München gibt Zuschüsse für Holzwohnungsbau

Neue Projekte im Holzwohnungsbau fördert die Stadt München. Holz als klimaverträglicher und nachhaltiger Baustoff gewinnt immer mehr an Bedeutung – als echter Holzbau oder als Holzhybridbauweise auch im mehrgeschossigen, urbanen Wohnungsbau. Daher fördert die Landeshauptstadt München mit Beschluss des Stadtrats auch weiterhin den Bau von zeitgemäßen Holzbauprojekten.

Stadtbaurätin Professorin Dr. (Univ. Florenz) Elisabeth Merk: „Die Erfahrungen aus der Ökologischen Mustersiedlung im Prinz-Eugen-Park haben gezeigt, dass der Baustoff Holz nicht nur ökologische Vorteile bietet, sondern auch für unterschiedliche Wohnungstypologien sehr gut geeignet ist und großen Gestaltungsspielraum offen lässt. Bei den Bewohner*innen ist der Holzbau besonders begehrt. Gebäude in Holzbauweise haben eine anerkannt hohe Wohnqualität und große Behaglichkeit.“

Holzwohnungsbau München
Die Holzhybridbauweise als Holzwohnungsbau in München (Projekt „Dante plus“) schafft preisgedämpften Mietwohnungsbau. Foto: Huber & Sohn.

Mehrgeschossiger Holzwohnungbau in Holzhybridbauweise mit nawaros

Das Zuschussprogramm „Holzwohnungsbau in München“ für die Holzbauweise bzw. Holzhybridbauweise im mehrgeschossigen Holzwohnungsbau steht sowohl für Siedlungen im größeren städtebaulichen Kontext als auch für Einzelprojekte im Stadtgebiet ab Januar 2022 für sechs Jahre Laufzeit bis Ende 2027 zur Verfügung. Für das Zuschussprogramm stellt die Stadt Fördermittel in Höhe von 60 Millionen Euro zur Verfügung. Damit können, grob geschätzt, bis zu 1.000 Wohnungen jährlich gefördert werden. Das Zuschussprogramm fördert Bauvorhaben im geförderten und preisgedämpften Mietwohnungsbau.

Gefördert wird dabei die im Gebäude verbaute Masse Holz in Kilogramm. Als Einheit für die Bewertung dient die Masse in Kilogramm an nachwachsenden Rohstoffen je Quadratmeter Wohnfläche. Mit wissenschaftlicher Begleitung von Professorin Annette Hafner, Ruhr-Universität Bochum, wurde dazu die Einheit „nawaros“ („nachwachsende Rohstoffe“) eingeführt. Die Höhe der Förderung beträgt 1 Euro pro Kilogramm nawaros. Dabei muss der Baustoff Holz aus nachhaltiger Holzwirtschaft kommen. Im Fokus des Zuschussprogramms stehen zudem ein integrierter Planungsansatz und ein im Holzbau erfahrenes Planungsteam. Das neue Münchner nawaro-Zuschussprogramm „Holzwohnungsbau in München“ für die Holzbau-/Holzhybridbauweise im mehrgeschossigen Holzwohnungsbau ist ein wichtiger Meilenstein für merhr Klimaschutz, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit beim Bauen.

Die städtischen Wohnungsbaugesellschaften GWG München und GEWO-FAG Holding GmbH setzen bereits heute schon Wohnungsbauten in Holz- bzw. Holzhybridbauweise um. Zahlreiche Projekte sind beispielsweise in den Baugebieten am Kleiberweg, Henschel- und Federseestraße, im Kreativquartier, an der Hochmuttinger Straße, in Freiham, Parkplatz-Aufstockung Dantebad oder Dantebad plus, mehrgeschossiges Bauen im Prinz-Eugen-Park und im Gebiet der ehemaligen Bayernkaserne in Planung.

Quelle: muenchen.de / holzbauwelt.de

Über 30 Schulen entstehen in Holzmodulbauweise in Berlin

In Berlin sollen bis zum Jahr 2025 insgesamt 32 Schulen in der vorteilhaften Holzmodulbauweise errichtet werden. Derzeit werden dort dreigeschossige Holzmodulbau-Schulen vom Vorarlberger Holzmodulbau-Unternehmen Kaufmann Bausysteme errichtet, das über eine Fertigung der Module in Berlin verfügt.

„Sechs Schulprojekte konnten bereits umgesetzt werden. Die Schnelligkeit der Holzmodulbauweise war ein entscheidender Faktor für die Entscheidung die Schulbauten zügig zu erstellen. Mit den vorgefertigten Holzmodulen kann die Bauzeit halbiert werden“, erklärt Sebastian Hagspiel, Projektleiter bei Kaufmann Bausysteme für den Schulbau.

