Förderung Holzbauweise in München geht weiter

Der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung des Stadtrats in München hat beschlossen, den Bau von Holzbauprojekten weiter zu fördern. Noch in diesem Jahr soll ein Zuschussprogramm für Geschosswohnungen in Holzbauweise aufgelegt werden. Gefördert werden sollen Einzelprojekte im Stadtgebiet sowie Siedlungen. Damit will die Stadt die höheren Kosten für den Bau mit nachwachsenden Rohstoffen abmildern. Die Förderung der Holzbauweise in München geht also weiter.

Derzeit entsteht im südlichen Bereich des Prinz-Eugen-Parks in Bogenhausen die mit 570 Wohnungen größte zusammenhängende Holzbausiedlung Deutschlands. Das Planungsreferat möchte hier eine Mustersiedlung schaffen, die als Vorbild dienen soll. Stadtbaurätin Elisabeth Merk hat vor allem die CO2-Bilanz im Blick: „Die Betonbauweise setzt CO2 frei, die Holzbauweise bindet und speichert CO2.“ Demnach würden im Prinz-Eugen-Park durch die Holzbauweise am Ende 13.000 Tonnen CO2 gebunden. „Wer mit Holz baut, spart bis zu 56 Prozent CO2“, so Merk.

Stadtbaurätin Elisabeth Merk ist bereits seit 2007 im Amt. Seit ihrem Amtsantritt wurden etwa 70.000 Wohnungen gebaut: Fast 5.400 Wohnungen sind jährlich unter ihrer Regie entstanden. Und in dem Tempo wird es weitergehen. Weitere Holzbausiedlungen sollen im zweiten Realisierungsabschnitt in Freiham Nord, im Kreativquartier und in der Bayernkaserne sowie auf Teilflächen südwestlich der Henschelstraße in Aubing-Lochhausen entstehen. Bei der Vergabe städtischer Grundstücke strebt die Stadt an, dass die Hälfte der Gebäude in Holzbauweise errichtet werden.

Holzbauweise München
Förderung Holzbauweise in München – so sollen Neubauten im Areal der Bayernkaserne aussehen. Foto: Hilmer, Sattler, Albrecht

Für das heutige Areal der Bayernkaserne will das Planungsreferat 2020 das Konzept eines urbanen Gebietes entwickeln, das spätestens 2030 Platz für 15.000 Menschen bieten soll. „Das ist in etwa so, als ob man eine komplett neue Kleinstadt auf die Beine stellt“, so Stadtbaurätin Elisabeth Merk.

Förderung der Holzbauweise in München durch Bundesbauministerium

Das Bundesbauministerium unterstützt das Projekt im Rahmen des „Nationalen Projekts des Städtebaus“, wofür die Bayernkaserne ausgewählt wurde. Gefördert wird das neue Quartier demnach mit 1,47 Millionen Euro. Das Planungsreferat möchte den Zuschuss dazu nutzen, die urbanen Qualitäten des neuen Viertels zu sichern. Vor allem das Quartiersmanagement sei dabei entscheidend, so  Merk.

Innerhalb des zweiten Realisierungsabschnittes des Bauprojektes Freiham Nord ist es denkbar, ein weiteres Holzbauviertel zu schaffen. Auch das Areal südwestlich der Henschelstraße hat Merk im Blick. Auch dieses Gebiet komme als weiterer Standort für die energieeffiziente und ökologische Holzbauweise in Frage. Merk ist von dem Rohstoff begeistert: „Mich wundert es, dass in Deutschland noch keine ähnlichen, großangelegten Holzbauprojekte angestoßen wurden.“

Als nächstes steht unter anderem der Baubeginn des zweiten „Stelzenhauses“ Münchens am Reinmarplatz an. Hier entstehen über einem Parkplatz nicht nur neue Wohnflächen. Die Gewofag startet im Frühjahr 2020 mit einem weiteren „Stelzenbau“ auf dem Reinmarplatz, mit etwa 12.500 Quadratmetern Geschossfläche. Das Prinzip ist dabei einfach wie effizient: Über einem Parkplatz wird auf Säulen ein mehrgeschossiges Gebäude in Holzbauweise erstellt. Vorbild hierfür ist ein Stelzenhaus am Dantebad als Geschosswohnungsbau, das über dem dortigen Parkplatz gebaut wurde.

 

 

 

BIMwood – Forschung für den modernen Holzbau

BIMwood entwickelt die Wertschöpfungskette Planen und Bauen mit Holz vor dem Hintergrund der digitalen Transformation. Im Mittelpunkt des Forschungsprojekts steht die Weiterentwicklung von Methoden, Werkzeugen und Handeln im vorgefertigten Holzbau zur Verbesserung reibungsloser Planungs- und Datenmanagementprozesse.

Building Information Modeling (BIM) ist eine 3D-basierte Planungsmethode, die den Hochbau derzeit tiefgreifend verändert. Sie hat das Potenzial, den industrialisierten Holzbau technisch und wirtschaftlich zu fördern und dem Bauen mit Holz zu breiterem wirtschaftlichen Erfolg zu verhelfen.

Noch ist die BIM-Methode jedoch für die Anforderungen des modernen Holzbaus nicht optimiert. Die TU München will der Digitalisierung im Holzbau den Weg ebnen. Die Lehrstühle „Entwerfen und Holzbau“ und „Architekturinformatik“ der Technischen Universität München möchten mit dem Forschungsprojekt BIMwood dazu beitragen, diese Lücke zu schließen. Zusammen mit den Praxispartnern Prause Holzbauplanung, den BIM-Experten AEC3, lattkearchitekten und dem Holzbauunternehmen Gumpp + Maier startet das aus Mitteln des Förderprogramms Nachwachsende Rohstoffe unterstützte Projekt mit dreijähriger Laufzeit im August 2019.

BIMwood
BIM-Modell vom Tragwerk eines Gebäudes in Holzständerbauweise. (Bild © Prause Holzbauplanung)

Die Partner untersuchen, welche Hemmnisse einer BIM-Anwendung im Holzbau momentan entgegenstehen und entwickeln daraus konkrete Vorschläge für eine holzbaugerechte BIM-Anwendung, die als Ergebnis in einem Handbuch zur Verfügung stehen sollen. Ohne den Einstieg in die Planungsmethode BIM wird die Holzbauweise, insbesondere beim urbanen und großvolumigen Bauen, in Zukunft nicht konkurrenzfähig sein können.

BIMwood wird das Bauen mit Holz revolutionieren

Building Information Modeling (BIM) wird vor allem bei Großprojekten immer mehr zum Standard. Die BIM-Methode unterstützt die Kommunikation der verschiedenen Parteien beim Planen, Bauen und Betreiben von Gebäuden. Im Kern wird mit einer BIM-Software ein dreidimensionales Gebäudemodell erstellt, das, je nach vereinbartem Standard zur Informationstiefe, Daten von Zeichnungen, Materialien, Produkten sowie Mengen und Kosten aller am Planungsprozess Beteiligten bündelt und transparent macht. Änderungen an einer Stelle der Planung, z. B. der Lage und Dimension eines Holzbalkens, spiegeln sich automatisch in allen Informationsebenen wieder, also in Grundrissen und Schnitten sowie in der Mengenaufstellung und der Kostenberechnung. Auch Simulationen wie die des Energieverbrauchs oder des thermischen Verhaltens von Bauteilen können mit Hilfe der Daten generiert werden. Alle am Bauprozess Beteiligten haben Zugriff auf das Modell und sind so stets auf dem gleichen Wissensstand.

