liegenden Flur angeordnet. Beheizt und gekühlt werden sie über ein abgehängtes, modular konzipiertes Deckenpaneel. Außerdem sind die Fenster mit einem individuell regelbaren Sonnen- und Blendschutz ausgestattet, die einer Überhitzung der Räume und Blendungen an den Arbeitsplätzen vorbeugen. Die Holz- und Sichtbetonoberflächen bleiben im Innenbereich soweit wie möglich sichtbar.

Bürogebäude Bundestag
Wegweisender Holzmodulbau von Kaufmann Bausysteme als Bürogebäude: Foto: holzbauwelt.de

Die Module für diesen Neubau werden aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz und in Berlin durch Kaufmann Bausysteme gefertigt. Dies sorgt für sehr kurze Transportwege sowie geringe Emissionen und unterstützt das nachhaltige Konzept dieses Neubaus.

Außerdem wird von PRIMUS developments das sogenannte Woodcycle-Konzept umgesetzt. Dies besagt, dass durch die von der Bietergemeinschaft durchgeführte Neupflanzung von Bäumen innerhalb von 15 Jahren die verbaute Holzmenge nachwachsen muss – beim Luisenblock West etwa 2.500 Kubikmeter.

Quellen: bundestag.de, holzbauwelt.de

Gebäude in Holzbauweise als riesige CO2-Speicher

Neue Gebäude in Holzbauweise statt aus Stahl und Beton könnten künftig erheblich zum Klimaschutz beitragen. Die Produktion von Holzprodukten für den Bau ist nicht nur umweltschonender. Holzbauten würden generell zu einem bedeutenden CO2-Speicher werden. Das haben Berechnungen eines Potsdamer Klimaforscherteams ergeben.

Holz ist der wichtigste nachwachsende Bau- und Werkstoff. Neben seinen bauphysikalischen Eigenschaften ist Holz auch nachhaltig. Denn Holz speichert Kohlenstoff und die Produktion von Holzprodukten für den Bau kommt mit weniger Energie aus.

Eine verstärkte Nutzung des nachwachsenden Rohstoffs im Hausbau könnte einer internationalen Studie zufolge entscheidend dazu beitragen, dass das im Pariser Abkommen festgelegte Klimaziel – die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu senken – erreicht wird.

​Holzbauten als CO2-Speicher für den Klimaschutz in Städten

  • Die Produktion der Baustoffe Zement und Stahl trägt erheblich zu den globalen CO2-Emissionen bei. Holz hingegen ist nicht nur ein gutes Baumaterial, sondern auch ein Kohlenstoff-Speicher (CO2-Speicher).

  • Potsdamer Klimaforscher haben für verschiedene Zukunftsszenarien berechnet, wie verstärkter Einsatz von Holz im Städtebau in den kommenden 30 Jahren weltweit zum Klimaschutz beitragen kann.

  • Bis zu 700 Millionen Tonnen Kohlenstoff-Emissionen könnten weltweit jährlich eingespart werden, wenn 90 Prozent der Neubauten aus Holz bestehen würden.

CO2-Speicher Holz
Holzgebäude haben im Gegensatz zu Zement und Stahl riesiges Potential als CO2-Speicher. Foto: Regnauer Objektbau

Ein Team unter Leitung von Galina Churkina vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) hat verschiedene Szenarien einer intensiveren Holznutzung im Städtebau betrachtet und berechnet, wie viel CO2-Emissionen sich einsparen ließen.

Klimaschutz durch verstärkte Holznutzung

„Verstädterung und Bevölkerungswachstum werden eine enorme Nachfrage nach dem Bau neuer Gebäude für Wohnen und Gewerbe schaffen – daher wird die Produktion von Zement und Stahl eine Hauptquelle von Treibhausgasen bleiben, wenn wir nicht handeln“, so Galina Churkina.

Ein wirksames Mittel, um diese Klimafolgen einzudämmen, ist für die Forscherin der gesteigerte Einsatz von technisch verarbeitetem Holz im weltweiten Bausektor. Mit der Steigerung des Holzanteils würden Treibhausgasemissionen, die bei der Produktion von Beton und Stahl entstehen, wegfallen. Stattdessen würde das in den Bäumen zuvor gespeicherte CO2 im verarbeiteten Holz als CO2-Speicher verbleiben. Klimaneutrales Bauen mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz.

