Deutschlands höchstes Holzhochhaus WoHo

Mit knapp 100 Metern wird es das höchste Holzhochhaus in Deutschland sein, das Woho in Berlin. Mittlerweile ist der nachwachsende Baustoff Holz im internationalen Städtebau angekommen. In Berlins hippen Stadtteil Kreuzberg entwickelt die UBM Development Deutschland GmbH als traditionsreicher deutscher Immobilienentwickler dieses imposante Gebäudeensamble als Landmarke in Holzhybridbauweise.

Das norwegische Architekturbüro Mad Arkitekter hat einen typischen Kreuzberger Wohnblock in all seiner Diversität hergenommen und auf seine Schmalseite gestellt. Das Ergebnis ist ein Wohnhochhaus, kurz WoHo genannt, das zu einem großen Teil aus Holz gebaut wird. Mit seinen 98 Metern Höhe wird das Holzhochhaus den derzeitigen Weltrekordhalter Mjøstårnet im norwegischen Brumunddal um gut 13 Meter überragen.

Jonny Klokk, Architekt: „Unser Konzept versteht sich als vertikale Interpretation eines typischen Kreuzberger Blocks. Durch eine vielfältige Komposition von Gebäudestrukturen, die sich in Höhe und Breite unterscheiden, passt sich das Gebäude an den Maßstab der Stadt, der Nachbarschaft und der Bewohner an.“

Berlins WoHo: Höchstes Holzhochhaus mit 29 Stockwerken

Das Holzhochhaus-Gebäude mit 29 Stockwerken wird in der Nähe des Potsdamer Platzes errichtet. Direkt neben dem Anhalter Bahnhof, einem der wichtigsten Fernbahnhöfe in Berlin. In vier unterschiedlichen Kubaturen, auf einer Nutzfläche von insgesamt 18.000 Quadratmetern sollen Menschen künftig arbeiten und wohnen. Bei der Aufteilung des Mixed-Use-Projektes fallen 60 Prozent auf Wohnfläche, 25 Prozent auf Gewerbefläche, und 15 Prozent sind für soziale Infrastruktur wie Co-Making-Werkstatt, Kindergärten und Gemeinschaftsräume vorgesehen.

Holzhochhaus
Deutschlands höchstes Holzhochhaus Woho wird in Berlin-Kreuzberg mit 98 Metern Höhe gebaut.

Für die Architekten des WoHo ist Holz der Baustoff der Zukunft. „Holz hat einen kleineren CO2-Fußabdruck als die meisten herkömmlichen Baustoffe. Abgesehen von seiner Wärme und der angenehmen Haptik im Wohnbereich, liege der größte Vorteil des nachwachsenden Rohstoffes in der Speicherfähigkeit von Kohlendioxid. Dass ein Holzhochhaus wie das Woho realisiert werden kann liegt auch an den Vorgaben zum erforderlichen Brandschutz. In der Berliner Landesbauordnung heißt es unter anderem im § 24 (3): „Abweichend von Absatz 2 Satz 3 sind tragende oder aussteifende sowie raumabschließende Bauteile, die hochfeuerhemmend oder feuerbeständig sein müssen, in Holzbauweise zulässig, wenn die erforderliche Feuerwiderstandsfähigkeit gewährleistet wird.“ Hier ist der konstruktive Holzbau gefordert, brandschutztechnische Lösungen zu entwickeln, die den Brandschutzbestimmungen entsprechen.

Das Woho Holzhochhaus in Holz-Hybrid-Bauweise

Das WoHo Holzhochhaus in Berlin soll in Holz-Hybrid-Bauweise errichtet werden. Die Treppenhäuser und Fahrstuhlschächte der vier Baukörper werden eine Stahl-Beton-Konstruktion aufweisen, der Rest der tragenden Konstruktion wird aus Holz sein. Die norwegischen Architekten spielen mit unterschiedlich großen Kubaturen und schaffen Platz für öffentlichen Raum. „In vielerlei Hinsicht ist das WoHo eine Stadt für sich“, erklären die Architekten.