BIMwood
BIM-Modell von Dachfenstern, Treppen, Verbindungsmitteln, Versorgungsleitungen, Stahlträgern und Betonbauteilen des obigen Gebäudes (Bid © Prause Holzbauplanung)

BIM und die Anforderungen des modernen Holzbaus passen gut zusammen: Wie bei der BIM-Methode sind beim vorgefertigten Bauen mit Holz Entscheidungen in frühen Planungsphasen notwendig. Ebenso wichtig ist das frühe Einbinden der Holzbaukompetenz über Fachingenieure oder Holzbauunternehmen, denn auf der Baustelle sind Korrekturen nicht mehr möglich. Untersuchungen aus dem Vorläuferprojekt leanWOOD der TU München haben gezeigt, dass es hier aktuell noch hakt: Holzbauprojekte mit Vorfertigung werden häufig nach dem klassischen, phasenweisen Ablauf, wie er aus dem konventionellen Bauen bekannt ist, abgewickelt. Die Holzbaukompetenz wird zu spät in den Prozess mit einbezogen, was oftmals zu langwierigen und aufwändigen Korrekturen im Nachhinein führt.

Das Team um die TU München will zügig in die Untersuchungen einsteigen um der Branche, parallel zu den schnell voranschreitenden Entwicklungen in der digitalen Planung, neuste Erkenntnisse aus BIMwood zu bieten.

Leitfaden Nachhaltiges Bauen des Bundes

Nachhaltiges Bauen und Handeln bedeutet, ökologische, ökonomische und soziale Gesichtspunkte gleichberechtigt zu berücksichtigen, um nachfolgenden Generationen eine intakte Umwelt und gleiche Lebenschancen hinterlassen zu können.

Speziell das Bauwesen muss sich aufgrund der in Anspruch genommenen materiellen und monetären Ressourcen sowie der entstehenden Umweltwirkungen intensiv dem Thema annehmen. Für den Gebäudesektor wird dies angesichts des Klimawandels und der knapper werdenden Ressourcen immer wichtiger.

Gebäude stellen komplexe Systeme zur Erfüllung definierter Aufgaben und Funktionen dar. Sie sind unter anderem Lebensraum und Arbeitsumgebung, haben Einfluss auf Komfort, Gesundheit und Zufriedenheit der Nutzer sowie auf die Qualität des Zusammenlebens.

Es geht dabei um Fragen zum umwelt- und klimagerechten Bauen, zur gebotenen Energie, Ressourcen- und Kosteneffizienz oder auch zu den Anforderungen der demographischen Entwicklung.

Für die zivilen Baumaßnahmen des Bundes wurden die Methoden des Leitfadens Nachhaltiges Bauen bereits 2001 verbindlich eingeführt. Mit der vollständig überarbeiteten Fassung 2013 wurden die Qualitätsanforderungen für die Bundesbauten grundlegend fortentwickelt und praxisnah präzisiert.

Ziel des Handelns sollten deshalb möglichst nachhaltige Gebäude sein, die damit auch energiesparende und ressourcenschonende Qualtäten aufweisen. Die umfängliche Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten im Lebenszyklus eines Gebäudes, das heißt bei der Planung, Errichtung, Nutzung und Modernisierung sowie dem Rückbau, sollte aktiv gestaltet und beeinflusst werden.

Nachhaltiges Bauen
Nachhaltiges Bauen gelingt mit dem nachwachsenden Baustoff Holz eindrucksvoll

Nachhaltiges Bauen, Planen, Nutzen und Betreiben von Gebäuden

Der Leitfaden richtet sich an alle beteiligten Akteure in der Phase der Planung und Realisierung von Gebäuden und deren Außenanlagen und bietet eine Unterstützung für die Nutzungs- und Betriebsphase des Gebäudes. Aufgrund der hohen Planungs- und Bauqualität sowie der Regelungsdichte wird in Deutschland bereits standardmäßig eine Vielzahl an Einzelaspekten des nachhaltigen Bauens berücksichtigt.

Der Leitfaden Nachhaltiges Bauen baut auf folgenden Überlegungen auf:

  • Die Berücksichtigung von Prinzipien einer nachhaltigen Entwicklung wird zum integralen Bestandteil aller Planungs- und Entscheidungsprozesse über den Lebenszyklus einer Immobilie. Dies schließt die Formulierung von Zielen sowie die Überprüfung und Bewertung der Zielerreichung mit ein.
  • Zur Unterstützung der Akteure stehen abhängig vom Arbeits-, Verantwortungs- und Einflussbereich und von der Lebenszyklusphase spezifische Anforderungen, Vorgehensweisen und Hilfsmittel zur Verfügung.
  • Dabei sind die Komplexität des Planens, Bauens und Betreibens im Allgemeinen sowie der in die üblichen Entscheidungsprozesse eingebetteten Nachhaltigkeitsbewertung zu berücksichtigen. Gleichzeitig sind handhabbare Lösungen mit einem angemessenen Aufwand an Kosten und Zeit zu entwickeln.

Der Leitfaden Nachhaltiges Bauen ist bei der Durchführung der Hochbauaufgaben des Bundes von den Verwaltungen im Zuständigkeitsbereich des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) verbindlich.

Herausgeber des Leitfadens Nachhaltiges Bauen:

Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI), Alt-Moabit 140, 10557 Berlin, Internet: www.bmi.bund.de

Redaktion: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR), Referat II 5 – Nachhaltiges Bauen, E-Mail: achhaltigesbauen@bbr.bund.de, Internet: www.bbsr.bund.de

Den vollständigen Text zum Leitfaden des BMI zum Thema Nachhaltiges Bauen erhalten Sie über den Link.

Schnelle Holzmodulbauweise sorgt für Berliner Schulneubauten

Die Stadt Berlin setzt auf den Holzbau und die Holzmodulbauweise beim Bau neuer Schulen. Der gesamte Prozess ist schnell vonstatten gegangen: Vom Beginn der Planung bis zur Fertigstellung sind insgesamt nur drei Jahre vergangen – inklusive zweier europaweiter Ausschreibungen. Das Land investierte 34,8 Millionen Euro und blieb damit weitgehend im Kostenrahmen.

Aufgrund der hohen Vorfertigung mit der vorteilhaften modularen Holzbauweise konnte nach nicht einmal einem Jahr nach der Grundsteinlegung Anfang August 2019 die integrierte Sekundarschule (ISS) Berlin-Mahlsdorf ihren Betrieb aufgenommen. Bis zu 550 Schüler und Schülerinnen können hier jetzt unterrichtet werden. Die Integrierte Sekundarschule bietet eine vierzügige Sekundarstufe I (7.-10. Klasse) sowie eine zweizügige Sekundarstufe II (11.-13. Klasse). Die für den Schulsport neu errichtete Dreifeld-Sporthalle wird auch Vereinen zur Verfügung stehen.

Andreas Krawczyk vom beauftragten Architekturbüro NKBAK aus Frankfurt erläutert, dass 290 Holzbaumodule insgesamt verbaut wurden. Drei Module bilden einen Klassenraum, wie der Architekt ergänzt. Jedes wurde mit bodentiefen Fenstern, Türen und Installationen wie Heizkörper und Steckdosen bei einer Firma in Köpenick vormontiert und zur Baustelle geliefert. Verantwortlich für die Systembauweise in Holzmodulbauweise ist die Vorarlberger Baufirma Kaufmann Bausysteme.

Drei Berliner Schulen werden in Holzmodulbauweise erstellt

Schule Holzmodulbauweise
Berline Schulneubau in Mahlsdorf als Holzmodulbauweise wurde mit dem Berliner Holzbaupreis ausgezeichnet.

Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen: „Vor weniger als einem Jahr haben wir hier in Mahlsdorf Richtfest für die neue Integrierte Sekundarschule gefeiert, heute übergeben wir das Gebäude nun an seine neuen Nutzerinnen und Nutzer. Die ISS Mahlsdorf ist damit das erste Bauvorhaben, das wir im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive fertigstellen. Die Schule gehört als Modellvorhaben zu drei Schulneubauten, die erstmalig in Berlin in Holzmodulbauweise erstellt werden.

