Bauprojekt bezahlbarer Wohnraum ausgezeichnet

Bezahlbarer Wohnraum in Holzbauweise war das Ziel des ehrgeizigen Pilotprojektes Dantebad durch Münchens städtische Wohnungsbaugesellschaft GEWOFAG. In Rekordzeit wurde dringend benötigter bezahlbarer Wohnraum über der Parkfläche des Dantebades neu gebaut. Zu Recht ausgezeichnet wurde nun das gelungene Bauprojekt der GEWOFAG mit dem deutschen Bauherrenpreis.

Der Deutsche Bauherrenpreis ist die wichtigste Auszeichnung für die deutsche Bauwirtschaft und wird von der Arbeitsgruppe KOOPERATION des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, des Bundes Deutscher Architekten BDA und des Deutschen Städtetages seit 1986 vergeben.

Bezahlbarer Wohnraum – Holzbausystem durch Bachmehringer Holzbaufirma Huber & Sohn

Als Baupartner beteiligt war das Bachmehringer Holzbau-Unternehmen Huber & Sohn GmbH &  Co. KG, das bereits den ersten Achtgeschosser Deutschlands als mehrgeschossiges Holzbausystem in Bad Aibling gebaut hatte. Josef Huber, geschäftsführender Gesellschafter von Huber & Sohn: „Diese Bauprojekt zeigt, was möglich ist, wenn alle Baubeteiligten optimal zusammenarbeiten können.Wir stolz darauf mit unserem Holzbausystem und unseren Fenstern an diesem Projekt maßgeblich mitgewirkt zu haben. Wir bedanken uns herzlich für die gute Zusammenarbeit. Unsere besten Glückwünsche gehen an die GEWOFAG. Der Preis ist absolut verdient.“

bezahlbarer Wohnraum
Deutscher Bauherrenpreis bezahlbarer Wohnraum für Parkplatzüberbauung Dantebad München – Holzbausystem durch Huber & Sohn, Bachmehring

Die Idee hinter dem Pilotprojekt – entworfen von Florian Nagler Architekten – Parkplätze zu überbauen und damit sowohl diese zu erhalten als auch neuen bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, stammte vom Bad Aiblinger Unternehmer Dr. Ernst Böhm – Mehrheitsgesellschafter der B&O Gruppe. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter war von der Idee „Sozialer Wohnungsbau durch Nachverdichtung“ überzeugt und schlussendlich wurde die städtische Wohnungsbaugesellschaft GEWOFAG mit dem Projekt betraut. Mit dem städtischen Parkplatz am Dantebad fand sich ein optimaler Standort. Den Auftrag für die Bauleistung als Generalübernehmer erhielt die B&O Gruppe.

Um die meisten der vorhandenen Parkplätze zu erhalten und in kurzer Zeit Wohnraum herstellen zu können, setzte B&O auf die Holzbauweise mit Huber & Sohn als Partner. Über dem Parkplatz wurde zunächst ein Stahlbetontisch mit Unterzugstütze errichtet – darunter können die Pkws wie bisher parken. Die eigentliche Wohnbebauung erfolgt als 4-geschossige Holzkonstruktion. Die Parkplatzüberbauung am Dantebad in München: Ein Leuchtturmprojekt im Bereich serielles und modulares Bauen das zeigt, wie bezahlbarer Wohnraum in kurzer Zeit geschaffen werden kann.

Bauplanung im mehrgeschossigen Holzbau

Dass es in Deutschland noch an sehr vielen unterschiedlichen Stellen bei der Bauplanung im mehrgeschossigen Holzbau hakt, zeigten die Forschungsergebnisse der Verbundprojekte „leanWOOD“ und „THG-Holzbau“ deutlich. Ob bei der Ausbildung von Holzbau-Ingenieuren, überarbeitungsbedürftigen Bauvorschriften und Vergaberichtlinien oder mangelnden Standardisierungen im Holzbau – die verschiedenen Hemmnisse sind oft stark miteinander verwoben und erfordern – wie in der Schweiz – die interdisziplinäre Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure.

Der moderne Holzbau zeichnet sich durch die Werkstatt-Produktion von Bauelementen mit hohem Vorfertigungsgrad und hoher Qualität aus. Die Vorfertigung ist eine Prämisse der Wirtschaftlichkeit sowie der Qualitätssteigerung und erfordert einen erhöhten Planungsaufwand, der die Fertigung der Bauelemente, deren Transportlogistik und die Montage berücksichtigt.

Bei der Optimierung der Bauplanung im mehrgeschossigen Holzbau liegt das größte Potential

Die traditionellen Bauweisen, die sich vor allem auf die Vor-Ort-Produktion konzentrieren, haben seit Jahrhunderten den Rahmen der Organisation des Projektablaufs und der Gesetzgebung geprägt. Der heute übliche Projektablauf mit den separierten Einzelschritten Planung, Ausschreibung, Produktion und Bau stellt ein großes Hemmnis für den vorgefertigten Holzbau dar, da in der Regel der Holzbaubetrieb nicht in den Planungsprozess eingebunden wird und somit entscheidendes Wissen für eine komplette Ausführungsplanung fehlt.

Bauplanung im mehrgeschossigen Holzbau
Optimierung der Bauplanung im mehrgeschossigen Holzbau sorgt für eine reibungslose Bauabwicklung – Foto: Huber & Sohn

Aufgrund der Komplexität sind heute die meisten Architekten und Ingenieure mit den vielfältigen Anforderungen des Holzbaus, vor allem beim mehrgeschossigen Bauen, überfordert und auf die Beratung durch Holzbauspezialisten angewiesen. Idealerweise würde daher heute ein Bauprojekt produktionsgerecht von einem Team aus Architekten, Ingenieuren und Holzbauplanern von Anfang an gemeinsam geplant werden. Hier setzt leanWOOD an.