Zwischen den unterschiedlich großen Baukörpern des Gebäudes sollen kleine Plätze und üppige Grünzonen entstehen, die als öffentliche Räume deklariert sind. Auch das Innere des Gebäudes, wie das offen angelegte Erdgeschoß und die freie Treppe zu den oberen Stockwerken, soll öffentlich zugänglich sein. Hier eine Übersicht der höchsten Holzhochhäuser.

Kaufmann Bausysteme baut Bundestag in Holzmodulbauweise

Die Holzmodulbauweise dringt bis in den Deutschen Bundestag in Berlin durch. Zur teilweisen Deckung des dringenden Raumbedarfs bekommen die Bundespolitiker ein neues Bürogebäude aus vorgefertigten Holzmodulen. Auf sieben Etagen entstehen bis Ende 2021 rund 400 Büros in der Raumzellenbauweise. Generalunternehmer (GU) sind Kaufmann Bausysteme und PRIMUS developments.

Im Januar 2020 beauftragte der Deutsche Bundestag das BBR mit dem Neubau eines Bürogebäudes auf dem Areal westlich der Luisenstraße Berlins. Nach Vergabe der Leistungen und nur fünf Monaten Planungszeit wurde mit den Gründungsarbeiten begonnen. Auf einem H-förmigen Grundriss wird sich der Neubau über sieben Geschosse erstrecken und größtenteils aus Vollholz-Modulen bestehen.

Ende Oktober 2020 starteten im Parlamentsviertel in Berlin-Mitte die Bauarbeiten für das Bürogebäude in Holzmodulbauweise. Der Neubau nach Plänen des Architekturbüros Sauerbruch Hutton entsteht in der Nachbarschaft des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses auf dem sogenannten Luisenblock West in Berlin Mitte, teilt das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) mit.

Holzmodulbauweise
Erweiterung deutscher Bundestag in effizienter Holzmodulbauweise im Entwurf mit farbenfrohen Fassadenverkleidungen. Foto: sauerbruch hutton

Damit die benötigten Räume nach der kommenden Bundestagswahl 2021 zur Verfügung stehen, errichten unter der Leitung des BBR Kaufmann Bausysteme und PRIMUS developments als Generalunternehmer die neuen Bürogebäude. Die Generalunternehmer verantworten dabei zentral alle Planungs-, Herstellungs- und Bauleistungen des Projektes.

Holzmodulbauweise erfüllt höchste Anforderungen

Da ein erhöhter Raumbedarf bereits nach der Bundestagswahl im Jahr 2021 erwartet wird, lag die Wahl einer Modulbauweise nahe. Die Produktion der Holzmodule wird in serieller Bauweise vom Holzbauunternehmen Kaufmann Bausysteme als GU durchgeführt. So kann der anspruchsvolle Zeitplan eingehalten werden. Durch die Holzmodulbauweise und das gewählte Material können bei diesem Projekt besondere Anforderungen an Umsetzungsgeschwindigkeit und Nachhaltigkeit erfüllt werden.

Die Baumaterialien – hauptsächlich Vollholz in den Bürobereichen sowie Stahlbeton im Erdgeschoss und Erschließungsbereich – sollen am fertigen Gebäude sichtbar bleiben. Eine Glasfassade wird das Hochhaus zur S-Bahnstraße nach Norden abschließen und sich zu einem begrünten Aufenthaltsbereich öffnen. Der größte Teil der Fassaden wird von den Außenverkleidungen der Holzmodule geprägt.

Das Schema des Entwurfes verdeutlicht den hohen Anteil nachwachsender Rohstoffe: Nur Teile des Erdgeschosses, der zentrale Erschließungsbereich und die vorgesetzten Stahl-Glas-Fassaden (grau dargestellt) bestehen nicht aus Holzmodulen.

Schul- und Bürogebäude in Dorfen gebaut von Timber Homes

Timber Homes, ein bayerischer Holzmodulhersteller aus Dorfen hat in unmittelbarer Nachbarschaft seines Betriebsgeländes auf dem Gelände der ehemaligen Dachziegelfabrik Meindl ein Schul- und Bürogebäude für die Akademie für Sozialverwaltung aus Wasserburg als Dependance gebaut.