Quelle: wissenschaftsjahr.de / eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Bildhinweis: Regnauer Objektbau mit dem firmeneigenen Bürogebäude Vitalbüro in Seebruck.

Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Mehrgeschossiges Bauen in Holzbauweise ist nach wie vor die richtige Entscheidung um die Klimaschutzziele und die Schaffung von nachhaltigen Wohnraum zu realisiseren. Auch wenn die Kosten für Baumaterialien gestiegen sind. Die neue KfW-Förderung für den Neubau eines Effizienzgebäudes zum 01.07.2021, wiegt diesen Umstand wieder auf.

Gebäudetypen die energieeffizient mit dem Baustoff Holz geplant und gebaut werden, profitieren weiterhin über die Effizienzhausstufen KfW 55, KfW 40 oder KfW 40 plus. Das bedeutet gerade für Investoren und Kommunen, dass der mehrgeschossige Holzbau mit hoher Vorfertigung und der Holzmodulbauweise von der neuen Bau-Förderung profitiert.

Bundesförderung für effiziente Förderung (BEG) gilt auch für den mehrgeschossigen Holzbau

Im Rahmen des Klimaschutzprogrammes 2030 entwickelt die Bundesregierung die Förderung für energieeffiziente Gebäude weiter. Die neue „Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)“ startet bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zum 01.07.2021. Künftige Häuslebauer und Investoren, die sich für den nachwachsenden, ökologischen Baustoff Holz interessieren, profitieren von der neuen KfW-Förderung.

Die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude, abgekürzt BEG, gilt insbesondere:

  • für alle Wohngebäude, z. B. für Eigentumswwohnungen, Ein- und Mehrfamilienhäuser oder Wohnheime
  • für alle Nichtwohngebäude, z. B. für Gewerbegebäude, kommunale Gebäude oder Krankenhäuser.

Ab dem 01.07.2021 können Sie die neuen Förderkredite und Zuschüsse der „Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)“ beantragen – für einen Neubau oder für die Sanierung zum Effizienzhaus sowie einzelne energetische Maßnahmen. Die Förderung für Baubegleitung beantragen Sie direkt zusammen mit Ihrem Kredit oder Zuschuss. Wichtig zu wissen: Grundsätzlich gilt: Sie dürfen mit Ihrem Vorhaben erst nach Beantragung starten!

Holzbau BEG
Mehrgeschossiger Wohnungsbau in Holzbauweise: Holzhybridbau Domagkpark München: Foto: Huber & Sohn

Förderung im Neubau von Wohngebäuden mit Kredit oder Zuschuss

Wenn Sie ein neues Effizienzgebäude in Holzbauweise bauen, fördert Sie die KfW wahlweise mit einem Kredit mit Tilgungszuschuss oder einem direkt ausgezahlten Zuschuss – Sie haben die Wahl.

Effizienzhaus(Tilgungs-)zuschuss in % je WohneinheitBetrag je Wohneinheit
Effizienzhaus 40 Plus25 % von maximal 150.000 Euro Kreditbetrag / förderfähigen Kostenbis zu 37.500 Euro
Effizienzhaus 4020 % von maximal 120.000 Euro Kreditbetrag / förderfähigen Kostenbis zu 24.000 Euro
Effizienzhaus 40 Erneuerbare-Energien-Klasse oder Nachhaltigkeits-Klasse22,5 % von maximal 150.000 Euro Kreditbetrag / förderfähigen Kostenbis zu 33.750 Euro
Effizienzhaus 5515 % von maximal 120.000 Euro Kreditbetrag / förderfähigen Kostenbis zu 18.000 Euro
Effizienzhaus 55 Erneuerbare-Energien-Klasse oder Nachhaltigkeits-Klasse17,5 % von maximal 150.000 Euro Kreditbetrag / förderfähigen Kostenbis zu 26.250 Euro

Darüber hinaus erhalten Sie eine Förderung für die Fachplanung und Baubegleitung sowie eine Nachhaltigkeitszertifizierung. Details dazu finden Sie im Abschnitt Baubegleitung.