Ebenfalls Anfang August 2019 ging auch das zweite Projekt, die Konrad-Wolf-Grundschule in Lichtenberg an den Start, ebenfalls pünktlich zum Beginn des neuen Grundschuljahres. Dank der innovativen Holzbauweise und der deutlich beschleunigten Verfahren konnten wir die Bauzeit gegenüber der Errichtung eines konventionellen Baus um die Hälfte reduzieren. Die Projekte zeigen dabei auf hervorragende Art und Weise, dass Schnelligkeit und Qualität nicht im Widerspruch zueinander stehen müssen. Holz präge das Raumklima und sei auch unter ökologischen Gesichtspunkten sinnvoll. “

Senat des Landes Berlin setzt auf den urbanen Holzbau

Durch den Einsatz des nachwachsenden Baustoffs Holz könnten relevante Klimagasentlastungen für das Land Berlin erschlossen werden, heißt es vonseiten des Senats. „So bindet der Einsatz von einem Kubikmeter Holz bei einer Baumaßnahme rund eine Tonne CO2 über die gesamte Nutzungsdauer des Holzproduktes. Wird eine Schule für 1.000 Schüler in Holzbauweise errichtet, werden bis zu 750 Kubikmeter Holz eingesetzt. Das entspricht einer Einsparung von 750 t CO2.“ CO2 neutrales Bauen mit Holz ist zur Erreichung der Klimaziele auf dem Vormarsch.

 

Gumpp & Maier setzt auf Lösungen aus Holz

Das oberschwäbische Holzbau-Unternehmen Gumpp & Maier aus Binswangen hat mit einer neuen Produktionslinie eine der modernsten Fertigungslinien Europas in Betrieb genommen, die den Werkstoff Holz zu einem High-End-Produkt veredeln. Die Nachfrage zum klimafreundlichen Bauen mit Holz setzt solche Investitionen voraus, um komplexe Gewerbebauten in Holzbauweise schnell, präzise, flexibel und in hoher Vorfertigung erstellen zu können.

Neben den technischen Vorzügen der neuen Fertigungslinie, besteht der größte Mehrwert darin, Elemente mit einem Gewicht von bis zu fünf Tonnen und einer Höhe von bis zu vier Metern produzieren zu können. Mit dieser Investition in die Zukunft hat sich Gumpp & Maier die Möglichkeit geschaffen, die Produktionskapazität in den nächsten Jahren zu verdoppeln.

Gumpp & Maier
Firmenzentrale des Holzbau-Unternehmens Gumpp & Maier im oberschwäbischen Binswangen. Foto Gumpp & Maier

Gumpp & Maier baut moderne Bürogebäude in klimafreundlicher Holzbauweise

Erfolgreiche Unternehmen investieren heutzutage in die Poduktion, den Vertrieb ihrer Produkte und in die Mitarbeiter. Funktionale sowie auch in der Architektur bemerkenswerte Firmen- und Bürogebäude stellen einen hohen Firmen- und Unternehmenswert dar. Sie repräsentieren das Unternehmen nach außen hin gegenüber Kunden und Mitarbeitern. Dabei spielt der Baustoff Holz mit seinem Wohlfühklima im Inneren des Gebäudes mittlerweile eine erhebliche Rolle.

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass Holz eine beruhigende und angenehme Wirkung beim Arbeiten in Innenräumen erzielt. Mitarbeiter, die sich den ganzen Tag über in Gebäuden mit dem Naturbaustoff Holz befinden, schätzen das Holz-Ambiente sehr. Die heutige Arbeitswelt im Zeitalter der Digitalisierung benötigt helle und transparente Räume zum Wohlfühlen.

Der Softwareentwickler Euregon AG beauftragte Lattke Architekten aus Augsburg mit der Planung des neues Firmen- und Bürogebäudes. Das ausführende Holzbauunternehmen Gumpp & Maier erstellte die tragende Struktur des Holzskelettbaus in BauBuche, einem Furnierschichtholz.

Bürogebäude bauen
Moderne Bürogebäude in Holzskelettbauweise bauen durch Gumpp & Maier. Foto Euregon AG

Der Außenbereich erfährt die gleiche gestalterische Aufmerksamkeit. Das Gebäude steht im Grünen. Bäume vermitteln den Eindruck eines lichten Waldes und spenden Schatten für den Parkplatz. Der Eingang auf der Südseite wird begleitet von einem bepflanzten Wasserbecken. Nach Norden öffnet sich der Wirtsbereich über eine Schiebetüre auf eine breite hölzerne Terrasse direkt in den angrenzenden Park. Der Schattenwurf des Überstandes macht sich deutlich bemerkbar, da eine direkte solare Einstrahlung im Sommer vermieden wird und auf technischen Sonnenschutz verzichtet werden kann.

 

 

Holz-Hochhäuser als Nachverdichtung in München

Holz-Hochhäuser als Markenzeichen der Holzhauptstadt München. Die Messestadt München soll auf spektakuläre Weise städtebaulich wachsen. Elf Holz-Hochhäuser in einer Reihe sind geplant. Die Höhe der einzelnen Gebäude variiert zwischen 45 und 60 Metern.

Zwischen Ausstellungshallen und dem südlich angrenzenden Wohngebiet, soll auf vorhandenen Freiflächen eine Reihe mit Hochhäusern in Holzbauweise entstehen. Vorgesehen sind erschwingliche Mietwohnungen, Räume für innovative Unternehmen oder für die Stadtverwaltung. Erstmals könnte auch eine Wohnungsbaugenossenschaft einen Turm übernehmen.

Holz-Hochhäuser als städtebauliches Markenzeichen

Stadtbaurätin Elisabeth Merk gegenüber der Süddeutschen Zeitung: „Wir stellen uns eine ganz besondere Mischung von fortschrittlicher Architektur, bei der Belegung der Komplexe und der Nutzung der Freiräume zwischen den Hochhäusern vor.“

Holz-Hochhäuser
11 Holz-Hochhäuser sollen zwischen den Ausstellungshallen der Messe im Norden und dem Wohngebiet im Süden entstehen. (Foto: Mahl Gebhard Konzepte mit Sauerbruch Hutton)

Noch ist das Vorhaben zwar nur eine Planungsidee. München kann in der Messestadt Riem durch die Nachverdichtung an der Willy-Brandt-Allee wachsen. Davon ist die Stadtbaurätin überzeugt. Voraussetzung für eine endgültige Beurteilung ist aber eine Machbarkeitsstudie. Sie soll aufzeigen, wie man die vorgeschlagene Bebauung für Holz-Hochhäuser auf der tieferliegenden U-Bahntrasse realisieren kann.

Das Konzept für das Band aus Holz-Hochhäuser stammt von der Münchner Landschaftsarchitektin und Stadtplanerin Andrea Gebhard, die die Entwicklung der Messestadt schon lange begleitet. „Jetzt müsse man die Chance nutzen, in der Mitte der Messestadt einen Beitrag zur Baukultur zu leisten“, sagt Andrea Gebhard.

Holz-Hochhäuser als innovative und experimentelle Wohntypologie

Neben bis zu 800 Mietwohnungen in Verbindung mit sozialen Einrichtungen und Kindertagesstätten, sollen auf dem Terrain in einer Kette „innovative und experimentelle Wohntypologien“ wie Holz-Hochhäuser, entstehen. Auch Verwaltungs- und Bürohäuser sind möglich. Das Berliner Architekturbüro Sauerbruch Hutton (Museum Brandhorst und ADAC-Zentrale in München) hat entsprechende Studien bereits in Konzepte für die Gebäude in Holzbauweise übertragen.