Ein temporäres Gebäude konzipiert im Baukastensystem aus Raummodulen in modularer Holzbauweise. Auf 1100 m² Geschossfläche wurde das dreistöckige Modulgebäude mit einer Bauzeit von nur 5 Wochen erstellt. Alle zusammengefügte Bauteile können bei Bedarf wieder getrennt und an anderer Stelle wiederaufgebaut werden.

Timber Homes
Timber Campus in Dorfen in Holzmodulbauweise gefertigt. Foto: Timber Homes

Der Fachbereich Sozialverwaltung der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Bayern ist seit Herbst 1993 gemeinsam mit der Akademie der Sozialverwaltung im Bildungszentrum Sozialverwaltung in Wasserburg am Inn untergebracht. Ab September 2020 betreibt der Fachbereich in Dorfen eine Außenstelle mit Unterkunft und Lehrbetrieb, das kurzfristig in Holzmodulbauweise von Timber Homes erstellt wurde.

Aufgabe des Fachbereiches Sozialverwaltung ist vorrangig die Ausbildung von Beamten wie Arbeitnehmern für den Einstieg in der dritten Qualifikationsebene in der Fachlaufbahn Verwaltung und Finanzen, fachlicher Schwerpunkt Sozialverwaltung, im Rahmen eines Fachstudiums für die Deutsche Rentenversicherung in Bayern und für das Zentrum Bayern Familie und Soziales.

Mitte September 2020 startete auf dem Timber Town Dorfen Gelände (ehemaliges Ziegeleigelände) das erste Semester mit 2 Kursen der Hochschule für den öffentlichen Dienst, Fachbereich Sozialverwaltung (HföD). Die HföD hat ihren Hauptsitz in Wasserburg a.Inn im Bildungszentrum.

Timber Homes fertigt Raummodule für Seminargebäude

Zwei Seminarräume für je 24 Personen, ein Gruppenraum, zwei Büros und eine Teeküche stehen für die Beamtenanwärter und das Personal im alltäglichen Studienablauf zur Verfügung. Der gestiegene Bedarf an Lehrsäle durch hohe Einstellungszahlen im öffentlichen Dienst wird somit in Dorfen mit optimaler Lage und Bahnhofsnähe gelöst.

Timber Homes
Blick in die Räume des Bauprojektes in Holzmodulbauweise. Foto: Timber Homes

Bis März 2021 entsteht nebenan ein Wohngebäude mit 1-Zimmerapartements für die zukünftigen Studierenden. Errichtet werden die Gebäude, sowohl die Zweigstelle des Bildungszentrums als auch das Appartementgebäude, in nachhaltiger Holzraummodulbauweise durch die Timber Homes. In der zweiten und dritten Etage der neuen Zweigstelle des Bildungszentrums werden Büros zum Mieten und Co-Working des Immobilienunternehmers Robert Decker angeboten.

Modulhersteller Timber Homes GmbH & Co. KG ist ein Gemeinschaftsunternehmen des Immobilienunternehmers Robert Decker, dem das Meindl-Areal gehört und dem Holzbau-Unternehmen Huber & Sohn aus Bachmehring. Die Produktion der Raummodule von Timber Homes findet ebenfalls auf dem Timber-Town-Gelände in Dorfen statt.

Nachhaltige Stadtentwicklung durch urbanen Holzbau

Ein Modellquartier für den urbanen Holzbau wird ab 2021 auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tegel u.a. das Schumacher Quartier, entwickelt. Die Technische Universität Berlin (TU Berlin) und das Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK) haben im November 2020 die Ergebnisse ihrer Potenzialanalyse „Bauhütte 4.0 – Innovations- und Produktionsstandort für den urbanen Holzbau“ vorgestellt. Die Studie wurde von der landeseigenen Tegel Projekt GmbH beauftragt.

Holz ist einer der ältesten Baustoffe der Menschheit, der angesichts der wachsenden Bedeutung nachhaltigen Bauens eine Renaissance erlebt. Und das, obwohl Holzbau derzeit noch 10-15% teurer als Massivbau ist. Der ökologische und nachhaltige Werkstoff Holz wird in Zukunft eine wichtige Rolle im Hausbau spielen. Die hervorragenden Eigenschaften des Baustoffes Holz werden dabei auch insbesondere im mehrstöckigen Hausbau Verwendung finden. Digitalisierung, Automatisierung und Standardisierung sind der Schlüssel für das wirtschaftliche Bauen mit Holz. Der Holzbau findet damit nicht mehr vorwiegend im kleinmaßstäblichen Haus- und Innenausbau statt, sondern er wird auch für den mehrgeschossigen und den kommunal geförderten Wohnungsbau zum Standard.