Eine Schule besteht laut Hagspiel aus fast 100 Modulen, die jeweils 3 m breit und 8 m lang sind. Alle Module wurden vor Ort vorgefertigt und auf der Baustelle zusammengesetzt. Um einen stützenfreien Grundriss für die Klassenzimmer zu erreichen, mussten 8 m lange Träger an den Verbindungsstellen der Module eingesetzt werden. „Aus statischen Gründen war Brettschichtholz für diese Spannweite nicht geeignet. Auch Stahlträger waren weder für uns noch für die Architekten eine Lösung“, beschreibt Hagspiel. Die Tragwerksplaner entschieden sich schließlich für Träger aus dem leistungsstarken und leicht zu verarbeitenden GLVL (verleimtes Furnierschichtholz – glued laminated veneer lumber).

Holzmodulbauweise Schulbau
Die schnelle und nachhaltige Holzmodulbauweise sorgt für 32 Schulgebäude in Berlin. Foto: Kaufmann Bausysteme

Kurze Bauzeit der Schulen durch Vorfertigung in Holzmodulbauweise

Die GLVL-Träger wurden für das Projekt mit einem sehr hohen Vorfertigungsgrad bei Kaufmann Bausysteme angeliefert. Sowohl der Abbund der Träger, als auch der Einbau der Verbindungsmittel und Auflagerverstärkungen erfolgte schon bei Bullinger im Werk. Der Zusammenbau der GLVL-Träger mit den Wänden aus Brettsperrholz und der weitere Ausbau erfolgte bei Kaufmann Bausysteme in Berlin – in der Nähe der Baustelle. Die vorgefertigten Module konnten so in kürzester Zeit montiert werden. Die Erfahrungen von Kaufmann Bausysteme mit den GLVL-Trägern sind sehr gut. Kaufmann Bausysteme ist überzeugt von der hohen Wirtschaftlichkeit und der einfachen Verarbeitung des GLVL. Es ist daher geplant auch die nächsten 14 Schulbau-Projekte mit dem hoch leistungsfähigen Holzwerkstoff zu realisieren und so auch weiterhin auf Hartholz und Stahlträger verzichten zu können.

Zulässiger Holzbau in Gebäudeklasse 4 und 5

Der mehrgeschossige Holzbau ist in Deutschland angekommen. Die Realisierung von Wohnhäusern, Industriebauten, Bürogebäuden, Studentenwohnheime und öffentlichen Gebäuden mit mehr als drei Geschossen in Holzbauweise ist heute an der Tagesordnung. Der konstruktive Holzbau genießt seit vielen Jahren eine hohe Wertschätzung bei Investoren, Projektentwicklern und Architekten im mehrgeschossigen Bauen. Davon zeugen imposante Holzgebäude in der Gebäudeklasse 4 und 5.

Bedingt durch das föderale System in Deutschland mit 16 Bundesländern existieren 16 zum Teil unterschiedliche Bauordnungen. Die zulässige Verwendung brennbarer Baustoffe (z.B. Holz) für bestimme Gebäudetypen wird in der jeweiligen Bauordnung geregelt. Insbesondere bei der Zulässigkeit von brennbaren Baustoffen nehmen die Unterschiede in den Bauordnungen aufgrund der föderalen Strukturen stark zu.

mehrgeschossiger Holzbau
Bauen in Gebäudeklasse 4 und 5 – mehrgeschossiger Holzhybridbau im Domagkpark München. Foto: Huber & Sohn GmbH

Novellierung der Landesbauordnungen an den mehrgeschossigen Holzbau

Vorreiter für die Zulässigkeit vom Baustoff „Holz“ bis zur Hochhausgrenze (Gebäudeklasse 5) war die am 1. März 2015 veröffentlichte Landesbauordnung Baden-Württembergs. Bei dieser wird in § 26 (3) definiert, „das tragende oder aussteifende sowie raumabschließende Bauteile, die hochfeuerhemmend oder feuerbeständig sein müssen, aus brennbaren Baustoffen zulässig sind, wenn die geforderte Feuerwiderstandsdauer nachgewiesen wird und die Bauteile so hergestellt und eingebaut werden, dass Feuer und Rauch nicht über Grenzen von Brand- oder Rauchschutzbereichen, insbesondere Geschosstrennungen, hinweg übertragen werden können.“ Durch diese Novellierung ist es möglich, dass auch im mehrgeschossigen Holzbau Decken, tragende und aussteifende Wände sowie Stützen aus Holz sichtbar und unverkleidet bleiben dürfen. Die Anpassung der gesetzlichen Regelungen hinsichtlich Brandschutz, Schallschutz und Statik bietet völlig neue Möglichkeiten für das Bauen von Mehrgeschossern in Holzbauweise.

Inzwischen hat auch Berlin und Hamburg ihre Bauordnungen entsprechend verändert und öffnen damit die Möglichkeit des geregelten Holzbaues bis zur Hochhausgrenze. In vielen weiteren Bundesländern sind Tendenzen einer Anpassung dahingehend erkennbar.

Auf der anderen Seite existieren jedoch auch Bauordnungen, die selbst für Gebäude der Gebäudeklasse 4 keinen Holzbau zulassen, obwohl dies bereits 2002 durch die Musterbauordnung als Orientierungsdokument in die Länder einfließen sollte.

Die Sachverhalte sind der Grund, warum eine übersichtliche und aktuelle Zusammenstellung der zulässigen Verwendung von brennbaren Baustoffen für Gebäudeklasse 4 und 5 für die 16 Bundesländer notwendig ist und hier runtergeladen werden kann.