Investitionen in mehrgeschossige Wohnbauten lohnen sich

Wohngebäude-Kredit beim Neubau eines Effizienzhauses

  • Bis zu 150.000 Euro Kredit je Wohneinheit für ein Effizienzhaus
  • Bis zu 60.000 Euro Kredit je Wohneinheit für Einzelmaßnahmen
  • Weniger zurückzahlen: zwischen 15 % und 50 % Tilgungszuschuss
  • Zusätzliche Förderung möglich, z. B. für Baubegleitung

Möchten Sie Ihr Vorhaben lieber mit einem Zuschuss finanzieren? Dann können Sie für ein Effizienzhaus alternativ den Zuschuss Wohngebäude (461) wählen.

Eine Auswahl energieeffizienter mehrgeschossiger Gebäudetypen finden Sie auf dem Ratgeber-Portal Holzbauwelt.de. Über unser Portal können Sie weitere Informationen über mehrgeschossige Gebäudetypen über den Anfrage-Button generell anfordern. Wir beraten Sie ebenfalls zur Auswahl von Holzbau-Unternehmen im mehrgeschossigen Holzbau.

Bauwende braucht Holzbau-Offensive im mehrgeschossigen Bauen

Eine Holzbau-Offensive ist nötig um die Klimaziele zur deutlichen Verminderung von CO-Emissionen zu erreichen. Der Bau- und Gebäudesektor gehört zu den größten CO2-Verursachern weltweit: Allein 30 Prozent der deutschen CO2-Emissionen werden hier ausgestoßen. Gleichzeitig ist der Bedarf an zusätzlichem Wohnraum vor allem in den Ballungsgebieten enorm. Die Politik versucht mit verschiedenen Maßnahmen beide Ziele zu vereinen. Die bisherige Bilanz zeigt jedoch deutliches Optimierungspotenzial. Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) appelliert deshalb an eine konsequente Bauwende, die den Gebäudesektor durch nachhaltige Baustoffe wie Holz ressourceneffizient, klimaschonend und bezahlbar umgestalten soll.

Ressourceneffizientes Bauen durch Holzbau-Offensive

Wenn der Bauausschuss des Deutschen Bundestags in einer öffentlichen Anhörung über das ressourceneffiziente Bauen thematisiert, wird über Maßnahmen diskutiert, sowohl den Neubau als auch den Gebäudebestand klimafreundlich weiterzuentwickeln. „Wir brauchen eine Betrachtung des gesamten Lebenszyklus von Gebäuden, die Einbeziehung der „grauen Energie“ bei der Gebäudeeffizienzpolitik und einen konsequenten Umstieg auf nachwachsende Rohstoffe. Ansonsten werden wir die Klimaziele im Gebäudesektor bis 2050 nicht erreichen. Die vorliegenden Anträge von FDP und Bündnis90/Die Grünen unterstreichen, dass die Zeichen der Zeit auf ressourceneffizientem Bauen stehen. Denn der Verbrauch von Rohstoffen und Energie im Bausektor ist immens,“, sagt DeSH-Geschäftsführerin Julia Möbus.

Holzbau-Offensive
Eine Holzbau-Offensive für das ressourceneffiziente mehrgeschossige Bauen in Deutschland ist nötig. Foto: Gumpp & Maier GmbH

Holzbau-Offensive für nachhaltigen Gebäudesektor

Dabei würde bereits ein Drittel der jährlich geernteten Holzmenge ausreichen, um das gesamte jährliche Neubauvolumen in Deutschland aus Holz zu fertigen. „Damit würden nicht nur Ressourcen geschont, es könnten auch Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Allein die Herstellung und Entsorgung von Baumaterialien sowie Errichtung, Erhalt und Rückbau von Gebäuden ist für acht, der gesamte Gebäudesektor sogar für 30 Prozent der deutschen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Es ist allerhöchste Zeit für eine Bauwende“, erläutert sie. Um das Bauen mit Holz in mehrgeschossiger Bauweise zu vereinfachen und weiter voranzutreiben, sei eine Holzbau-Offensive genauso unumgänglich wie eine Änderung der Musterbauordnung, laut Holzbauwelt.de.

Holzbauoffensive durch Ressourceneffizienz – nachhaltiger und effizienter

Wenn die Bilanz zur Wohnraumoffensive vor einiger Zeit eines zu Tage brachte, dann, dass vor allem in den Ballungsgebieten nach wie vor eine massive Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum vorhanden ist. „Die begrenzten Flächen müssen mit Aufstockungen und Nachverdichtungen besser ausgenutzt werden: Beides lässt sich hervorragend mit Holz realisieren“, erläutert Möbus. Gleichzeitig müssen wir auch unseren Gebäudebestand mit einer Renovierungswelle klimafreundlich weiterentwickeln. Auch dabei bietet Holz als Fenster, Tür, Dämmstoff und nicht zuletzt als erneuerbare Wärmequelle in der Nah- und Fernwärme große Potenziale, so Möbus abschließend.