Weltweit größtes Viertel im urbanen Holzbau entsteht im Schuhmacher-Quartier

Ab 2021 entsteht nun im östlichen Teil des ehemaligen Flughafens Tegel das mit mehr als 5.000 Wohnungen größte Holzbau-Viertel weltweit: das Schumacher Quartier. Klimaneutral soll es sein und auch bezahlbar – sowohl für Bauherren als auch für die späteren Mietparteien. Hier soll ein System etabliert werden, mit dem mittelfristig um 20-25 % günstiger gebaut werden kann als bei konventioneller Bauweise. Dabei werden gleichzeitig 80 % klimaschädliche Emissionen eingespart.

urbanen holzbau
Stadtentwicklungsprojekte wie in Berlin-Tegel weisen auf den urbanen Holzbau. Bild: Berlin Tegel GmbH

Wie dies gelingen kann, untersuchten von Mai bis Oktober 2020 die TU Berlin und das Fraunhofer IPK. Im Rahmen der Studie wurden:

•    ein Drei-Ebenen-Wertschöpfungsmodell „System urbaner Holzbau für die Hauptstadtregion“ entwickelt,
•    Herausforderungen zur Etablierung identifiziert,
•    Handlungsempfehlungen ausgesprochen und
•    Implementierungsebenen benannt.

Im Ergebnis wurde die sogenannte Bauhütte 4.0 beschrieben, die eine Grundlage für das effiziente Bauen mit Holz in urbanem Maßstab schafft, um die CO2-Ziele auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene zu erreichen und Städte zum CO2-Speicher zu transformieren.

Der Name Bauhütte 4.0 bezieht sich auf die Idee der Dombauhütte, die auch prägender Gedanke des Bauhauses war. Der Geist der interdisziplinären Ideenschmiede von damals soll in ihr fortleben: Abermals kommen in der Bauhütte 4.0 kluge, kreative Köpfe zusammen, um auf neuen Wegen qualitatives Bauen durch industrielle Fertigung erschwinglich zu machen. Von der Forschung und Entwicklung über die Produktion bis hin zum fertigen Holzbau-Quartier – in Berlin TXL soll all das an einem Ort abgebildet werden.

Bauhütte 4.0 wird zum Leuchtturmprojekt des urbanen Holzbaus

Das langfristige Ziel ist es, mit der der Bauhütte 4.0 einen internationalen Leuchtturm aufzubauen, der durch einen ganzheitlichen Digitalisierungsansatz in Kombination mit innovativer Produktionstechnologie und einer integrativen Wertschöpfungskette aus Berlin heraus die europäische Baukultur nachhaltig beeinflusst. Darüber hinaus soll der Wirtschaftsstandort Berlin-Brandenburg durch den Aufbau einer skalierbaren Industrie profitieren und gleichzeitig eine Vorreiterrolle bei der Umsetzung der gesetzten Digitalstrategie übernehmen.

Erste Schritte auf diesem Weg sind getan. Mit dem digitalen Expertenforum „Schumacher Quartier im Dialog“ wurde die Idee der Bauhütte 4.0 als Prototyp für nachhaltige Stadtentwicklung unter Fachleuten und Interessierten bereits diskutiert. Ein Mitschnitt der Veranstaltung wird in Kürze auf www.schumacher-quartier.de veröffentlicht. Die inhaltliche Vertiefung des Themas sowie Konkretisierungen zur Umsetzung sollen folgen.

Quelle + Bildmaterial: Berlin Tegel GmbH

Mit Holz bauen für den Klimaschutz

Energieeffizient und klimaschonend mit Holz bauen ist eine wirkliche Alternative zum herkömmlichen Bauen mit anorganischen und endlichen Baustoffen wie z.B. Mörtel und Beton. Die Politik dreht an vielen Stellschrauben, um das Klima zu schützen. Beim Wohnungsbau wäre noch Potenzial, sowohl im Einfamilienhausbau wie auch im Mehrfamilienhausbau. Auch im Gewerbebau setzen verantwortungsvolle Firmen mittlerweile auf den Baustoff Holz.