Quellen tum.de / holzbauwelt.de

Klimaneutrale Bürogebäude bauen für mehr Klimaschutz

Die Auswirkungen des Klimaschutzes werden sich längerfristig als Caorona auf die Bürowelt und deren Immobilien auswirken. Untersucht wurden in einer Studie unter anderem die Auswirkungen des Klimawandels auf die Immobilienwirtschaft sowie die Potenziale für die Branche, den Immobilienbestand und die einzelnen Akteure, die sich daraus ergeben. Die Forschungsergebnisse sollen dazu beitragen, Chancen des Klimawandels frühzeitig zu erkennen und Fehlinvestitionen zu vermeiden.

Die 15. Marktstudie ist ein Gemeinschaftswerk des Competence Center Process Management Real Estate (CC PMRE), der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin und der CCTM Real Estate & Infrastructure AG. Prof. Dr.-Ing. Regina Zeitner, Mitautorin der Studie PMRE Monitor 2021, betont: „Gebäude verantworten rund 40 Prozent des Energieverbrauchs in der EU. Es ist Zeit, dass die Immobilienwirtschaft aktiv wird, um Treibhausgasemissionen konsequent zu reduzieren.“ Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass der Weg zur Erreichung der Klimaneutralität nicht nur Kosten, sondern auch lukrative Chancen beinhaltet: „Mieter sind bereit, für den Klimaschutz zu zahlen. Zudem sehen wir eine Wertsteigerung von klimaneutralen Gebäuden oder Immobilien außerhalb von Klimarisikolagen“, bekräftigt Prof. Dr. Marion Peyinghaus als Mitiniatorin der Studie.

CO2-neutrale Bürogebäude
Durch den zunehmenden Klimawandel werden klimaneutrale Bürogebäude immer wichtiger. Foto: Regnauer Gewerbebau

Chancen durch ESG für klimaneutrale Bürogebäude in der Unternehmenswelt

Nicht zuletzt ergeben sich Chancen auf Unternehmensebene. Mit der Dynamik der ESG-Bewegung sind Unternehmen mehr und mehr gefordert: Nachhaltigkeit nur für die Immobilien ist nicht genug, das Thema soll auch die unternehmerischen Prozessse und Strukturen beeinflussen. Unternehmen sollen gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Der Klimawandel bietet die Chance, diese Verantwortung wahrzunehmen und dabei das eigene Image neu zu positionieren. Denn: „ESG ist und wird noch stärker ein bedeutender marktprägender Wettbewerbsfaktor sein.

Klimaschutz und Klimawandel ist Managementaufgabe: Strategisch, kulturell und transparent. Der Klimawandel ist eine langfristige und komplexe Herausforderung für Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. Daher legen die Teilnehmer der Studie Wert darauf, dass die Arbeitgeber den Klimawandel als strategisches Thema aufgreifen (78%). Am vehementesten vertreten die Teilnehmer aus der Wirtschaft diesen Ansatz mit einem Wert von 81 %.

Klimaneutrale Unternehmensgebäude sind sehr gefragt trotz Homeoffice

Die Coronapandemie wirkt wie ein Katalysator und hat die Immobilienwirtschaft ins Zeitalter des digitalen Arbeitens katapultiert. Das Homeoffice ist aus dem Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken. Unternehmen spekulieren bereits über Flächeneinsparungen von bis zu 30 %. Auch wenn zunehmend zu Hause gearbeitet wird, führt dies nicht automatisch zu einer Reduktion der Büroflächen.

klimaneutrale Bürogebäude
Architektur und eine nachhaltige Holzbauweise sind Garanten für nachhaltige Bürogebäude. Foto: ©Eckhart Matthäus / Gumpp & Maier GmbH

Denn im Büro ergibt sich parallel ein Mehrbedarf: Raum für Austausch, soziale Kontakte und Kreativität. Zudem steigt die Erwartung an einen persönlichen Arbeitsplatz. Die Akzeptanz von Funktionsarbeitsplätzen mit Rollcontainern sinkt, nicht erst seit das Thema Ansteckung eine Rolle spielt. Daher wird eine Einsparung von 8-12 % der Bürofläche gegenüber dem heutigen Bedarf als realistisch erachtet.

Klimaschutz und klimaneutrale Gebäude im War for Talents

Sind die Klimaschutzaktivitäten des Unternehmens ausschlaggebend für die Auswahl des Arbeitgebers? Die Zustimmung liegt durchschnittlich bei 39%. Noch! Denn die Klimaschutzbewegung steht trotz der Brisanz relativ am Anfang. Der erste globale Protest von Fridays for Future fand am 15. März 2019 statt. Die Generation Z International gewichtet bei der Jobauswahl den Klimaschutz bereits wesentlich höher (47%) als die Generation Z National mit 37%. Setzt sich dieser Trend fort, ist der Klimaschutz ein wichtiges Wettbewerbskriterium im War for Talents.

Die vollständige Marktstudie gibt es hier. Klimaneutrale Bürogebäude in Holzbauweise finden Sie auf der Holzbauwelt-Seite.