LeanWOOD – Vorfertigung und Bauplanung im mehrgeschossigen Holzbau

Verständnis von „lean“. „lean “ meint das „Verschlanken“  (optimieren) von Planungsprozessen im Sinn der bekannten Ansätze von „lean“ Methoden für die weitere Entwicklung und Anpassung der bestehenden Planungs- und Bauprozesse im vorgefertigten Holzbau.

Ziele: Entwickeln eines holzbaugerechten Planungsablaufs für die vorgefertigte Holzbauweise um einen Mehrwert für alle Beteiligten der gesamten Wertschöpfungskette des Holzbaus zu erzielen.

Methodik: Integrative und systematische Vorgehensweise zur Feststellung von Rahmenbedingungen, vorhandenen Grundlagen und Hemmnissen sowie zur Entwicklung von Empfehlungen für eine Verbesserung bestehender Planungsabläufe.

Umfang: Die Optimierung der Planungsabläufe hat Auswirkung auf die gesamte Wertschöpfungskette von Planung, Produktion und Montage von vorgefertigten Holzbauten um deren Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.

Ansatz: Besonderheiten der Planung von vorgefertigten Holzbausystemen zu erkennen, dafür neue Lösungsansätze zu entwickeln und in die bestehenden Prozesse zu integrieren; Strategie zur Weiterentwicklung der Bauabläufe für Holzbauten anhand folgender Überlegungen:

  • Findung des geeigneten kompetenten Planungsteams, das die Komplexität von Holzbauprojekten bis zur CNC Produktion berücksichtigt
  • Planungsprozesse holzbaugerecht zu verbessern
  • Mehrfachplanungen und Umplanungen zu vermeiden
  • Die Grundlagen für die Verbesserung der Ausführungsqualität zu schaffen
  • Effizientere Bauabläufe zu ermöglichen.

Erwartete Auswirkungen: Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Akzeptanz von vorgefertigten Holzbauten durch eine optimierte Bauplanung im mehrgeschossigen Holzbau.

Holzhochhäuser entstehen als Holzhybridbau

Holzhochhäuser in Hybridbauweise sind die neuen Wolkenkratzer am Himmel. Der Baustoff Holz etabliert sich zukünftig als ebenbürtiger Werkstoff zu Stahl und Beton. Renommierte Architekturbüros wetteifern um die höchsten Gebäude in Holzhybridbauweise. In Tokio wird das höchste Holzhaus der Welt mit 350 Meter Höhe geplant.

Mehrgeschossiges Bauen Holzbauweise
Vorbild Bad Aibling: Mehrgeschossiges Bauen in Holzbauweise

Es war nur eine Frage der Zeit, dass irgendwann der Holzbau seine konstruktiven Möglichkeiten in der Höhe auslotet. Was bei den Einfamilienhäusern, im Holzhallenbau mit weiten Tragwerken funktioniert, wird nun im mehrgeschossigen Holzbau weiter transportiert und transformiert. Das ehemals höchste Holz-Hochhaus Deutschlands wurde bereits 2011 im oberbayerischen Bad Aibling erstellt. Mehrgeschossiger Wohnungsbau mit Holz gewinnt an Bedeutung.

Die Höhe des Gebäudes mit 25 Meter erfüllte die Hochhausgrenze. Bei der Konzeption des Bauwerks der Gebäudeklasse 5 waren wegen der Holzbauweise besonders hohe Anforderungen an Brandschutz, Statik und Schallschutz zu erfüllen. Aus Gründen des Brandschutzes musste das Treppenhaus in Stahlbetonbauweise errichtet werden. Ansonsten wurde das Holzhochhaus aus vorgefertigten Massiv-holzwänden aufgebaut. Das Gebäude beinhaltet Wohnungen und Büros. Für Stefan Winter, vom Lehrstuhl für Holzbau und Baukonstruktion an der TU München passt gerade die Holzhybridbauweise den Bauherren, die Holz als das Wunschmaterial zum behaglichen Wohnen sehen und die Wände sind ohnehin meist vergipst.

Holzhochhäuser entstehen in Europa, Kanada und Asien

Pionierarbeit leisteten die ersten Planer und Holzbauunternehmen, die die erste Generation der Holzhochhäuser entstehen ließ, um die Hochhausgrenze überspringen zu dürfen. Die Bauvorschriften sahen das nicht vor. Intelligente Planung und durchdachte Konstruktionen waren die Herausforderung, um die wenig holzbautauglichen Bauvorschriften erfüllen zu können. Holzbauweise in Verbindung mit Beton im Kern führt zur Holzhybridbauweise im Holzhochhausbau.

Holzhochhäuser
Holzhochhäuser mit neuen Holzwerkstoffen sind so stabil wie Stahlbeton. ©Sumitomo Forestry Co., Ltd

Das bisher höchste Holzhochhaus misst 53 Meter und steht in Vancouver. Die Holzkonstruktion des Studentenwohnheim „UBC Brock Commons“ wurde 2017 in nur 66 Tagen errichtet und ist das derzeit höchste Holzwohngebäude der Welt. Beratend war hier bei der Planung Hermann Kaufmann Architekten aus Vorarlberg eingebunden. Bereits Ende 2018 wird Vancouver von Wien ablöst. Das Wiener „HoHo“wird dann mit 24 Geschossen und 84 Meter Höhe fertiggestellt sein.

Das japanische Bauunternehmen Sumitomo Forestry Co., Ltd plant einen Wolkenkratzer aus Holz mit 350 Meter Höhe. Die Fertigstellung des 70 Stockwerke umfassenden Holzhybridgebäudes, das zu 90 % aus Massivholz bestehen wird, ist für 2041 geplant. Das zu verbauende Holz umfasst 185.000 Kubikmeter. Fazit: Mehrgeschossiger Holzbau revolutioniert den Wohnungsbau.

Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“

„Impulse für den Wohnungsbau“ ist eine bundesweite Aktion von 30 Organisationen und Verbände der Architekten und Planer, der Bau- und Immobilienwirtschaft. Die Aktion fordert Bund und Länder auf, den sozialen Wohnungsbau auch ab 2020 gemeinsam zu managen. Benötigt werden vor allem Sozialwohnungen.

„Impulse für den Wohnungsbau“: 80.000 Sozialwohnungen pro Jahr

Mit 24.550 neu gebauten Sozialmietwohnungen im vergangenen Jahr zeigt der Trend erstmals wieder nach oben. Dass deutlich mehr als jede dritte Sozialwohnung davon in Nordrhein-Westfalen entstanden ist, spricht für die soziale Wohnungsbaupolitik an Rhein und Ruhr. „Wir kommen bundesweit jedoch aus dem Kellergeschoss und haben mit der Baubilanz der Sozialwohnungen im vergangenen Jahr gerade einmal die ersten Stufen nach oben geschafft – ein knappes Drittel von dem, was tatsächlich notwendig gewesen wäre. Denn Deutschland braucht mindestens 80.000 zusätzliche Sozialmietwohnungen pro Jahr“, sagt der Koordinator der Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“, Dr. Ronald Rast.

Nach Angaben der Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“ werden bundesweit rund 5,5 Millionen Sozialwohnungen benötigt. Insgesamt stünden allerdings lediglich knapp 1,4 Millionen auf dem Wohnungsmarkt zur Verfügung. Derzeit baue Deutschland damit „weit weg vom tatsächlichen Bedarf“.

Impulse für den Wohnungsbau
Sozialer Wohnungsbau als sechsgeschossige Passivhaus Siedlung mit 92 Wohnungseinheiten von Kaufmann Bausysteme

Der Bund muss den sozialen Wohnungsbau weiter stärken. Wichtig dabei ist, dass die Länder die Mittel des Bundes – in diesem und im kommenden Jahr sind dies 1,5 Milliarden Euro pro Jahr – ausschließlich in den sozialen Wohnungsneubau stecken und nicht anders verwenden – beispielsweise zur Schuldentilgung. Zudem müssen die Länder die Mittel des Bundes selbst noch einmal verdoppeln und für marktgerechte Förderprogramme sorgen“, fordert Koordinator Ronald Rast.

„Impulse für den Wohnungsbau“ setzt auch Dachaufstockung und Nachverdichtung

An Bund, Länder und Kommunen richtet die Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“ den Appell, Baugrundstücke schnell und verbilligt zur Verfügung zu stellen. Mit der Vergabe öffentlicher Grundstücke im Höchstpreisverfahren müsse Schluss sein. Darüber hinaus seien Bauflächen-Potenziale deutlich besser zu nutzen: So würden beispielsweise viele Dächer die Chance einer Aufstockung bieten. Das Stichwort laute hier: Nachverdichtung – insbesondere in Innenstädten. Ebenso müssten in Städten Brachflächen und Mischgebiete schneller und umfassender als bislang genutzt werden.

Kurze Bauzeit durch Holzmodulbauweise

Eine kurze Bauzeit durch Holzmodulbauweise von nur drei Monaten mit Vorarlberger Bauqualität durch Kaufmann Bausysteme ermöglicht monatliche Wohnkosten von 500 € für eine 65 m² Wohnung. Mit dem innovativen Wohnprojekt „Wohnen 500“ wurden alle Vorgaben des Landes Vorarlberg, die im Sonderwohnbau-Programm für Flüchtlinge und Gemeinden festgelegt wurden, erfüllt.

Neue Herausforderungen brauchen auch neue Denkansätze. Die VOGEWOSI hat als größte gemeinnützige Wohnbaugesellschaft des Landes schon in der Vergangenheit äußerst kostengünstig gebaut, um den Bewohnern leistbare Mieten zu garantieren. Bei dem Projekt „Wohnen 500“ sollten die Wohnkosten noch weiter gesenkt und vor allem die Bauzeit deutlich verkürzt werden.

Gemeinsam mit Architekt Johannes Kaufmann aus Dornbirn und dem Bregenzerwälder Holzbauunternehmen Kaufmann Bausysteme aus Reuthe ist es in monatelangen Vorbereitungen gelungen, ein nachhaltiges Modulsystem (modulares Bauen mit hohem Vorfertigungsgrad) für die Errichtung von innovativen Wohnanlagen für die Zukunft zu entwickeln. Die Module werden bei Kaufmann in Reuthe gefertigt, die Bestandteile der Wohnungen werden in Boxen geliefert und vor Ort zusammengebaut.

Energieeffizienz, Preis und Wohnqualität stimmen

Natürlich müssen gegenüber anderen Wohnanlagen gewisse Veränderungen vorgenommen werden, um diese Preise zu erzielen. So ist Barrierefreiheit nur im Erdgeschoß gegeben, weil kein Lift eingebaut wird. Ebenso werden auf eine Unterkellerung und eine Tiefgarage verzichtet. Dagegen sind ein Fahrradabstellraum und ein Trockenraum vorgesehen. Parkplätze werden oberirdisch errichtet. Die 3-Zimmer-Wohnungen verfügen alle über einen Balkon oder im Erdgeschoß eine Grünfläche. Auch die Energie-Effizienz kann sich sehen lassen, erklärt VOGEWOSI-Geschäftsführer Hans-Peter Lorenz. Bei „Wohnen 500“ wird mit einer Gas-Heizung mit Solaranlage der Stand eines Niedrig-Energiehauses erreicht, statt einer Fußbodenheizung sind Heizkörper vorgesehen.