Holz-Hochhäuser
Aus der Willy-Brandt-Allee in der Messestadt Riem soll ein Boulevard mit elf Holz-Hochhäuser enstehen. Simulation: Mahl Gebhard Konzepte mit Sauerbruch Hutton

Bereits 2011 entstand das ehemals höchste Holz-Hochhaus Deutschlands in der „City of Wood“ in Bad Aibling. Mit dem Projekt loteten die Architekten, B&O und der Holzbauer Huber & Sohn die Möglichkeiten eines Bausystems aus Massivholz für den Geschosswohnungsbau aus. Dringend benötigter Wohnraum in Städten wird durch den mehrgeschossigen Wohnungsbau in Holzbauweise schnell und klimafreundlich geschaffen.

Serielles Bauen und industrielle Vorfertigung

Eine Studie der Wohnungswirtschaft Norddeutschland und Thüringen verdeutlicht die Marktchancen durch serielles Bauen im Wohnungsmarkt. Die stark gestiegene Nachfrage nach Wohnraum, insbesondere in vielen Großstadtregionen, macht eine deutliche Ausweitung des Wohnungsneubaus erforderlich.

Die aktuelle Intention des seriellen Bauens ist die zügige Errichtung von kosteneffizientem und qualitätsvollem Wohnraum. Es geht also auf keinen Fall darum, nur billigen, aber dadurch minderwertigen oder wenig nachhaltigen Wohnraum zu erschaffen.

Einen weiterer wesentlicher Aspekt durch serielles Bauen bilden die gleichbleibenden Ausführungsstandards und eine damit verbundene verbesserte Qualitätssicherung. Serielles Bauen ist grundsätzlich gekennzeichnet durch Standardisierung, Wiederholung und Mengeneffekte und kann sich auf verschiedene Phasen bzw. Bereiche des Bauens beziehen, z. B.:

  • Planungsprozesse
  • einzelne Bauphasen und -prozesse
  • Einzelelemente und Bauteile
  • das „Produkt“ Wohnung bzw. das Wohngebäude insgesamt

In der Praxis sind diese unterschiedlichen Bereiche nicht strikt voneinander trennbar, sondern oft miteinander verknüpft und untereinander kombinierbar.

Serielles Bauen durch Modulbauweise und Raumsystembauweise

Module sind seriell und industriell vorgefertigte Bauteile, die vor Ort oder bereits im Herstellerwerk zu dreidimensionalen Raumeinheiten zusammengefügt werden. Raummodule wurden bisher in Beton oder Holzhybridbauweise errichtet, sie sind selbsttragend und waren bisher vornehmlich im Bereich von Bädern und Garagen eingesetzt.

In jüngerer Zeit wir jedoch die Modulbauweise aber auch zum Bau ganzer Gebäude eingesetzt. Diese Bauweise basiert auf einem bestimmten Raster und der Stapelung bzw. Reihung von Modulen. Die Abgrenzung zwischen Modul und Element ist zum Teil etwas schwierig, die Grenzen sind fließend.

Serielles Bauen
Serielles Bauen im Holzbau schafft schnellen und günstigen Wohnraum für verschiedene Wohnbau-Konzepte, Foto: Kaufmann Bausysteme

Sehr erfolgreich in Segment der Holzmodulbauweise bzw. Raumzellenfertigung ist das Vorarlberger Holzbauunternehmen Kaufmann Bausysteme aus Reuthe unterwegs. Zahlreiche Bauten wie zum Beispiel das mit einem Architekturpreis versehene Studentenwohnheim aus Holz „Woodie“ in Hamburg. Aber auch Hotels und soziale Wohnbauprojekte werden durch die maktführende Holzbaufirma aus dem Bregenzerwald durch serielles Bauen realisiert.

Serielles bauen durch Vorverlagerung der Produktion

Im Gegenteil zum konventionellen Bauen erfolgt die Fertigung bestimmter Elemente vorab in einer lokalen Produktionsstätte. Diese Vorgehensweise stützt sich stark auf computergestützte Verfahren und den Einsatz neuer Herstellungstechniken, Maschinen und Werkstoffe. Hierzu müssen die Erstellungsprozesse und Details, wie Transport, Konstruktion, Schnittstellen und Entwurf, bereits vorab festgelegt werden und die Planungen vor Baubeginn abgeschlossen sein.

Die Elemente werden witterungsunabhängig und mit einer gleichbleibenden Qualität sowie erhöhten Präzision hergestellt, ganz nach dem „Just-in-time – Prinzip. Die Bauteile sind auf der Baustelle verfügbar und können nach einem genau festgelegten System montiert werden. Hierdurch werden die Abläufe auf der Baustelle optimiert und es entfallen Lagerhaltungskosten. Durch den Transport sind Einzelteile aber auf ein bestimmtes Größenmaß begrenzt. Die wirtschaftlichen Einsparpotenziale des seriellen Bauens im Hinblick auf Kosten –und Zeitersparnis sowie eine Verbesserung der Qualität sind garantiert aufgrund standardisierter Bauweisen.

Städte- und Wohnungsbau muss ökologischer werden

Die „Expertemkommission Nachhaltiges Bauen“ (KNBau) beim Umweltbundesamt (UBA) legte Empfehlungen für klimaschonendes Bauen und zukunftssicheren Städte- und Wohnungsbaubau vor. Die KNBAau appeliert in einem neuen Papier an Bund, Länder und Kommunen, stärkere ökologische Standards im Rahmen der Wohnraumoffensive festzuschreiben. „Jetzt bietet sich die einmalige Chance, klimaschonendes Bauen und zukunftssicheren Städtebau in der Breite zu verankern sowie über angepasste KfW-Förderprogramme die im Gebäudesektor versäumten Maßnahmen zum Klimaschutz nachzuholen“, sagt Dr. Burkhard Schulze Darup, stellvertretender Vorsitzender der KNBau. Die KNBau ist ein Gremium externer Fachleute aus Wissenschaft, Verwaltung und Praxis, das das UBA berät. Sie ist unabhängig und unterliegt keiner Weisung durch das UBA.

Klimaneutrale Quartiere bauen ist ein Zukunftstrend im Städte- und Wohnungsbau

„Mit öffentlichen Geldern gefördertes Bauen muss – auch wenn es in manchen Ballungsräumen augenscheinlich großer Eile bedarf – im Einklang mit unseren internationalen Klimaschutz-Vereinbarungen sein. Nur klimaschonende Gebäude mit hoher gestalterischer und Aufenthalts-Qualität garantieren auf Dauer attraktiven Wohnraum. Erfahrene Planerinnen und Planer realisieren hochwertige Effizienzstandards mit Passivhaus-Technologie für nur 50 bis 100 Euro Mehrinvestition pro m² Wohnfläche“, so Schulze Darup.

Städte- und Wohnungsbau
Der Städte- und Wohnungsbau benötigt eine ökologische Wohnraumoffensive. Bild © Pakula & Fischer Architekten

Städte- und Wohnungsbau benötigt lebenswerte ökologische Wohnquartiere

„Die Stadtplanung hat für langfristig attraktiven und zukunftssicheren Wohnraum ebenfalls eine hohe Bedeutung – das lehren uns die heute noch spürbaren Fehler des Städte- und Wohnungsbaus der Nachkriegszeit, mit ihrem Fokus auf großflächige, reine Wohnsiedlungen immer geringerer Dichte und der Dominanz des Autoverkehrs“, so Dr. habil. Matthias Lerm, Mitglied der KNBau und Stadtarchitekt der Stadt Jena.

Die Empfehlungen der KNBau legen in insgesamt acht Punkten dar, was für die Steigerung und den langfristigen Erhalt der Attraktivität von Wohnraum in Städten beachtet werden sollte. Wichtig sei vor allem, noch stärker als bisher zu einer qualitätsorientierten Entwicklung bestehender Gebäude, Wohnquartiere und Stadtteile zu kommen, z.B. über eine Besteuerung von Leerständen und Zweitwohnungen. Auf diese Weise ließe sich ebenfalls attraktiver Wohnraum schaffen – und zugleich die für lebenswerte Städte notwendige, qualitätsvolle Dichte erhalten.