 

 

Standard-Holzbausystem erleichtert den öffentlichen Holzbau

Offenes Standard-Holzbausystem soll Planung, Genehmigung und Bauablauf verkürzen. Um den Einsatz von Holz und nachwachsenden Rohstoffen beim Bau öffentlicher Gebäude zu vereinfachen, entwickelt ein Forschungsverbund unter Federführung der Hochschule Wismar ein Standard-Holzbausystem mit nachwachsenden Rohstoffen. Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe unterstützt.

Bis Ende 2024 werden die Projektbeteiligten – neben der Hochschule Wismar und der Technischen Universität Braunschweig ist das der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH)  – ein offenes Standard-Holzbausystem für öffentliche Gebäude entwickeln. Das Holzbausystem soll unkompliziert umsetzbar sein und Planern ebenso wie kleinen bis mittleren Zimmerei- und Holzbaubetrieben die Beteiligung an öffentlichen Ausschreibungen ermöglichen.

„Mit einem interdisziplinär entwickelten, systematischen Ansatz für den Holzbau von öffentlichen Gebäuden werden schnellere Planungs-, Genehmigungs- und Bauabläufe, einfachere Prozesse und effizientere Gebäude aus Holz möglich“, erwartet Projektkoordinator Prof. Dipl-Ing. Martin Wollensak, Prorektor der Hochschule Wismar. „Auf diese Weise lassen sich die Wettbewerbsfähigkeit des Holzbaus und der Anteil an Gebäuden in Holzbauweise bei der öffentlichen Hand maßgeblich steigern“, unterstreicht Wollensak, dessen wissenschaftlicher Schwerpunkt auf das energiebewusste und nachhaltige Bauen ausgerichtet ist.

Nutzer profitieren von Konzepten, Kalkulationen, Konstruktionskatalogen

Das von einem Beirat aus Vertretern der Wissenschaft, der Holzwirtschaft und aus Holzbauunternehmen begleitete Projekt wird in drei Stufen – Entwicklung, Anwendung, Etablierung – umgesetzt.

Vorgesehen sind unter anderem die Konstruktion und Umsetzung digitaler, auf verschiedene Nutzungsarten anpassbarer Prototypen samt Kostenkalkulation, Montage- und Rückbaukonzepten sowie Darstellung baurechtlicher Vorgaben und ökologischer Kennwerte. Die Projektbeteiligten entwickeln produktneutrale Konstruktionskataloge und ein webbasiertes Informationsportal „Standard-Holzbausysteme+nR“ und vernetzen es mit bereits existenten Holzbauportalen über BIM-Schnittstellen.

Holzbausystem
Ein neues Standard-Holzbausystem soll das Bauen mit Holz für öffentliche Bauten einfacher machen: Foto: FNR

Am Ende des Projektes wird ein vollständiges Holzbausystem mit Bauteilkatalog, Berechnungen, Nachweisen und Beispielen zur Integration technischer Gebäudeausrüstung vorliegen. Offen zugänglich sein wird es allen relevanten Zielgruppen über einen Leitfaden Holzbau, außerdem über Internetauftritte, Veröffentlichungen und Seminare.

„Die standardisierte Holzsystembauweise stellt Planungsinstrumente für Fertigung und Montage, Rückbaubarkeit und Weiterverwendung aller Bauteile bereit, ohne auf gestalterische Individualität und Vielfalt zu verzichten“, erklärt Prof. Wollensak. Das Holzbausystem berücksichtige ökonomische und ökologische Aspekte und belege die Wettbewerbsfähigkeit klimafreundlicher Holzbauten gegenüber herkömmlichen Bauweisen, so der Projektkoordinator.

Offenes Holzbausystem für mehr öffentliche Bauten in Holzbauweise

Im Jahr 2020 erreichte die Holzbauquote in Deutschland bei Nichtwohngebäuden erstmals einen Anteil von 20,9 Prozent. Der Anteil der Wohngebäude in Holzbauweise lag 2020 bei 20,4 Prozent. Für die zuvor bis 2019 anhaltende Stagnation beim öffentlichen Bauen mit Holz gibt es mehrere Gründe:

Bei Ausschreibung und Vergabe öffentlicher Bauvorhaben erweisen sich u. a. gesetzliche Regularien als Hemmnis für die Holzverwendung. Beispielsweise werden öffentliche Bauwerke aus Holz oftmals als Sonderbauwerke der Gebäudeklassen 4 und 5 eingestuft. Für diese Gebäudeklassen sehen viele Landes-Bauordnungen erhöhte Brandschutzanforderungen vor – etwa das Kapseln der Holzkonstruktion oder den Einsatz mineralischer Dämmstoffe –, obgleich inzwischen dokumentiert und in der Praxis bewiesen ist, dass Holzkonstruktionen mit 60, 90 oder mehr Minuten Feuerwiderstand möglich und sogar als Brandwand-Ersatzkonstruktionen einsetzbar sind.

Zudem gelten für öffentliche Gebäude erhöhte Anforderungen an den Schall- und den Feuchteschutz sowie an schadstofffreies Bauen.