Den globalen Temperaturanstieg auf deutlich unter zwei Grad Celsius und möglichst auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, sieht das Abkommen von Paris vor. Landbasierte Klimaschutzmaßnahmen, vor allem Aufforstung, Wiederaufforstung und das Vermeiden von Entwaldung, können wesentlich dazu beitragen, dieses Ziel zu erreichen. Denn Bäume entziehen der Atmosphäre durch den Aufbau von Biomasse das Treibhausgas CO2 und bekämpfen dadurch die Erderwärmung.

Wenn von einem Holzhaus die Rede ist, kommen vielen Menschen zunächst Fachwerkhäuser oder Berghütten in den Sinn – nicht aber, dass es sich dabei um eine hochmoderne Bauweise handeln könnte. Die modernen Holzwerkstoffe konkurieren längst mit Stahl, beton und Zement. Dabei wäre es durchaus im Interesse des Klimaschutzes, vermehrt auf Holz als Baustoff zu setzen. Denn die Welt erlebt einen Bauboom, und die Betonproduktion sorgt für reichlich CO2-Emissionen.

Holz Bauen
Objektbauten aus Holz nutzen dem Klimaschutz und haben einen hohen Wohnwert

Holz hingegen ist nicht nur ein nachwachsender Rohstoff; Bäume fungieren außerdem als Kohlenstoffspeicher, da sie CO2 aus der Atmosphäre aufnehmen und einlagern. In Deutschland werden jedoch bislang nur 18 Prozent der Gebäude aus Holz errichtet. Dabei könnte die Klimabilanz des Bausektors wesentlich besser ausfallen, wenn man den Anteil erhöhen würde, wie Prof. Dr. Annette Hafner mit ihrem Team vom Lehrstuhl für Ressourceneffizientes Bauen der Ruhr Universität Bochum zeigte.

In einer 2017 veröffentlichten Studie rechneten die Ingenieurinnen und Ingenieure vor, wie viel CO2 man einsparen könnte, wenn man 55 Prozent der Einfamilienhäuser und 15 Prozent aller Mehrfamilienhäuser zwischen 2016 und 2030 aus Holz erbauen würde. Das Ergebnis beläuft sich auf 23,9 Millionen Tonnen CO2-Ersparnis, denn Holzgebäude dienen als CO2-Senke. Eine Auswahl an Holzhaus-Hersteller für klimafreundliche Holzhäuser finden Sie auf dem Ratgeber-Portal Holzbauwelt.de. Häuser aus Holz erfüllen mühelos die bezuschussten KfW-Standards für energieeffizientes Bauen.

Holzmodulbauweise soll ambitionierten Bautermin sicherstellen

Für die Fertigung eines Studentenwohnheimes mit 42 Einzelwohnungen und eines Unterrichtsgebäude wird die Holzmodulbauweise in Dorfen/Oberbayern bevorzugt, damit der ambitionierte Bautermin eingehalten werden kann. Die Zeit drängt, da im September 2020 bereits das Gebäude zum Unterrichtsbeginn zur Verfügung stehen soll.

Die Akademie für Sozialverwaltung aus Wasserburg will in Dorfen eine Niederlassung eröffnen. Der Immobilienunternehmer Robert Decker, dem das Meindl-Areal gehört, wird dort bis September 2020 ein Studentenwohnheim mit 42 Einzelwohnungen und ein Unterrichtsgebäude in ökologischer Holzbauweise errichten.

Die Gebäude werden aus vorgefertigten Modulen gebaut, die sich schnell auf- und auch wieder schnell abbauen lassen. Die Stadt Dorfen begrenzte das Baurecht auf acht Jahre. Für die Fertigung verantwortlich zeichnet die ebenfalls im Meindl-Areal in Dorfen ansässige Timber Homes GmbH & Co. KG. Ein Gemeinschaftsunternehmen von Robert Decker und der Holzbaufirma Huber & Sohn aus Bachmehring.