Kompakte, gemischtgenutzte Stadtquartiere sollten zum Standard werden – sie bieten eine höhere Wohnqualität und sind zudem deutlich günstiger zu Fuß, per Fahrrad oder durch den öffentlichen Nahverkehr erschließbar als großflächig zersiedelte Gebiete. Durch solche Maßnahmen könne es auch gelingen, die Attraktivität schrumpfender Städte zu erhalten und dadurch den Teufelskreis der stetigen Abwanderung vor allem jüngerer Menschen in die Ballungsräume zu beenden – eine wirksame Maßnahme, um dort eine weitere Zuspitzung der Wohnungsnot zu verhindern.

Sigurd Maier, CEO des Ratgeber-Portales Holzbauwelt.de meint dazu: Bei der Umsetzung der Wohnraumoffensive kann der mehrgeschossige Wohnungsbau in Holzbauweise wirksam helfen. Einmal  durch die vorteilhafte hohe Vorfertigung durch den CO2-neutralen Baustoff Holz und zum anderen gerade auch zum Erreichen der Klimaziele.“

„Im Mehrgeschossigen Wohnungsbau in der Gebäudeklasse 4 und 5 bewährt sich sowohl das modulare Bauen mit der Holzmodulbauweise wie auch die Holzhybridbauweise im Verbund von Beton, Stahl und Holz.“

 

Holz-Beton-Hybridbau im Domagkpark München

Dringend benötigter Wohnraum mit Holz-Beton-Hybridbau geschaffen. Im Auftrag der B&O-Gruppe und geplant vom Architekturbüro Fink+ Jocher wurden im Juni 2018 die Holzbauarbeiten der fünfgeschossigen Werksmietwohnungen mit Staffelgeschoss im Energiestandard KfW 40plus am Domagkpark in München fertiggestellt.

Der Domagkpark in München befindet sich auf dem ehemaligen Gelände der Funkkaserne im Stadtteil Schwabing. Mit dem Beschluss der Landeshauptstadt München, das Gelände mit dringend benötigten Wohnungen und Gewerbeeinheiten zu bebauen, veränderte sich das Areal vom ehemaligen Künstleratelierraum zum begehrten Wohnraum. Erstmals in München zeichnete sich ein Konsortium bestehend aus Baugenosschenschaften, Baugemeinschaften sowie städtischen und privaten Wohnungsbaugesellschaften dafür verantwortlich, schon mit Beginn der ersten Planungsphasen, ein lebendiges Wohnumfeld zu entwickeln.

Das erstellte Holz-Hybrid-Gebäude befindet sich an einer städtebaulich prägnanten Stelle. Es bildet die westliche Kante der Sockelbebauung südlich des Parks und grenzt im Westen an die öffentliche Wegeverbindung in den Domagkpark und der angrenzenden Grundschule.

Holz-Beton-Hybridbau – hohe Vorfertigung, mehrgeschossig, umweltfreundlich

Das Bauvorhaben ist als Beton-Holz-Hybridkonstruktion ausgeführt. Das Gebäude hat durch seine Holzfassade und das kompositorische Element der geschossweise umlaufenden und auskragenden Gesimse und einem großen Dachüberstand eine sehr eigenständige Anmutung.

Holz-Beton-Hybridbau
Holz-Beton-Hybridbau im Domagkpark München durch Huber & Sohn, Bachmehring, erstellt

Auf 4080 m² Bruttogeschossfläche befinden sich 19 Wohneinheiten, hiervon sind 2 Wohneinheiten als Wohngemeinschaft (WG) mit 5 bzw. 6 Einzelzimmern ausgebildet. Jeder dieser Einzelzimmer hat ein eigenes Bad sowie eine Kochnische. Die WG ist zusätzlich mit zwei Loggien, einer Gemeinschaftsküche und einem Lounge-Bereich ausgestattet. Im Erdgeschoss befindet sich ein Gemeinschaftsraum für die Bewohner.

Das besondere an diesem Holz-Beton-Hybridbau ist die eingeschobene Holzbauaußenfassade. In das zuerst gefertigte Betonskelett, bestehend aus tragenden Stützen, Innenwänden und Decken, wurden bei der Montage die vorgefertigten Außenwandelemente in Holzrahmenbauweise geschossweise auf der Stahlbetondecke eingestellt. Die offene Deckenstirn der Betontische wurden mit den unverwechselbaren Markenzeichen des Gebäudes, den Vouten verkleidet. Diese charakteristischen Elemente wurden mit einer Einblasdämmung A1 Wärmeleitgruppe 038 voll ausgefüllt. Dies dient sowohl dem Brandschutz als auch dem Schutz der Fassade vor Witterungseinflüssen.

Holz-Beton-Hybridbau mit beeindruckenden Vouten

Bei der Außenverkleidung der Wände und Vouten wurde sehr viel Wert auf ein geordnetes Fugen- und Befestigungsbild geachtet. Ein Großteil der Holzbauelemente, wie die Außenfassade und die Vouten, konnten mit einem hohen Vorfertigungsgrad im Werk hergestellt werden. Dennoch mussten auch einige Elemente auf Grund der geometrischen Verhältnisse auf der Baustelle angepasst werden. Decken, überdachte Betonvorsatzelemente sowie Durchdringungen für die Entwässerung des Gebäudes wurden in bekannter Zimmermannstradition auf der Baustelle hergestellt und montiert.

Holz-Hybrid-Konstruktion
Holz-Hybrid-Konstruktion mit Vouten im Münchner Domagkpark, Holzbau: Huber & Sohn, Bachmehring

Projektdaten Holz-Beton-Hybridbau, Domagkpark, München

Bauherr: B&O Service und Messtechnik AG, Bad Aibling

Bauprojekt Standort: München, Gertrud-Grunow-Straße 58

Architektur: Fink + Jocher Gesellschaft von Architekten und Stadtplanern mbH, München

Holzbau, Fenster und Fassade: Huber & Sohn GmbH & Co. KG, Bachmehring

Bauweise: Holz-Beton-Hybridbau mit tragender Stahlbetonskelettstruktur und eingestellten Wänden in Holzrahmenbauweise

Gesamt-Bauzeit: 2017 bis Oktober 2018

Bauzeit Holzfassade inkl. Montage Vouten: 10 Wochen

Holzbau-Förderung in München mit CO2-Bonus

Mit gezielter Förderung möchte die Landeshauptstadt München den modernen Holzbau etablieren und neue Maßstäbe in puncto Klimaschutz und nachhaltige Stadtentwicklung setzen. Im südlichen Bereich des Prinz-Eugen-Parks entsteht eine Ökologische Mustersiedlung in Holzbauweise. Unterschiedliche Gebäudetypen bis hin zu siebengeschossigen Häusern werden dort errichtet.

Mit etwa 570 Wohnungen entsteht die größte zusammenhängende Holzbausiedlung Deutschlands. Die Stadt hat dafür ein eigenes Förderprogramm ins Leben gerufen. 2019 soll die Mustersiedlung fertig sein, das erste Projekt voraussichtlich Anfang 2019.

Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung hat für die erfolgreiche Umsetzung der Holzbauweise drei wichtige Schwerpunkte festgelegt:

Holzbau definieren: „Was ist ein Holzbau?“

Für die Definition der Holzbauweise hat die Stadt München als Kooperationspartnerin an einem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Forschungsprojekt der TU München (TUM) und der Ruhr Universität Bochum (RUB) mitgewirkt. Nach dem Forschungsprojekt ist ein geeigneter und gut messbarer Parameter zur Bewertung von Holzbauten die Menge Holz, die im Gebäude verbaut ist (zum Beispiel für Wände, Decken, Außenwände, Dach, und anderes). Holz wird hierfür als „nachwachsender Rohstoff“ bezeichnet (Abkürzung: „nawaros“). Als Einheit für die Bewertung dient die Masse (in Kilogramm) an nachwachsenden Rohstoffen („nawaros“) je Quadratmeter Wohnfläche (kg nawaros / m² WF).