Eine weitere Schwierigkeit für öffentliche Bauherren ist die Vorab-Entscheidung für eine der zahlreich auf dem Markt konkurrierenden Holzbauoptionen – etwa Holzrahmenbau, Raumzellen / Holzmodulbau, Holz-Massivbau oder Systeme mit Holz-Verbundmaterialien. Ohne frühzeitige Festlegung auf ein System sind Detail- und Baukostenplanungen mit deutlichen Unsicherheiten behaftet.

Das Forschungsprojekt Ho_Sy will diese Problemstellungen mit einem offen zugänglichen, einfachen Holzbausystem für öffentliche Gebäude beantworten.

Die FNR ist seit 1993 als Projektträger des BMEL für das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe aktiv. Sie unterstützt außerdem Forschungsthemen in den Bereichen nachhaltige Forstwirtschaft und innovative Holzverwendung und begleitet die Charta für Holz des BMEL.

Quelle: Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe (FNR)

Wie München bis 2035 klimaneutral wird

Die Landeshauptstadt München hat sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu werden. Die Stadtverwaltung selbst soll dieses Ziel schon 2030 erreichen. Zwei neue Studien in Zusammenarbeit von Öko-Institut, Hamburg Institut, Intraplan und der Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft (FfE) zeigen jetzt auf, wie das Ziel der Klimaneutralität so schnell wie möglich erreicht werden kann und welche Maßnahmen die Stadt dafür ergreifen muss. Die wichtigsten Felder für die Münchner Klimaschutzpolitik: eine CO2-freie Wärmeversorgung mit klimaneutraler Fernwärme, Geothermie und die energetische Sanierung der Gebäude sowie eine klimaschonende Mobilität für eine lebenswerte Stadt mit Elektromobilität und einem starken ÖPNV.

„Beide Studien zeigen klar, dass alle Akteure in der Stadt schnell und energisch handeln können und müssen, damit das Ziel Klimaneutralität zeitnah erreicht werden kann. Damit kann München einen starken Beitrag zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens leisten“, fasst Christof Timpe, Projektleiter des Fachgutachtens für ein klimaneutrales München und Leiter des Institutsbereichs Energie & Klimaschutz am Öko-Institut, zusammen.

Wärmestudie München: Weg zum klimaneutralen Wärmesektor

Die von der FfE und dem Öko-Institut im Auftrag der Stadtwerke München bearbeitete Studie „Klimaneutrale Wärme München 2035“ zeigt Strategien auf, wie der Wärmesektor der Stadt klimaneutral werden kann. Kernelemente sind dabei eine schnellere und bessere Wärmedämmung mit einer Sanierungsrate von mehr als zwei Prozent aller Gebäude pro Jahr sowie ein Umbau der Fernwärmeerzeugung – weg von fossilen Energieträgern und hin zu Geothermie und anderen erneuerbaren Energien. In den Quartieren, in denen keine Fernwärme angeboten werden kann, müssen die heute dominierenden Heizungen auf Basis von Erdgas und Heizöl systematisch durch Wärmepumpen und andere Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien ausgetauscht werden.

München klimaneutral
Mit der Verwendung von erneuerbarer Energie und erneuerbarer Wärme will München klimaneutral werden. Foto Holzbauwelt.de

Die Studie stellt ein Paket von Handlungsempfehlungen zusammen, mit denen die Stadt mit Unterstützung durch den Bund und den Freistaat Bayern die Emissionen des Wärmesektors mit Ausnahme der Abfallverbrennungs­anlagen auf nahezu Null reduzieren kann. „Angesichts der künftig voraussichtlich stark ansteigenden Preise für fossile Energieträger sind eine gute Wärmedämmung und klimaneutrale Heiztechnik nicht nur für das Klimaziel wichtig, sie schützen zugleich Mieterinnen und Mieter vor kräftigen Steigerungen der Heizkosten,“ sagt Timpe weiter.

Fachgutachten Klimaneutralität: Maßnahmenplan für den Klimaschutz

Auf dem Weg zur Klimaneutralität in München müssen neben dem Wärmesektor auch viele andere Bereiche des städtischen Lebens so verändert werden, dass sie dem angestrebten Ziel entsprechen. Dabei sollen in den großen Feldern Wärme, Kälte und Strom, Verkehr, Wirtschaft und Dienstleistung, privater Konsum sowie Stadtverwaltung und kommunale Unternehmen möglichst wenige Einschränkungen und möglichst viele attraktive und bequeme Alternativen entstehen.

Im Rahmen des Fachgutachtens Klimaneutralität im Auftrag der Landeshauptstadt München haben das Öko-Institut, das Hamburg Institut und Intraplan eine umfassende Sammlung von über 250 Maßnahmen zum Klimaschutz vorgelegt. Die Empfehlungen bauen im Wärmesektor auf die Wärmestudie der Stadtwerke auf.