kurze Bauzeit durch Holzmodulbauweise
Kurze Bauzeit durch Holzmodulbauweise von Kaufmann Bausysteme, Vorarlberg

Kurze Bauzeit durch Holzmodulbauweise begeistert

„Die Schaffung leistbaren Wohnraums ist ein Kernanliegen der Landesregierung“, erklärt Wohnbaureferent Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser. „Mit dem Sonderwohnbauprogramm haben wir uns das ambitionierte Ziel gesetzt, in Ergänzung zu unserem jährlichen gemeinnützigen Wohnbauprogramm noch weitere 150 Wohnungen zusätzlich zu schaffen. Dass so eine kurze Bauzeit durch Holzmodulbauweise möglich ist, Projekte in derart kurzer Bauzeit zu realisieren, freut uns natürlich ganz besonders.“

Bürgermeister Siegele: „Wir sehen im Projekt „Wohnen 500“ eine Möglichkeit für gelebte Integration in unserer Gemeinde. Es geht uns aber auch um Erfahrungen, ob sich dieses zeitsparende und kostengünstige Bausystem für weitere Wohnanlagen eignet, zum Beispiel für junge Familien, die ein paar Jahre eine sehr günstige Startwohnung brauchen, um sich dann weiter zu entwickeln.“

Sozialer Wohnungsbau durch Nachverdichtung

Sozialer Wohnungsbau ist in vielen deutschen Großstädten wieder in den Blickpunkt gerückt. Mangel herrscht allerorten an günstigen und bezahlbaren Wohnraum. Neue Grundstücksflächen sind rar und zudem teuer in städtischen Lagen. Was liegt da näher, als den vorhandenen Raum in der Höhe zu überbauen? Genial einfach – einfach genial!

Die Stadt München ist eine der am stärksten wachsenden Kommunen in Deutschland. Bis zum Jahr 2030 wird mit einem Zuzug von etwa 200.000 Neubürgern gerechnet. Um den dafür notwendigen Wohnraum schaffen zu können, spielt gerade die Nachverdichtung von bestehenden Wohngebieten eine wichtige Rolle. Aufstockung, Anbauten sowie durch Bebauung von Freiflächen zwischen den Wohnanlagen bieten sich an.

Allerdings sind die Flächen für Neubebauungen knapp, dazu haben die Freiflächen eine hohe Bedeutung für das Klima der Stadt – beispielsweise als Frischluftschneisen. Darüber hinaus dienen sie den Stadtbewohnern als Begegnungs- und Spielorte sowie als Fläche für Naherholung und Freizeit.

Sozialer Wohnungsbau begeistert durch Parkplatzüberbauung

Die geniale Idee Parkplätze zu überbauen, kam für den Münchener Oberbürgermeister Dieter Reiter zur rechten Zeit vom Bad Aiblinger Unternehmer Dr. Ernst Böhm von der B&O-Gruppe. Mit dieser Idee würden bereits versiegelte Flächen doppelt genutzt – zum einen als Wohnraum, zum anderen als Parkfläche.

Im Rahmen des städtischen Wohnungsbauprogramms „Wohnen für alle“ sollen innerhalb kürzester Zeit von 2016 – 2019 circa 3.000 neue, bezahlbare Wohnungen entstehen. Für dieses Ziel ist man für ein Pilotprojekt einer Parkplatzüberbauung schnell für einen geeigneten Standort fündig geworden. Der städtische Parkplatz am Dantebad war für dieses Pilotprojekt ideal geeignet. Zwischen dem Freibad und einem Sportplatz gelegen, dazu waren die vorhandenen Parkplätze nicht gebunden.

Sozialer Wohnungsbau
Sozialer Wohnungsbau durch Nachverdichtung in Holz-Hybridbauweise durch Huber & Sohn

Sozialer Wohnungbau in Rekordzeit durch Holz-Hybridbauweise

Mit der Durchführung des Projektes wurde die städtische Wohnungsbaugesellschaft GEWOFAG betraut. Die ersten Planungen mit Bauvoranfrage erfolgten bereits im Februar 2016, im März 2016 wurde die Bauleistung als Generalübernehmerleistung ausgeschrieben. Die Auftragserteilung an die B&O Gruppe erfolgte im Mai 2016.

Mit der Auftragserteilung wurde auch ein ambitionierter Bauzeitplan zur Vorgabe für die Beteiligten. Durch starke Unterstützung der Stadt konnte in Rekordzeit eine Baugenehmigung erwirkt werden. Bereits im Juli 2016 konnte mit den Erd- und Betonarbeiten auf der Parkfläche begonnen werden. Um die ambitionierten Bauzeiten einhalten zu können, wurde großer Wert auf einen hohen Vorfertigungsgrad im Bereich mehrgeschossiger Holzbau gelegt. Die Fertigung in der Holzbaufirma Huber & Sohn, Bachmehring, erfolgte im Zwei-Schichtbetrieb. Auch hier erfolgte die Produktion teilweise parallel zur bereits laufenden Montage.

Im Januar 2017 erfolgten die Abnahmen der Wohnungen und die ersten Bewohner konnten Ende Januar 2017 ihr neues Heim beziehen.

 

 

 

Geschosswohnungsbau in Holzbauweise

Geschosswohnungsbau in Holzbauweise ist die Antwort auf den Wohnraummangel in den Städten. Der moderne Holzbau mit seiner hohen Vorfertigungsmöglichkeit trumpft bei der urbanen Nachverdichtung auf. So entstehen heute längst vier- und fünfgeschossige Holzbauten für den Wohnungs- und Bürobau. Aufgrund des Mangels an Gründstücken wächst der Holzbau in die Höhe. Achtgeschossige Wohnbauten und höher werden das neue Bild der Städte prägen.