CO2-Bonus Holzbau
Holzbau-Förderung im Prinz-Eugen-Park in München mit CO2-Bonus, Foto: Rapp Architekten

Förderung der Holzbauweise

Die Ökologische Mustersiedlung ist mit ihren Zielen und in der geplanten Größe ein bislang europaweit einmaliges Pilotprojekt für nachhaltiges Bauen. Um die Realisierung zu ermöglichen, hat der Münchner Stadtrat beschlossen, speziell für die Ökologische Mustersiedlung ein Zuschussprogramm einzurichten. Das Programm bietet den Akteuren einen Zuschuss für die Finanzierung der höheren Erstinvestition und der Mehraufwendungen, die im Holzbau entstehen. Das Zuschussprogramm fördert die im Gebäude verbaute Masse Holz (in Kilogramm). Nach den Förderrichtlinien wird die Holzbauweise bei kleinen Gebäuden mit ein bis drei Geschossen mit bis zu 0,70 Euro pro Kilogramm nachwachsende Rohstoffe und beim Geschosswohnungsbau mit bis zu 2,00 Euro pro Kilogramm nachwachsende Rohstoffe bezuschusst. Der Münchner Stadtrat hat für das Zuschussprogramm Haushaltsmittel in Höhe von bis zu 13,6 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Qualitätssicherung Holzbauweise

Die Umsetzung des Holzbaus stellt für die Akteure eine große technische Herausforderung dar. Die Qualitätssicherung der Holzbauweise wird über ein Beratungskonzept abgesichert. Die Bauherren haben sich zu einem integrierten Planungsansatz mit allen an der Planung und Umsetzung des Vorhabens beteiligten Fachleuten und Firmen verpflichtet. Erst dann kommen die wesentlichen Vorteile der Holzbauweise wie eine verkürzte Bauzeit, Kostensicherheit und die gewünschte Ausführungsqualität zur Geltung. Zudem müssen die verwendeten Holzbaustoffe aus nachhaltiger Bewirtschaftung oder aus der Region stammen. Das speziell eingerichtete Ratgeber-Gremium mit vier anerkannten Expertinnen und Experten berät alle Projekte der Planungsphase zu Brandschutz, Tragwerk und Schallschutz im mehrgeschossigen Holzbau.

Serielles Bauen in Holzmodulbauweise macht Schule

Mit dem richtigen Systembaukonzept punktet die Holzmodulbauweise. Dadurch ist serielles Bauen erst möglich. Kaufmann Bausysteme aus dem Bregenzer Wald beherrscht diese Vorarlberger Holzbaukunst. Neuestes Projekt des Spezialisiten für Raummodule ist ein Schulbau in Berlin.

Nach der Realisierung der Europäischen Schule in Frankfurt und des Studentenwohnheims Woodie in Hamburg folgt ein weiteres anspruchsvolles Projekt in serieller Holzmodulbauweise. Im Berliner Osten entsteht bis August 2019 die neue Integrierte Sekundarschule Mahlsdorf, Berlins erste Modul-Schule aus Holz.

Schul-Campus in Berlin mit Holzmodulbauweise

Der 23 Mio. € umfassende Auftrag in Holzmodulbauweise für Kaufmann Bausysteme beinhaltet nahezu 300 Module für den Schulneubau in Berlin-Mahlsdorf. Zum Schul-Campus gehört auch eine neue Sporthalle, die vom Vorarlberger Bauunternehmen allerdings in klassischer Holzbauweise ausgeführt wird.

 

Holzmodulbauweise
Neubau einer Schule in Berlin-Mahlsdorf in Holzmodulbauweise, Foto: nkbak Architekten

Auf ca. 22.200 qm Baugrundfläche entsteht ein Unterrichtsgebäude, das auf drei Stockwerke verteilt ist. Ein Klassenraum (67 m²) besteht aus drei Modulen. Die langen Heizkörper hängen über den Köpfen der Schüler. Die Deckenplatten daneben sind aus Holzwolle sollen Lärm schlucken. Je Raum gibt es sechs bodentiefe Fenster, die sich zum Durchlüften öffnen lassen.

Außen verkleidet wird die Schule mit Aluminium, oben drauf wird begrünt. „Es gibt kein Brandschutzproblem“, räumt Architektin Nicole Berganski (47) vom Frankfurter Architekturbüro nkbak Architekten ein Vorurteil gegen Holzbauten ab. „Selbst verkohlte Balken verlieren nicht ihre Tragfähigkeit – Stahl schmilzt.“ Die Wände sind aus Fichte, die Träger sind Buche aus Thüringen.

Schnelle Vorfertigung sorgt für kurze Bauzeit der Schule in Holzmodulbauweise

Bei derartigen Projekten punktet die Holzsystembauweise mit Geschwindigkeit durch den hohen Vorfertigungsgrad und die Planungssicherheit. Die Produktionszeit für die knapp 300 Module werden ca. 15 Wochen betragen, durch die serielle und doch handwerkliche Fertigungstechnik. Die Modulfertigung ist bis August 2019 terminiert.

Auf einer neuen Produktionsstraße von Kaufmann Bausysteme am Produktionsstandort im österreichischen Kalwang werden die Module fix und fertig in Holzmodulbauweise entstehen. Ökologisches Bauen mit Holz sorgt für ein angenehmes Raumklima, das die 550 Schüler in ihrer neuen Schule dann in lernfreundlicher Umgebung zu schätzen wissen.

Hohe Vorfertigung und Standardisierung punkten

Eine hohe Vorfertigung und Standardisierung im Holzbau bieten Wettbewerbsvorteile im Neubau wie auch in der Nachverdichtung. Auf der „Bau 2019“ in München gab es nicht nur die berühmte Halle B5 für alle Holzbauinteressierten, sondern auch höchst interessante Vorträge von ausgewählten Referenten und Praktikern aus der Fertighaus- und Holzbaubranche.

Wer Prof. Dr. Stefan Winter – Ordinarius für Holzbau und Baukonstruktion an der TU München – kennt, weiß, dass er gerne Themen zuspitzt und diese auch unverblümt der Zuhörerschaft widmet. So auch bei der Messe-Veranstaltung: Holzfertigbau: Haustypologien / Mehrgeschossbau in Kooperation mit dem Bundesverband Deutscher Fertigbau e.V. (BdF) bei seinem Vortragsthema: „Bauen mit Weitblick – Industrialisierter sozialer Wohnungsbau“.

Vorfertigung und Standardisierung im Holzbau mit hoher Effizienz

Vorfertigung und Standardisierung sind Schlagworte, die im Bauwesen einen hohen Grad an Effizienz garantieren. „Verschiedene Holzbauunternehmen haben eigene Holzbausysteme entwickelt“, so Stefan Winter, „das macht’s für die Planer nicht einfacher“. Um dann fortzufahren: „Wir brauchen eine Art „Open-Source-Lösung“ für den Holzbau. Und wer soll es dann organisieren: Die Architekten!“ Holz als Kohlestoffspeicher und der Holzbau mit seiner CO2-Senke bieten hervorragende Möglichkeiten.

Einen weiteren Appell richtet Stefan Winter an die Holzbauer, wenn er sagt: „Im Schulterschluß mit den mineralischen Baustoffen können wir die benötigten Wohnungsmengen bauen und liefern.“ Eine klare Ansage für die Holzhybridbauweise. Referenzprojekte aus den Bereichen Hotelbau Wohnbau und öffentliche Einrichtungen wie Schulen und Kindergarten belegen diese Sichtweise mehr als deutlich. Gewerbebau und Wohnungsbau in moderner Holzbauweise hat daher noch viel Potential.