Holzmodulbauweise
Ein Studentenwohnheim und Unterrichtsgebäude in Holzmodulbauweise in Dorfen / Oberbayern

Brigitte Schulan, die Leiterin der Beamtenschule, ist sich in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung sicher: „Wir gehen davon aus, dass es klappt.“ Ihre Einrichtung braucht dringend mehr Platz. Seit 1993 werden in Wasserburg Beamte für die Sozialverwaltung ausgebildet. An der Akademie lernen gut 100 angehenden Beamte des mittleren Dienstes, an der dazugehörigen Hochschule studieren noch einmal doppelt so viele Anwärter für den gehobenen Dienst.

Die Absolventen der Beamtenschule die später zum Beispiel bei den Rentenversicherungen oder im Zentrum für Familie und Soziales arbeiten werden, kommen während ihrer Studienzeit mehrmals für drei bis sechs Monate nach Wasserburg. Bei ihrem Aufenthalt haben sie Anspruch auf ein Zimmer in einem Wohnheim. Das Bildungszentrum wurde für 170 Studierende konzipiert. Mehrmals wurden externe Wohnungen gemietet, „nun gehen uns aber auch die Hörsäle aus“, sagt Schulan.

Die Holzmodulbauweise ist prädestiniert für das seriellen und modulare Bauen von mehrgeschossigen Gebäuden, wie die eines Studentenwohnheimes. Der Vorteil der modularen Bauweise liegt neben der hohen Vorfertigung in der Werkhalle unter anderem darin, dass sich gleichartig ausgestattete Wohneinheiten vorteilhaft in Serie bauen lassen. Komplett mit allen Anschlüssen und der fertigen Einrichtung werden die Module lediglich noch auf der Baustelle zusammengefügt.

Modulares Bauen mit Holz durch Timber Homes

Timber Homes GmbH & Co. KG aus Dorfen ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Josef Huber und Rober Decker. Josef Huber ist Geschäftsführer des renommierten Holzbau-Unternehmens Huber & Sohn aus dem oberbayerischen Bachmehring und Robert Decker ist ein innovativer Immobilienentwickler aus dem nahegelegenen Dorfen.

Vom Geschäftspartner Huber & Sohn kommen die entwickelten und patentierten Massivholzwände, die bei mehrgeschossigen Bauwerken längst Verwendung finden. Bestes Beispiel dafür ist das ehemals höchste Holzhochhaus in Bad Aibling, ein Achtgeschosser der B&O Gruppe. Das Wohngebiet Timbertown in Eiselfing bei Wasserburg ist ein ebenso gutes Beispiel für ökologisches Bauen in Holzmassivbauweise. Durch die Massivholzwände erreichen die errichteten Wohnungen den höchsten Energiestandard KfW 40 plus.

Modulbauweise holz
Modulares Bauen mit Holz zur Schaffung von mehrgeschossigen Wohnraumgebäuden

Gebäude schnell durch modulares Bauen in Holzbauweise erstellen

Timber Homes hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Vorteile der Holzmodulbauweise in hoher Vorfertigungstiefe für die Schaffung von Wohnraum zu nutzen. Ein ausgereiftes Bau- und Wohnkonzept sorgt für die komplette Vorfertigung von Wohnmodulen in Holzbauweise.

Ein Raummodul enthält auf 25 m² Wohnraum alles was 1-2 Personen zum Wohnen benötigen: Küche, Nasszelle, WC, Diele, Stauraum, Schlaf- und Sitzmöglichkeit, Tisch, TV-Gerät und Smart-Home-Ausstattung. Die Wohnraummodule sind ausschließlich als Serienfertigung für größere Bauprojekte konzipiert. Im Einfamilienhausbau wird dagegen die Vorfertigung einzelner Holzrahmenbauteile bevorzugt.

Modulares Bauen
Badezimmer im Wohngebäude eines modernen Wohnmodules

Das modulare Bauen mit Holz ist eine kostengünstige und schnelle Bauweise um im mehrgeschossigen Bauen neuen Wohnraum zu schaffen. Potentielle Kunden von Modulbauten sind kommunale Bauträger, private Investoren und Architekten, die Bauprojekte für viele Menschen in kürzester Bauzeit mit hohem Energiestandard umsetzen wollen.