Bauen mit Holz ist eine Erfolgsgeschichte. Das ist vor allem der Begeisterung der Bauteams, bestehend aus Bauherren, Architekten, Bauingenieuren und den Holzbaubetrieben zu verdanken. Das Bestreben ist stets, Holz als Hightech Werkstoff des 21. Jahrhunderts weiter zu entwickeln. Vielfältige intelligente und architektonisch überzeugende Bauprojekte wie z.B. der erste achtgeschossige Wohnungsbau als Massivholzsystem  in Bad Aibling durch die Holzbau-Firma Huber & Sohn belegen dies eindrücklich. Der Geschossfußboden des siebten Obergeschosses liegt mit 21,79 m knapp unterhalb der Hochhausgrenze.

Geschosswohnungsbau in Holzbauweise
Geschosswohnungsbau in Holzbauweise produziert von Huber & Sohn in Bachmehring

Geschosswohnungsbau in Holzbauweise drängt in die Stadt

Städte und Kommunen beklagen den sich zuspitzenden Wohnungsmangel. Aufgrund von fehlenden Freiflächen in den Städten ist der Wohnraum stark begrenzt. Bestehende Gebäude sind in der Regel renovierungsbedürftig und entsprechen den heutigen Anforderungen an Energieeffizienz der gültigen Energieeinsparverordnung (EnEV) nicht mehr. Dachaufstockungen im großen Stil bei bestehenden Wohnsiedlungen sind sehr wohl möglich. Auch hier punktet der Holzbau mit seiner Leichtbauweise bei fortwährender Vermietung der Wohnungen, wenn die Aufstockungsmodule montiert werden.

Schnell verfügbarer Wohnraum in der Stadt kann jedoch als Geschosswohnungsbau in Holzbauweise erzielt werden, wenn Stadtplaner und Investoren die Vorteile beim mehrgeschossigen Bauen vermehrt nutzen. Mit den bislang errichteten mehrgeschossigen Holzgebäuden konnte gezeigt werden, dass sich moderner, energieeffizienter Holzbau mit bis zu acht Geschossen auch mit den hohen gestellten Brandschutzanforderungen excellent in Einklang bringen lässt. Die bisherige Erfahrung mit diesen Gebäuden zeigt, dass sich diese auch bei den Nutzern aufgrund des Raumklimas und der Behaglichkeit sehr großer Beliebtheit erfreuen.

 

Mehrgeschossiger Holzbau wird zur Alternative

Mehrgeschossiger Holzbau und Hochbau nähern sich mit vielversprechenden Bauprojekten mehr und mehr an und werden für Investoren und Planer zu einer interessanten Alternative beim Bauen. Im modernen Holzbau hat sich in den letzten Jahrzehnten viel getan. Holz eignet sich heute fas…

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Wohnen für Alle in München

Mit dem Projekt „Wohnen für Alle“ in München sollen bis Ende 2019 rund 3000 neue Sozialwohnungen gebaut werden, zusätzlich zum geplanten Wohnungsbau. Belegt werden sollen die Häuser zu 51 % mit anerkannten Flüchtlingen . Die restlichen 49 % sind für Wohnungslose und Geringverdiener vorgesehen.

Wohnen für Alle als ökologisches Musterprojekt

Mit der Parkplatz-Überbauung des Dantebades in München ist ein revolutionärer Ansatz im verdichteten Bauen in der Stadt gelungen. Nach nur 180 Tagen Bauzeit finden Flüchtlinge, Obdachlose und Geringverdiener ein Zuhause über einem Parkplatz. Das Stelzenhaus am Münchner Dantebad wurde schnell, günstig und für einen dauerhaften Wohnraum geschaffen und das in Rekordzeit. Möglich machte dies die Holzbauweise mit vorgefertigen Bauteilen in mehrgeschossiger Bauweise von der Bachmehringer Holzbaufirma Huber & Sohn. Im Januar 2016 erhält die städtische Wohnungsbaugesellschaft GEWOFAG vom Müchner OB Reiter den offiziellen Bauauftrag.

Was der Tochterfirma der Stadt München zugute kommt: Um nach der Flüchtlingswelle Wohnraum zu schaffen, hat Bayern, wie andere Bundesländer auch, die Anwendung des Vergaberechts gelockert. Der Auftrag kann an einen Generalunternehmer vergeben werden. Zur gleichen Zeit arbeitet in Berlin Bundesbauministerin Barbara Hendricks an historischen Änderungen im Baugesetzbuch. Im „urbanen Gebiet“ soll die Nutzung künftig gemischt sein.: Handel, Gewerbe, Einfamilienhäuser, Grünanlagen, all das soll in den Städten fließend übergehen. Das war die Initialzündung auf dem Weg zur Überbauung des Dantebades.

Wohnen für Alle
Verdichtetes Bauen in München – Parkplatz-Bebauung Dantebad als Holz-Systembau

München etabliert sich zur Holzbau-Hauptstadt in Europa

Auf dem C.A.R.M.E.N-Symposium im Juli 2017 in Straubing referierte Wolf Opitsch, Referat für Stadtplanung und Bauordnung der Landeshauptstadt München über die ökologische Mustersiedlung in Holzbauweise im Prinz-Eugen-Park. Ursprüngliches Ziel des Rahmenplans im südlichen Teil des Parks war der Bau von 500 Wohnungen in Holzbauweise und als Plus-Energiestandard. Nach einem Stadtratsbeschluss im Oktober 2015 für die Ausschreibung und Vergabe des Bauprojektes blieb die Holzbauweise im KfW-Effizienhaus-Standard 70 übrig. Die ehemalige Prinz-Eugen-Kaserne verfügt über eine Fläche von 30 ha, in der Ausbaustufe sind ca. 1.800 Wohnungen geplant.