Und als wäre das noch nicht genug, setzte Stefan Winter noch einen drauf: „Wir übernehmen die Bauordnung Baden-Württemberg, das wäre derzeit die beste Lösung (für den Holzbau).“

Hohe Vorfertigung
Eine hohe Vorfertigung im Holzbau ermöglicht serielles Bauen in der Holzmodulbauweise

 

Weitere Referenten der gelungenen Veranstaltung waren Johannes Schwörer, Geschäftsführer SchwörerHaus KG mit seinem Vortrag „Hybridbauweise – die effektive Kombination von Holz und Beton.“ Er merkte sehr treffend an, dass 350 Mehrfamilienhäuser im Jahr in Deutschland mit Holz gebaut werden, während 20.000 mehrgeschossige Bauten mit anderen Baustoffen gebaut werden. Er wies auf die Holzbau-Offensive in Baden-Württemberg hin, bei der mehr innovative Holzbauten umgesetzt werden sollen und die Lebenszyklusbetrachtung eine Rolle spielen wird. Zudem setzt sich Johannes Schwörer für die Förderung klimafreundlicher Baustoffe ein.

Michael Regnauer, Geschäftsführer von Regnauer Fertigbau widmete sich dem Vortragsthema: „Moderne Holzständerbauweise in der Praxis – die nachhaltige Alternative“. Er geht davon aus, dass die Themen Umwelt und Gesundheit beim Bauen weiter zunehmen werden. Für ihn ist ebenfalls klar, dass industrielles Bauen mit hoher Vorfertigung und BIM einhergehen muss.

Peter Büdenbender, Leiter Vertrieb Objektbau von Weber Haus führte in seinem Vortrag „Nutzen für Investoren – Planungssicherheit und Wirtschaftlichkeit“ aus, dass mehrgeschossige Wohnhäuser in Holzbauweise ein sichtbarer Trend sind. Die hohe Vorfertigung im Holzbau bietet leistet eine um 6 Monate kürzere Bauzeit als mit vergleichbaren Baustoffen. Ein entsprechendes Bauprojekt erbringt damit in 10 Jahren eine interessante Rendite für private und gewerbliche Investoren.

Christoph Schmidt, Mitglied der Geschäftsleitung von Huf-Haus entführte die Zuhörer bei seinem Thema „Smarte Architektur“ in eine neue Welt des Bauens. Er führte die Vortragsteilnehmer in die Welt der lernenden Häuser und der künstlichen Intelligenz ein. „Die Datenhoheit liegt beim Verbraucher, also beim Bauherren“, so Christoph Schmidt, was er als vorhersehbaren Service, als Dienstleistung im Haus ansieht.

purelivin – Raummodule in Massivholzbauweise

Purelivin als Reaktion auf die Veränderungen und Herausforderungen im modernen Wohnbau. Die ZIMA Unternehmensgruppe hat gemeinsam mit dem holzbauerfahrenen Know-How-Partner Kaufmann Bausysteme einen revolutionären Ansatz für die Zukunft des mehrgeschossigen Bauens entwickelt. Die Innovation: Ein modulares Holzmassivbau-Konzept reduziert die Bauzeit und schafft ressourcenschonend hochwertigen, leistbaren Wohnraum.

Die ZIMA Unternehmensgruppe hat in über 45 Jahren über 7.000 Neubauwohnungen gebaut und Betriebsansiedelungen für über 6.000 Arbeitsplätze geschaffen. ZIMA ist spezialisiert auf die Entwicklung von Immobilien- und Wohnprojekten sowie einer der größten privaten Bauträger im deutschsprachigen Alpenraum. Kaufmann Bausysteme gilt als Pionier bei der Entwicklung und Produktion voll ausgebauter Wohnmodule in Massivholz.

Bis dato wurden bereits zahlreiche Projekte realisiert und insgesamt rund 2.500 Module verbaut. Gemeinsam verfügt man über 8 Standorte im DACH-Raum, rund 200 Mitarbeiter und ein Umsatzvolumen von 215 Mio. Euro. „Wir haben in den letzten Jahren viel über die Zukunft des Wohnens und Bauens nachgedacht“, so Mag. Alexander Nußbaumer, CEO und Inhaber der ZIMA Unternehmensgruppe. „Dabei sind wir zum Ergebnis gekommen, dass wir revolutionär anders denken und agieren müssen. Und zwar nicht nur aus betriebswirtschaftlicher Sicht, sondern auch aus ökologischen und gesellschaftlichen Gesichtspunkten“, so Nußbaumer weiter.

Mit dem Holzbaupionier Kaufmann Bausysteme wurde viel Entwicklungsarbeit in die Industrialisierung des Wohnbaus investiert mit dem erklärten Ziel, die Entwicklung, Produktion und Errichtung von modularen mehrgeschossigen Wohnbauten zu realisieren. So war es nur ein logischer Schritt, dass die beiden Unternehmen unter dem Namen purelivin eine gemeinsame Gesellschaft gegründet haben, um wechselseitiges Know-How und Synergien noch besser zu bündeln.

purelivin
purelivin – Serielles Bauen durch Raummodule in Holzmassivbauweise

Revolutionäres Konzept purelivin für serielles Bauen

Purelivin ist ein revolutionär neuer Ansatz für Bauen und Wohnen. Seriell vorgefertigte, komplette Raummodule werden mit der Holzmassivbauweise nach dem Prinzip „plug & play” zu multifunktionalen, flexiblen Wohneinheiten kombiniert. Das Ergebnis sind Räume, die nicht nur ein modernes und besonderes Ambiente garantieren, sondern auch ganz entscheidende Vorteile in Sachen Gesundheit, Raumklima und Werthaltigkeit haben“, erklärt Christian Kaufmann, Geschäftsführer von Kaufmann Bausysteme das Neue an purelivin. Die so entstehenden Gebäude sind zu 95 % natürlich, die Bauzeit vor Ort beträgt lediglich ein Drittel, der Betonanteil wurde auf 10 % reduziert und das gesamte Gebäude kann zu 100 % rückgebaut und recyclet werden. Zudem hat Holz als Baustoff belegbare gesundheitsfördernde Eigenschaften, reguliert das Raumklima, ist haptisch und optisch angenehm. „Kurzum: purelivin steht für natürliches, klimapositives Bauen“, so Kaufmann.

Über purelivin – ZIMA Bauträger und Projektentwickler

purelivin entstand aus der Bündelung der Kräfte zweier sehr erfolgreicher Unternehmen. Kaufmann Bausysteme aus Reuthe (Österreich) hat bereits mehr als 2.500 Module verbaut. Der Bauträger und Projektentwickler ZIMA aus Dornbirn (Österreich) konnte bislang über 7.000 Wohnungen errichten. Gemeinsam greifen die beiden Unternehmen auf 115 Jahre Erfahrung, das Wissen von über 200 Mitarbeitenden sowie ein weit verzweigtes Netzwerk an Fachleuten aus verschiedenen Disziplinen zurück. Vielfältige Anwendungsformen: Wohnbau, Gesundheits- und Sozialzentren, Studentenheime, Wohnen auf Zeit, Urbane Verdichtung – City Above the City, Nachverdichtung.

Serielles bauen mit Holz schafft Vorteile

Die Vorfertigung im Holzbau punktet in Richtung Präzision, Geschwindigkeit und vor allem Qualität. Serielles Bauen mit vorgefertigten Raummodulen schafft kürzere Bauzeiten in witterungsgeschützter Umgebung (Produktionshalle). Und nicht zuletzt: Bessere Arbeitsbedingungen, die sich dauerhaft auszahlen.

ZIMA ist ein Projektentwickler und Bauträger aus Dornbirn, Vorarlberg. Gemeinsam mit dem innovativen Holzbauunternehmen Kaufmann Bausysteme aus Reuthe wurden intensive Entwicklungsarbeit geleistet. Erklärtes Ziel der Arbeitsgemeinschaft: die Planung, Produktion und Errichtung von modularen mehrgeschossigen Wohnbauten. Der folgende logische Schritt war, dass die beiden Unternehmen unter dem Namen „purelivin“ eine gemeinsame Gesellschaft gegründet haben, um wechselseitiges Know-How und Synergien noch besser zu bündeln.