Der Strombedarf der Stadt München soll künftig über erneuerbare Energien gedeckt werden. Dazu gehört ein Ausbau der Photovoltaik von heute etwa 75 Megawatt (MW) auf 800 MW innerhalb der Stadt im Jahr 2035 ebenso wie die Gewinnung von Strom aus dem biogenen Anteil des Abfalls der Stadt sowie aus Klärschlamm bzw. Klärgas. Darüber hinaus planen die Stadtwerke München weitere Investitionen in erneuerbare Energien außerhalb des Stadtgebiets, so dass bis 2035 der gesamte Strombedarf Münchens rechnerisch erneuerbar gedeckt werden kann.

Im Verkehr können die Treibhausgasemissionen über drei wesentliche Ansatzpunkte reduziert werden: Vermeidung von Verkehr, seine Verlagerung auf klimafreundlichere Verkehrsmittel (Umweltverbund) und eine weniger klimaschädliche Abwicklung des verbleibenden Verkehrs. „Trotz vieler vorhandener guter Ansätze ist dies ein langwieriger Prozess, der erhebliche Investitionen in die Infrastrukturen des öffentlichen Verkehrs erfordert“, erläutert Alexandra Rudolf, Verkehrsplanerin bei Intraplan. Gerade wegen dieser langen Umsetzungszeiten der wirkungsstarken Maßnahmen ist es umso wichtiger, unverzüglich und mit ausreichenden Ressourcen die Planung der entsprechenden Projekte voranzutreiben. „Selbst eine Stadt wie München ist dabei auf die rechtliche und finanzielle Unterstützung des Freistaats und des Bundes angewiesen“, so Rudolf weiter.

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Klimaneutral bauen mit dem Baustoff Holz – mehrgeschossige Aufstockung Dantebad plus in München. Foto: Huber & Sohn

Im Maßnahmenprogramm werden auch konkrete rechtliche Instrumente aufgezeigt, mit denen die Vorschläge umgesetzt werden könnten. „So kann der Stadtrat in Bebauungsplänen die Verbrennung von Heizöl und Erdgas in neuen Heizungen Schritt für Schritt beschränken“, sagt Christian Maaß, Geschäftsführer des Hamburg Instituts, und betont den Pioniercharakter einer solchen Maßnahme: „München könnte somit die erste deutsche Großstadt werden, die konsequent für den Umstieg von fossilen Brennstoffen auf klimaneutrale Fernwärme und dezentrale erneuerbare Wärme sorgt.“

Bundesweiter Rahmen für die Energiewende nötig

Die beiden Studien zeigen auch, dass Städte und Gemeinden einen verlässlichen Rechtsrahmen für mehr Klimaschutz seitens der Bundesregierung benötigen. Nur so kann es gelingen, das gesamte Energiesystem zeitnah so umzugestalten, dass die Ziele des Pariser Klimaabkommens erreicht werden.

Dazu gehören Instrumente wie ein ambitionierter CO2-Preis, der klimaschädliche Treibhausgase verteuert, eine Abschaffung der EEG-Umlage, um emissionsarmen Strom im Gegenzug günstiger zu machen sowie gut ausgestattete Förderprogramme für die Gebäudesanierung und die Möglichkeit für Kommunen, höhere Anforderungen an einen klimaschonenden Gebäudebestand und klimaneutrale Heizanlagen zu stellen.

Quellen: Öko-Institut, Hamburg Institut, Intraplan und der Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft (FfE).

Dante plus – Parkplatzüberbauung mit Wohnraum

Das Holzbauprojekt Dante plus oder auch Dante 2 genannt, wurde nach 15monatiger Bauzeit fertiggestellt, die Wohnungen sind ab Januar 2022 bezugsfertig. Die Arbeitsgemeinschaft aus dem Wohnungswirtschaftsunternehmen B&O und der Eiselfinger Holzbaufirma Huber & Sohn hat für die Münchner Wohnungsbaugesellschaft Gewofag erneut einen Parkplatz diesmal mit 144 Wohneinheiten überbaut.

Nach der erfolgreichen Überbauung des Dantebad Parkplatzes an der Homerstrasse mit dem mehrfach ausgezeichneten Stelzenbau mit 100 Wohnungen im Jahre 2016 nun das Nachfolgeprojekt Dante plus. Auf dem 10.500 m² großen Reinmarplatz unweit des Dantebades im Münchner Stadtbezirk Neuhausen-Nymphenburg entstand ein neues Wohnprojekt durch die Parkplatzüberbauung aus dem Programm „Wohnen für alle“.

Dante plus
Dante plus mit Parkplatzüberbauung als Holzbau mit 144 Wohneinheiten am Müchner Reinmarplatz. Foto: Huber & Sohn

Dante plus verfügt über mehr Wohneinheiten für Familien

Im Gegensatz zum ersten Stelzenbau am Dantebad wurde jetzt der zweite Stelzenbau am Reinmarplatz mit mehr größeren Wohnungen geplant, damit auch Familien zum Zug kommen. 88 der 144 Wohneinheiten bieten drei Zimmer oder mehr. Damit hat die Gewofag bei Dante plus den Anteil an Familien(Sozial-)Wohnungen deutlich erhöht. Die Gesamtwohnfläche aller 144 Wohneinheiten beträgt insgesamt 8200 m².