By the Way:  Ab sofort dürfen in Hamburg sechs bis sieben Stockwerke ohne Ausnahmegenehmigung gebaut werden. Ganz generell wichtig für das verdichtete Bauen in der Stadt und für das Motto in München „Wohnen für Alle“.

Modulare Holzbauweise mit innovativen Lösungen

Die modulare Holzbauweise meistert die Herausforderungen unseres alltäglichen Lebens.Ob als Wohnung für Familien, Paare oder Singles, als Büro- oder Verwaltungsgebäude, Hotel, Studenten- oder Schülerwohnheim, das Spektrum an Einsatzmöglichkeiten der modularen Holzbauweise ist breit gefächert.

Durch den hohen Grad an Flexibilität, den die Modulbauweise mit Holz mit den einzelnen Wand- und Deckenelementen mit sich bringt, kann Lebensraum je nach Bedarf geboten werden. Es können Module hinzugefügt oder weggenommen, aneinandergereiht oder gestapelt, nebeneinander oder versetzt angeordnert werden. So lassen sich Grundrisse eines Modulgebäudes individuell gestalten und unterschiedliche Größenrealisieren – vom kleinen Wohnhaus bis zum mehrgeschossigen Bürogebäude, Verwaltungsgebäude, Krankenhaus oder Seniorenheim.

Modulare Holzbauweise
Modulare Holzbauweise ist CO2 neutral

Die modulare Holzbauweise hat noch andere besondere Zusatznutzen wie kein zweiter Baustoff. Das gesamte Bauwerk kann später wieder zerlegt und abgebaut an einem anderen Ort aufgebaut werden. Wenn wir von nachhaltigem Bauen reden, dann ist dies eine Voraussetzung für umweltschonendes und wiederverwendbares Wohnen in Reinkultur.

CO2-neutrales Bauen mit Holz als modulare Holzbauweise

Kaufmann Bausysteme aus dem österreichischen Vorarlberg hat sich wie kein anderes Bauunternehmen auf die modulare Holzbauweise spezialisiert. Gerade deshalb bekam das innovative Holzbauunternehmen den Auftrag für den Bau eines Studentenwohnheimes in Hamburg, das bereits im Volksmund liebevoll „Woodie“ genannt wird. Das Holzgebäude bindet durch den Baustoff Holz insgesamt 3.800 Tonnen CO2. Während Holz der einzige Baustoff ist CO2 einzulagern, wird für die Produktion von 1 Tonne Zement 560 Kilo CO2 freigesetzt. Bei der Produktion von 1 Tonne Stahl fallen sogar 1,8 Tonnen CO2 an.

Das für das Studentenwohnheim in Hamburg in Holzbauweise verwendete Fichten, Tannen- und Lärchenholz stammt aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern in der Steiermark (3800 m³ Holz entsprechen ca. 11 Hektar Wald). Als einziger nachwachsender Rohstoff hat Holz in seiner Verarbeitung eine positive CO2-Bilanz. Darum ist WOODIEs ökologischer Fußabdruck auch viel viel geringer als der eines konventionellen Hauses, das z. B. aus Ziegel oder aus Beton hergestellt ist. Unsere Experten gehen sogar soweit zu sagen, dass wir durch den Holzbau CO2 für ein zweites Haus überkompensieren.

 

Besten Brandschutz durch Holz selbst erzielt

Mehrgeschossiges Bauen mit einer durchdachten Holzkonstruktion im urbanen Gelände besticht durch besten Brandschutz durch Holz selbst. Das höchste Holzwohngebäude der Niederlande fügt sich mit einer Fläche von 5400 m² so geschickt ein, als wäre noch nie anders gebaut worden.

Die Konstruktion aus Holz und Verbundelementen ermöglicht eine spätere Umfunktionierung der Wohnungen in Büroräume. Das Thema Nutzungsflexibilität wurde konsequent wie auch die selbst auferlegten Anforderungen an die Nachhaltigkeit und den Brandschutz des Gebäudes von Anfang an sichergestellt. Mehrgeschossiges Bauen in urbanen Gelände wird selbstverständlich.

mehrgeschossiges bauen
Das 30 Meter hohe PATCH22-Wohngebäude in Amsterdam. Mehrgeschossiges Bauen mit Holz in urbanem Gebieten wirkt völlig normal. © Luuk Kramer

Mehrgeschossiges Bauen mit sieben Stockwerken

Wie lose übereinandergestapelt wirken die sieben Stockwerke des 30 m hohen Wohngebäudes PATCH22  inmitten eines im Umbruch befindlichen Industriegebiets in Amsterdam. Das hölzerne Hochhaus mit Douglasienfassade und großzügigen Loggien wirkt anders als seine Umgebung und zeugt gleich in mehrfacher Hinsicht vom Wandel.

Wohnraum benötigt die Stadt derzeit dringender als Gewerbehallen, sodass für das Viertel zunächst eine gemischte Nutzung vorgesehen ist. Der dadurch zu handelnde Lärm in der Umgebung bestimmt das Umdenken der Investoren und Architekten. Sie vertrauten darauf, aus Holz ein genauso behagliches wie besonderes Heim errichten zu können, das seinerseits wandelbar ist.

siebengeschossiges Holzwohngebäude
Moderner futuristischer Innenraum im siebengeschossigen Holzwohngebäude. © Luuk Kramer

Das Innere sollte zudem so flexibel gestaltbar sein, dass es sich problemlos in ein Bürogebäude umfunktionieren lässt. Mit einer Deckenhöhe von 4 m hat man ebenfalls vorgesorgt. Flexibilität und Nachhaltigkeit galt es bei der Planung bis aufs Äußerste auszureizen – auch um ein breites Spektrum an extravaganten Käufern anzulocken

Brandschutz durch Holz bestens gelöst

Nach nur 14 Monaten Bauzeit waren bis an die Spitze getriebene Nachhaltigkeit, quasi grenzenlose Flexibilität im Innenraum und absurd einfacher, aber funktioneller Brandschutz durch Holz selbst unter ein und dasselbe einzigartige Dach gebracht.