„Purelivin“ steht für serielles Bauen mit Holz im Wohnungsbau

purelivin ist ein revolutionär neuer Ansatz für Bauen und Wohnen. Serielles Bauen mit vorgefertigten, kompletten Raummodulen werden mit der Holzmassivbauweise nach dem Prinzip „plug & play” zu multifunktionalen, flexiblen Wohneinheiten kombiniert. Das Ergebnis sind Räume, die nicht nur ein modernes und besonderes Ambiente garantieren, sondern auch ganz entscheidende Vorteile in Sachen Gesundheit, Raumklima und Werthaltigkeit haben“, erklärt Christian Kaufmann, Geschäftsführer von Kaufmann Bausysteme das Neue an purelivin.

 

Serielles Bauen
Vorgefertigte Holzmodule für das serielle Bauen mehrgeschossiger Holzbauten.

Die so entstehenden Gebäude sind zu 95 % natürlich, die Bauzeit vor Ort beträgt lediglich ein Drittel, der Betonanteil wurde auf 10 % reduziert und das gesamte Gebäude kann zu 100 % rückgebaut und recyclet werden. Zudem hat Holz als Baustoff belegbare gesundheitsfördernde Eigenschaften, reguliert das Raumklima, ist haptisch und optisch angenehm. „Kurzum: purelivin steht für natürliches, klimapositives Bauen“, so Kaufmann.

Vorfertigung von Raummodulen in neuer Produktionshalle für serielles Bauen

Ende August 2018 feierte das Unternehmen in Kalwang, Steiermark, das Richtfest für die neue, 8.000 qm große Produktionshalle, die mit Jahreswechsel den Betrieb aufnehmen wird. Damit wird die Kapazität für serielles Bauen und Vorfertigung der Holzmodule verdoppelt. Parallel werden die bereits entwickelten Gebäudetypen weiter verfeinert und die Variantenvielfalt ausgebaut.

Die Verkaufsinfrastruktur ist über die ZIMA Gruppe bereits gegeben und Gespräche mit ersten Auftraggebern stehen kurz vor dem Abschluss. „Wir sind startklar“, so Alexander Nußbaumer. „Mit purelivin schaffen wir hochwertigen, leistbaren Wohnraum. Die nachhaltige massive Bauweise in Holz schont Ressourcen, wirkt klimapositiv und schafft für Bauherren zahlreiche attraktive Möglichkeiten. Mit Kaufmann Bausysteme haben wir für unsere Vision, das Bauen der Zukunft nachhaltig zu verändern, einen perfekten Partner gefunden,“ ergänzt Nußbaumer abschließend.

181 Wohneinheiten durch 5-geschossigen Holzhybridbau

Im südlichen Bereich des Prinz-Eugen-Parks entsteht eine Ökologische Mustersiedlung in Holzbauweise. Damit möchte die Landeshauptstadt München den modernen Holzbau etablieren und neue Maßstäbe in puncto Klimaschutz und nachhaltige Stadtentwicklung setzen. Unterschiedliche Gebäudetypen bis hin zu siebengeschossigen Häusern werden dort errichtet. Alle Projekte befinden sich mittlerweile im Bau.

Im Wohnungsbau zeichnet sich derzeit ein Trend ab, die Wohnfläche flexibel zu gestalten. Oder die Teilbarkeit, einzelne Räume abzutrennen, zu ergänzen und unabhängig zu erschließen. Ebenso die Vorbereitung für das Wohnen in allen Lebensphasen, im Besonderen das altersgerechte Wohnen zu aktivieren.

Holzhybridbau (Holz/Beton) überzeugt im Geschosswohnungsbau

Zwei Argumente stützen diese Entwicklung: Zum einen die ökonomische Anforderung mit Wohnfläche äußerst sparsam umzugehen und der dauernden Fortentwicklung der Wohnflächen effektiv entgegenzuwirken. Zum anderen die demografische Entwicklung der Vereinzelung und die zunehmende Vereinsamung, unabhängig vom Lebensalter, entgegenzutreten. Im Holzhybridbau – Wohngebäude werden größtmögliche Energieeffektivität mit maximaler Raumflexibilität verwirklicht. Die positiven Eigenschaften beider Baustoffe (Holz/Beton) wie Wärmedämmung / Schallschutz / Sicherheit werden in der Verbundkonstruktion im Geschosswohnungsbau optimiert. Passend zum Holzhybridbau wird die Fassade mit einer differenziert gestalteten Holzschalung (massive, dauerhafte Holzqualität) ausgeführt.

Das Raumprogramm umfasst 181 geförderte Wohneinheiten für 1-8 Personen, davon 5 rollstuhlgerechte Wohnungen nach Din 18040-2. Alle Wohnungen sind nach DIN 18040-2 barrierefrei. Der Regelgrundriss folgt einem wiederkehrenden, flexiblen Prinzip: Der Grundriss ist in Gebäudelängsrichtung in ein Raster von 3,50m aufgeteilt. Diesem folgt das Tragwerk und die Fassade, ebenso wie der Grundriss.

Holzhybridbau
181 Wohneinheiten entstehen durch 5-geschossigen Holzhybridbau im Prinz-Eugen-Park in München / Bild © Pakula & Fischer Architekten

Konstruktion Holzhybridbau – wirtschaftliche Bauweise

Das Konstruktionsprinzip ist darauf ausgelegt, die hohe Grundrissflexibilität aus dem Entwurfskonzept mit einer möglichst wirtschaftlichen Bauweise zu vereinbaren. Es wird eine Holz-Hybrid-Bauweise vorgeschlagen. Dabei sind alle tragenden Elemente aus Stahlbeton, die Gebäudehülle hingegen in Holzbauweise ausgeführt.

Fassade

Die baurechtlich erforderlichen Brandriegel werden in Brüstungshöhe angebracht und zu einem gestaltprägenden Merkmal erhoben. Die opaken Anteile haben horizontal wie vertikal die gleiche Stärke – das gibt dem Gebäude eine ruhige, elegante Ausstrahlung. Das Prinzip der Öffnungen folgt dem Gedanken des modularen Grundrisses. Alle Fenster bzw. Loggien sind gleich. Die Fenstergröße ist so gewählt, dass die Aspekte Tageslicht, Sicherheit und Wärmeschutz optimal ausgewogen sind.

Die Fassade wird in den Regelbereichen (ausgenommen Ecken und Staffelgeschoss) aus nur 4 unterschiedlichen Modulen gefertigt und vor Ort zusammengefügt. Abweichungen aus Schallschutzgründen auf Seite der Cosimastraße haben keinen Einfluss auf den Holzbau: die Elemente A‘, B‘, C‘ weisen lediglich andere Fensterfüllungen auf.

Holzhybridbau
Holzfassadenelemente für 5-geschossigen Holzhybridbau durch Holzbaufirma Huber & Sohn, Bachmehring / Bild © Pakula & Fischer Architekten

Generalübernehmer:

B&O Wohnungswirtschaft GmbH, Dietrich-Bonhoeffer-Str. 14, 83043 Bad Aibling

Architekt (LP 1-4):

Pakula & Fischer Architekten GmbH, Silberburgstraße 51, 70176 Stuttgart

Ausführendes Holzbau-Unternehmen:

Huber & Sohn GmbH & Co. KG, Wasserburger Str. 4, 83549 Bachmehring

Beauftragte Leistung: Fassadenelemente in Holzrahmenbauweise, Gebäudeklasse 5 (GK 5) und Kunststoff-Fenster von Huber & Sohn GmbH & Co. KG

Lage des Bauprojektes: Prinz-Eugen-Park 2, München-Bogenhausen

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