Das Bauprojekt Dante plus im Münchner Westen an der Dantestrasse wurde diesmal nicht als Riegel über den Stellflächen errichtet, sondern als ein umlaufendes Karree am äußeren Rand des Parkplatzes. In der Summe bleiben 145 Stellplätze erhalten, von denen mehr als 100 fix für die Besucher des Dantebads reserviert sind. Dazu kommen 315 Parkplätze für Fahrräder. Da unten ausschließlich geparkt wird, entstehen auf dem Dach Aufenthaltsflächen für die Bewohner und eben auch ein Spielplatz, auf dem Kinder von der Rutschenspitze aus einen für Spielplätze außergewöhnlichen Blick haben dürften.

Dante plus als klimafreundlicher Holzbau erstellt

Mit der Bauform als Karree wurde Dante plus entlang des Parkplatzrandes gebaut. Die Bauweise ist die gleiche geblieben wie bereits bei Dante1. Auf dem Stahlbetontisch im Erdgeschoss wurde in 18 Wochen Montagezeit im Spätherbst und Winter 2020‘/21 ein im Werk vorgefertigter Holzbau aus Flächenelementen errichtet. Die Konstruktion hat tragende Innenwände im Massivholzsystem des Holzbauunternehmens Huber & Sohn mit Brettsperrholz-Wandelementen (Brandwände/Schotten). Auch die Treppenhäuser im Dante plus sind aus Massivholzelementen hergestellt. Außen steifen Holzrahmenwände das Gebäude aus. Die Zwischendecken, Liftschächte und das Dach wurden ebenfalls in Brettsperrholz-Bauweise erstellt. Insgesamt wurden rund 2500 m³ Holz verbaut.

Nachfrage für nachhaltige Gebäude steigt

Die Aktivitäten rund um grüne und nachhaltige Gebäude sogenannte Green Buildings geht in die richtige Richtung, aber die Branche muss nachlegen. Dies geht aus dem aktuellen, jährlich erscheinenden Nachhaltigkeitsbericht hervor, der von der RICS und dem World Built Environment Forum erstellt wurde. Nachhaltige Gebäude als Gewerbeimmobilien sind gefragt.

Der Bericht für das Jahr 2021, der die Meinungen von mehr als 4.000 Teilnehmern aus 30 Ländern des RICS Global Commercial Property Monitors und des RICS Global Construction Monitors zusammenfasst, zeigt, dass die Bereitschaft zu umweltfreundlicheren Gebäuden und nachhaltigeren Projekten wächst, aber nicht schnell genug, um die globalen Netto-Null-Ziele zu erreichen. Die Studie untersucht insbesondere, wie sich die Präferenzen für grüne Gebäude verändert haben und welche Faktoren das wachsende Interesse an ökologischen, sozialen und Governance (ESG)-Investitionen bestimmen.

Umweltfreundliche und nachhaltige Gebäude im Trend

Im Jahr 2021 geben über 40 % der Befragten an, dass die Nachfrage von Kunden, Stakeholdern und Auftraggebern eine der Hauptantriebskräfte für den Boom bei Investitionen in Umwelt, Soziales und Governance (ESG) ist. In der Tat gaben per Saldo 55 % Befragte einen Anstieg des Interesses von Nutzern und Investoren an umweltfreundlichen und nachhaltigen Gebäuden an, und nur 6 % der Befragten berichteten von einem Rückgang der Nachfrage nach solchen Anlagen, trotz der Herausforderungen durch Covid-19.

Weitere Faktoren, die den Wandel beeinflussen, sind das gestiegene Bewusstsein für ESG-Risiken und -Chancen sowie das Markenimage und der Ruf. Die Erwartung höherer Renditen spielte nur bei circa 15 % der Befragten eine treibende Rolle. Da die Nachfrage nach umweltfreundlicheren Immobilien steigt, kann die Verbesserung der Nachhaltigkeitsattribute eines Gebäudes einen Mietaufschlag bewirken. Weltweit glaubt etwa die Hälfte der Umfrageteilnehmer, dass grüne Gebäude einen Miet- und Preisaufschlag gegenüber nicht-nachhaltigen Gebäuden erzielen. Mehr als ein Drittel glaubt, dass der Miet- und Preisaufschlag bei bis zu 10 % liegt; etwa 15 % schätzen ihn noch höher ein. Darüber hinaus geben über 30 % an, dass, selbst wenn es keinen Miet- oder Preisaufschlag gibt, Gebäude, die nicht als nachhaltig eingestuft sind, einem „braunen Discount“ unterliegen. Nur 20 % sind der Ansicht, dass es weder einen Miet- oder Preisaufschlag noch Discount gibt.

Nachhaltige Gebäude
Nachhaltige Gebäude als Gewerbeimmobilien finden das Interesse von Investoren

Etwa 45 % der Befragten weltweit berichten von einer moderaten Belebung der Investorennachfrage nach grünen Gebäuden. Weitere 16 % stellen einen stärkeren Anstieg des Interesses fest. Europa spielt hier eine Vorreiterrolle mit über 30 %, also fast ein Drittel der Befragten berichten demnach von einem stärkeren Nachfrageanstieg. Insgesamt gehen in Europa 74 % von einem signifikanten bis moderaten Anstieg aus.