Brandschutz durch Holz
Brandschutz durch Holz hält einem Feuer zwei Stunden lang stand © Tom Frantzen

Die 30 m hohe Konstruktion des PATCH22 verfügt wegen der starken Windlast am maritimen Standort über ein Erdgeschoss sowie einen Stabilisierungskern aus Beton. Alle weiteren Bauteile wurden mit Brettschicht- und -sperrholz realisiert. Für Elemente mit Außenkontakt verwendete man Redwood. Tragende Wände, Säulen und Balken wurden sichtbar belassen. Die Planer dimensionierten die Holzkonstruktion derart stark, dass diese im Brandfall durch eine entstehende Kohleschutzschicht noch zwei Stunden ihren Dienst tut – so simpel wie einfallsreich.

Mehrgeschossiger Wohnungsbau bevorzugt den Holzbau

Ballungsräume und städtische Wohnraumentwicklung verlangen intelligente Wohnraumlösungen. Mehrgeschossiger Wohnungsbau in Holzbauweise bietet rationelle Systemlösungen, die einerseits eine schnelle Bauabwicklung und eine hohe Energieeffizienz der Gebäude garantieren.

Moderne hocheffiziente Holzkonstruktionen ermöglichen den mehrgeschossigen Wohnungsbau. Der Holzbau geht in die Höhe. Aufgrund des demografischen Wandels, Baulandverknappung und der Trend zum Wohnen in der Stadt mit entsprechender Nahversorgung, gewinnt der Holzbau deutlich an Marktanteilen im urbanen Bauen. Große Erfahrungen im mehrgeschossigen Wohnungsbau besitzt die oberbayerische Holzbaufirma Huber + Sohn aus Bachmehring, die unter anderem den achtgeschossigen Wohnungsbau in Bad Aibling realisierte.

Mehrgeschossiger Wohnungsbau ermöglicht Dachaufstockungen

Aufstockungen, Anbauten und Modernisierungen mit Holzrahmenbauelementen schaffen in kürzester Zeit neuen, hochwertigen und langlebigen Wohnraum. Damit wird die Gebäudesubstanz erheblich aufgewertet, besser gedämmt und energieeffizient modernisiert. Ein weiterer Pluspunkt beim Bauen mit Holz ist die Wohngesundheit. Das angenehme Wohnraumklima kommt den Bewohnern zugute. Der Clou dabei ist, dass während der Ausführung der Baumaßnahme der normale Vermietungsbetrieb weiterlaufen kann und so kaum beeinträchtigt wird.

Mehrgeschossiger Wohnungsbau
Mehrgeschossiger Wohnungsbau – Dachaufstockung schafft zusätzlichen Wohnraum – Bauen im Bestand – Huber & Sohn

Mit den richtigen Dämm-Maßnahmen von den Außenwänden über das Dach können werden erhebliche Energiekosten eingespart. Mit Holzkonstruktionen wird die vorliegende Energie­einsparverordnung wesentlich unterschritten. Darüber hinaus steigt die Attraktivität der Immobilie und des Wohnquartiers und die Wohnbehaglichkeit wird erheblich gesteigert.

Durch das deutlich geringere Gewicht der Aufbauten lassen sich auch im urbanen Bereich Aufstockungen verwirklichen, welche mit herkömmlicher Bauweise meist nicht oder nur schwer lösbar sind. Beispiele hierzu gibt es vor allem im Großraum München und in Süddeutschland, wo Reihenhausanlagen erfolgreich aufgestockt wurden.

Fassadenelemente und Dachelemente von Huber & Sohn

Die Firma Huber & Sohn aus Bachmehring fertigt großformatige Fassadenelemente und Dachelemente in Holzbauweise. Damit erhält die Gebäudehülle und das Dach eine hochwärmegedämmte Abdeckung. Im Zusammenspiel zwischen tragenden Rahmen und aussteifender Beplankung werden die Eigen-, Nutz-, Schnee- und Windlasten abgetragen. Aufgrund der Vorfertigung im Werk verkürzt sich die Bauzeit erheblich. Die Realisierung erfolgt mithilfe von Kränen, so dass die Holzbauelemente binnen weniger Tage auf der Baustelle maßgenau montiert werden. Das Gebäude ist sofort wind- und regendicht. In die Bauelemente sind bereits nach vorheriger Planung Fenster oder Dachgauben eingepasst.

 

Sozialer Wohnungsbau in Holzbauweise

Sozialer Wohnungsbau als Vorzeigeprojekt mit vier sechsgeschossigen Holzwohnbauten in Graz. Die vier Passivhäuser mit jeweils 6 Etagen verfügen über jeweils 23 Wohnungen und sind nach den modernsten technischen Standards ausgerüstet. Insgesamt wurden 1600 m3 Brettsperrholz verbaut. Generalübernehmer Kaufmann Bausysteme aus Vorarlberg.

Die Wohnungen der Zukunft müssen sich den Bedürfnissen der Menschen – vom Single über Familien bis hin zu aktiven Senioren – anpassen, flexible Grundrisse aufweisen und vor allem leistbar sein. Ein prämiertes Projekt im Bereich „geförderter Neubau“ ist das Projekt Hummelkaserne Graz vom Salzburger Architekt Simon Speigner (sps-architekten). Kein Wunder, hat der Planer doch gemeinsam mit Kaufmann Bausysteme als Generalübernehmer und der ENW Gemeinnützige Wohnbaugesellschaft als Bauherr auf einem Teil des riesigen Areals im Südwesten von Graz den bisher höchsten Holzwohnbau Österreichs als sechsgeschossigen Wohnungsbau in Modulbauweise errichtet.