Quelle: Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH), Bündnis9o/Die Grünen, Holzbauwelt.de

Kaufmann Bausysteme ist Weltmarktführer im Holzmodulbau

Das Vorarlberger Unternehmen Kaufmann Bausysteme ist mit seinen Modulsystemen inzwischen zum Weltmarktführer im Holzmodulbau aufgestiegen. Keine anderes Unternehmen verbaut mehr Holzmodule in hoher Vorfertigung als der innovative Holzmodulbau-Pionier aus Reuthe.

Vom neuen Firmengebäude am Standort Reuthe im Bregenzerwald, selbstverständlich als Holzmodulbau erstellt, lenkt Geschäftsführer Christian Kaufmann die Geschicke des Modulherstellers. Produziert werden die Holzmodule an den Standorten in Kalwang in der Steiermark mit zwei Fertigungsstraßen mit 55.000 Quadratmeter. In Berlin Köpenick steht eine weitere Produktionsfläche mit 2500 Quadratmetern zur Verfügung.

Der Hauptmarkt für Kaufmann Bausysteme ist Deutschland. Dort entstehen in Berlin in den nächsten vier Jahren insgesamt 32 Schulgebäude in Holzmodulbauweise. Pro Jahr fertigt das Unternehmen circa 1000 Module in serieller Fertigung. Dabei werden 23.000 Kubikmeter Holz verarbeitet. Die einzelnen Module messen zwischen 2,50 und vier Meter Breite, sowie zwischen fünf und zwölf Meter Länge. In der eigenen Entwicklungsabteilung werden die Module laufend angepasst, so dass sie sich für neue Einsatzbereiche wie den Wohnungsbau eignen. Dabei wird laut Christian Kaufmann der Wohnungsbau künftig überall heiß umkämpft sein. Die Module für den Wohnungsbau werden mit vollständigem Innenausbau komplett produziert und auf die Baustelle transportiert. Dort werden Sie wie nach dem Lego-Prinzip gestapelt und zusammenmontiert.

Kaufmann Bausyswteme Holzmodulbau
Kaufmann Bausysteme – vom Brengenzerwald hinaus in die Welt mit dem Holzmodulbau

Kaufmann Bausysteme – internationaler Player im Holzmodulbau

Das Modulbau-Unternehmen ist jedoch auch international aufgestellt. Für Aufträge in Kanada und den USA sind Joint Ventures in Vorbereitung. Christian Kaufmann: „Wir sind bei der Holzmodulbauweise auf Großprojekte spezialisiert, die aus mindestens 50 bis 100 Modulen bestehen.“ Er ist davon überzeugt, dass Holz als Baustoff immer mehr an Bedeutung gewinnen wird. Zum einen wegen der anhaltenden Klimadiskussion und zum anderen weil die Holzmodule mehrgeschossige Gebäude ermöglichen. Der klimafreundliche Baustoff Holz überzeugt im Holzmodulbau mit wirtschaftlichen Lösungen. Christian Kaufmann: „Wir verbinden mit unserer ganzheitlichen Betrachtungsweise von Projekten Planung und Realisierung.“

Architekten erkennen Möglichkeiten des Holzmodulbaus

Die Vorteile der Holzmodulbauweise liegen auf der Hand: kurze Bauzeiten durch einen hohen Vorfertigungsgrad, angenehmes Raumklima durch den Baustoff Holz und die generelle Variabilität und Flexibilität überzeugen die Nutzer von Holzmodulbauten. Durch die Rückbaubarkeit von Gebäuden in Holzmodulbauweise gewinnen temporäre Gebäude an Bedeutung, da die Module später einer anderen Verwendung zugeführt werden können. Der Holzmodulbau eignet sich für zu erstellende Gebäude in den Bereichen Bildung ( Schulen, Kindergärten, Studentenwohnheime, Universitäten, Hochschulen), Hotel- und Sozialbau aber auch zunehmend im Wohnungsbau.

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