Kreislaufwirtschaft für nachhaltige Gebäude im Bauwesen erforderlich

Im Bausektor geben zwei Drittel der Befragten an, dass die oberste Priorität für mehr Nachhaltigkeit in der Minimierung von Abfällen liegt, und etwa die Hälfte der Befragten sieht widerstandsfähigere Bauprodukte, -materialien und -komponenten als eine Hauptaufgabe an. Obwohl 55 % der Befragten berichten, dass die Nachfrage nach recycelten und wiederverwendbaren Materialien im vergangenen Jahr gestiegen ist, haben 43 % noch keine Veränderung festgestellt. Da der Bausektor jedes Jahr für etwa 40 % des Kohlenstoffausstoßes verantwortlich ist, wurden die Umfrageteilnehmer nach ihren Verfahren zur Messung des betrieblichen und gebundenen Kohlenstoffs befragt, um den Kohlenstoffausstoß des Sektors zu verringern.

Kritisch anzumerken ist, dass 70 % der Befragten angaben, dass keine Messung des betrieblichen Kohlenstoffausstoßes während des Lebenszyklus ihrer Projekte stattfindet. Außerdem gibt mehr als die Hälfte an, dass sie den gebundenen Kohlenstoff nicht messen, und von denjenigen, die ihn messen, nutzen ihn weniger als 14 %, um die Materialien auszuwählen, die sie in ihrem Projekt verwenden. Da sich die Auswirkungen des Klimawandels verschärfen, suchen die Unternehmen nach Lösungen, z.B. nach internationalen Baumanagementstandards. Rund 18 % der Befragten geben an, dass sie einen standardisierten Ansatz zur Messung ihres Kohlenstoffs nutzen würden, wenn es diesen gäbe, wobei die größte Bereitschaft mit über 30 % in Neuseeland, Singapur und auf den Philippinen zu verzeichnen war. In Deutschland liegt der Wert bei rund 21 %. Die Auswirkungen auf die Biodiversität rangiert erst am Ende der Liste mit knapp 20 %. Dabei könnte die Versiegelung von Flächen eines der größten Risiken sein, wenn es um neue Projekte geht.

Nachfrage nach klimaangepassten Immobilien in Europa nimmt zu

Der RICS-Index für nachhaltiges Bauen (Maß für die Nachfrage von Nutzern und Investoren) ergab einen Nettosaldo von +69 % in Europa, was über dem weltweiten Durchschnitt von +55 % liegt. In Deutschland liegt der Wert sogar bei +75 %. Auf den europäischen Märkten ist eine stärkere Nachfrage nach klimaangepassten Immobilien zu beobachten (über 30 %), was sich in den Mietpreisaufschlägen widerspiegelt: 42 % der Umfrageteilnehmer gaben an, dass die Mieten für umweltfreundlichere Gebäude gestiegen sind. In ganz Europa sind die Hauptantriebskräfte für den ESG-Investitionsboom: Markenimage und Reputation (47 %), dicht gefolgt von der Nachfrage von Kunden, Stakeholdern und Auftraggebern (46 %). Die oberste Priorität des europäischen Bauwesens, um nachhaltiger zu werden, ist die Verringerung der Kohlenstoffemissionen (53 %), dicht gefolgt von der Abfallminimierung. In Europa gaben 34 % der Befragten an, dass sie den betrieblichen Kohlenstoff messen, und 19 % der Befragten würden ihren gebundenen Kohlenstoff messen, wenn es ein weltweit anwendbares Messinstrument gäbe.

Fazit von RICS für nachhaltige Gebäude

Susanne Eickermann-Riepe FRICS, Vorstandsvorsitzende der RICS in Deutschland: „Die Nachfrage nach grünen und nachhaltigen Immobilien bei Gewerbeimmobilien steigt deutlich. Diese Erkenntnis, aber auch das Bewusstsein für ESG-Risiken wird als ein treibender Faktor benannt, ebenso wie das Image und die Reputation. Die Erwartung an eine bessere Performance und höhere Renditen spielt eine eher untergeordnete Rolle.

Insbesondere in Europa nimmt die Nachfrage nach grünen und nachhaltigen Gebäuden Fahrt auf, sowohl bei Investoren, als auch bei Mietern. Gleichzeitig werden steigende Mieten und Preise für grüne und nachhaltige Gebäude von der Hälfte der Befragten bestätigt. Ein Drittel sieht eher einen brauen Discount. Während der Kapitalmarkt und die Asset Manager voranschreiten, um mit grünen Produkten zu punkten, zeigt der Blick auf die Bauindustrie, dass die Messung der Kohlenstoff-Emissionen im (Bau-)Betrieb und beim Material noch in den Anfängen steckt. Wenn die CO2-Reduktion nicht Maßstab für die Auswahl von Materialien, Systemen und Komponenten bei Baumaßnahmen ist, wie sollen dann grüne und nachhaltige Produkte entstehen?“

Quellen: RICS, World Built Environment Forum

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