Flexible Planung trotz Standardisierung von Wohnmodulen möglich

Planer und Architekten können mit den Wohnmodulen in Holzbauweise ganz einfach mehrgeschossige Wohnhäuser planen. Das modulare Bauen mit Holzmodulen ist bestens für die Erstellung von Boardinghäusern, Studentenwohnungen, Hotels, Sozialbauten, Doppel- und Reihenhäuser sowie Wohnanlagen geeignet.

Timber Homes unterstützt Sie bei der Realisierung von Bauprojekten in modularer Holzbauweise. Über den vorgegebenen Link können Sie Ihre Anfrage stellen.

Bauhütte 4.0 – Cluster innovativer urbaner Holzbau

Mit der Bauhütte 4.0 entsteht ein Cluster für innovativen urbanen Holzbau in Berlin in einer Zeit der Klimakrise und aufkommender urbaner Intelligenz. Sobald der Flughafen Tegel geschlossen wird, entsteht dort nach dem Willen des Berliner Senats ein innovativer Forschungs- und Industriepark für urbane Technologien sowie ein Stadtquartier für mehr als 10.000 Bewohner/innen.

Nachhaltiges Bauen steht dabei im Fokus. „Langfristiges Ziel ist die Förderung von Stadtquartieren in Holzbauweise, um gezielt auf die steigenden Treibhausgasemissionen in urbanen Ballungsräumen zu reagieren“, so Prof. Raoul Bunschoten, Leiter des Fachgebiets Städtebau und nachhaltige Stadtentwicklung an der Technischen Universität Berlin.

In Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK), vertreten durch Prof. Dr.-Ing. Holger Kohl, und der Tegel Projekt GmbH, vertreten durch Prof. Dr. Philipp Bouteiller, soll auf dem TXL-Gelände die sogenannte Bauhütte 4.0 entstehen. Ein Cluster für den innovativen Holzbau, in dem Akteure der Zivilgesellschaft, Forstwirtschaft, Forschung und Entwicklung, Bauindustrie und Stadtentwicklung zusammenkommen, um nachhaltige Stadtentwicklung zu fördern.

Bauhütte 4.0
Quartiersplatz im künftigen Schuhmacher Quartier nach Ausarbeitung mit dem Cluster Bauhütte 4.0

Bauhütte 4.0 –  Berliner Senat bekennt sich zum Baustoff Holz

Bereits im September 2019 hat das Abgeordnetenhaus von Berlin einen Bericht über „Nachhaltigkeit auf dem Bau: Berlin baut mit Holz“ zustimmend zur Kenntnis genommen. In dem Beschluss dazu heißt es unter anderem, dass „der Baustoff Holz in Berlin in deutlich stärkerem Umfang eingesetzt werden und als Kohlendioxidspeicher einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Ressourceneffizienz leisten“ soll.

Es wird daher angestrebt, in den künftigen neuen Stadtquartieren wie dem Schumacher Quartier in Berlin TXL oder den Buckower Feldern CO2-neutrale Modellquartiere mit europaweiter Signalwirkung zu entwickeln.

Bauhütte 4.0 – Technologien zur vernetzten intelligenten Produktion testen

Startschuss für das Projekt Bauhütte 4.0 ist die Untersuchung des Potenzials von Industrie 4.0 für die Wertschöpfungskette „Urbaner Holzbau“. Mit dieser Machbarkeitsstudie sollen Handlungsempfehlungen für Planer*innen, Architekt*innen, Holzindustrie, Bauwirtschaft, Wissenschaftler*innen und Politiker*innen entwickelt werden, die zur Realisierung des Schumacher Quartiers beitragen können.

Hierzu gehören insbesondere Maßnahmen zur erfolgreichen Erschließung und Einführung von Technologien zur vernetzten intelligenten Produktion im Sinne von Industrie 4.0“, so Prof. Dr.-Ing. Holger Kohl, stellvertretender Institutsleiter des Fraunhofer IPK und Leiter des Fachgebiets Nachhaltige Unternehmensentwicklung an der Technischen Universität Berlin.

Quellenangaben: www.bauhuette40.com

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