Qualität und Einhaltung des Budgets muss stimmen

Die für das Projekt verwendeten Brettsperrholz-Elemente binden den CO2-Jahresverbrauch von 160 Menschen – ein Segen für das Klima! Gerade im Bereich Holzbau versucht man sich derzeit an immer höheren Dimensionen, nicht nur im Ausland. Wichtiger ist doch, dass die Qualität der vier Sechsgeschosser Bestand hat“, ist sich Architekt Simon Speigner des nachhaltigeren Aspekts des Bauprojekts sicher.

Sozialer Wohnungsbau
Sozialer Wohnungsbau als sechsgeschossige Passivhaus Siedlung mit 92 Wohnungseinheiten © Paul Ott

Auf Grundlage einer städtebaulichen Studie der Stadt Graz sollten am Areal der ehemaligen Hummelkaserne sozialer Wohnungsbau entstehen. Die Anlage wurde mit dem der steirischen Wohnbauförderung entsprechenden Budget errichtet. Die Einhaltung dieses Kostenrahmens musste bereits im Wettbewerb garantiert werden. Kein einfaches Unterfangen für Planer und ausführende Unternehmen. „Gemeinsam mit Kaufmann Bausysteme haben wir auf eine weitsichtige und kostenschonende Planung Wert gelegt. Dennoch war es mir wichtig, dass dieser Bau ein hohes architektonisches und konstruktives Niveau aufweist“, betont der Architekt.

Sozialer Wohnungsbau mit sechs Geschossen in nur 30 Tagen

Die Baukörper bestehen aus betonierten Lift- und Stiegenhauskernen und Wand-/Deckenkonstruktionen aus vorgefertigten Brettsperrholz-Elementen. Dank der hohen Vorfertigung konnte man jeweils sechs Geschossen in nur 30 Tagen beim Wachsen zusehen. „Zudem kam BauBuche in Form von Deckenträgern zum Einsatz, die aufgrund der besseren Eigenschaften des Laubholzes um ein Drittel niedriger als Nadelholz dimensioniert werden konnten“, fügt Speigner hinzu. Die Häuser sind mineralisch gedämmt und mit geschossweise hinterlüfteten, geschlossenen Fassaden aus vertikalen Lärchenholzbrettern versehen. Die Holzoberflächen, die im Lauf der Zeit vergrauen werden, unterstreichen den eigenständigen und zurückhaltenden Charakter der gesamten Anlage und ergänzen das Bauensemble am Areal der ehemaligen Kaserne.

Der Beton im Außenbereich wurde beim sozialen Mietwohnbau aus Kostengründen also sichtbar belassen. Und das Holz im Innenbereich der Wohnräume? An dieser Stelle wird ein wunder Punkt beim planenden Architekten angesprochen: „Dass in den Wohnungen, entgegen der Absichten meines Büros, die Oberflächen der Brettsperrholz-Elemente nicht einmal teilweise sichtbar belassen, sondern vollständig mit Gipskartonplatten beplankt wurden, ist meiner Meinung nach einem unbegründeten Misstrauen gegenüber dem Baustoff Holz geschuldet. Hier wäre es einfacher, billiger und auch atmosphärisch vorteilhaft gewesen, meinem Wunsch nachzugehen und das Holz sichtbar zu belassen“, hält Speigner fest.

Fachverband Vorgefertigte Raumsysteme

Der Fachverband Vorgefertigte Raumsysteme stellte auf der diesjährigen Bau 2017 in München seine Pläne für 217/2018 vor. Durch den steigenden Bedarf an modularen und seriell herzustellenden Gebäuden gewinnen vorgefertigte Raumsysteme mehr und mehr an Bedeutung.

Die Branche umfasst mittlerweile …

  • knapp 150 Unternehmen,
  • über 3.700 Arbeitsplätze und
  • mehr als 160.000 Mieteinheiten, was zirka 18.400 Wohnhäusern mit 145 m² Wohnfläche oder einer Stadt wie Wismar entspricht.

Mit seinen aktuell 15 Mitgliedsunternehmen repräsentiert der Fachverband für Vorgefertigte Raumsysteme im Bundesverband Bausysteme e.V. rund 80 % der Branche.

Vorgefertigte Raumsysteme
Hoher Vorfertigungsgrad bei Produktion in Holzmodulbauweise – Kaufmann Bausysteme GmbH

„Wir haben unsere Mitgliederzahl in den letzten zwei Jahren mehr als verdoppelt und konnten neben Hochschulen wichtige Kooperationspartner wie den Verein Deutscher Ingenieure (VDI), das bauforumstahl sowie die Bundesfachgruppe Schwertransporte und Kranarbeiten e.V. gewinnen“, erklärte Dipl.-Ing., Dipl.-Wirtsch.-Ing. Günter Jösch, Geschäftsführer des Fachverbandes in München.

Vorgefertigte Raumsysteme als Standard

Mit seinen drei Arbeitskreisen Technik, Organisation und Recht sowie Marketing treibt der Fachverband technische sowie qualitative Standards voran und stärkt die Wahrnehmung von mobilen Raumsystemen und ihren vielfältigen Einsatzgebieten. Geplant sind zudem neben kontinuierlicher Gremien-, Richtlinien- und Hochschularbeit für 2017/2018 u.a. …

  • ein Positionspapier zu europaweiten Ausschreibungen,
  • ein Merkblatt zum Be- und Entladen sowie zum Transport von Raumsystemen,
  • Veranstaltungen zu Leuchtturmprojekten,
  • Seminare zum Bauen mit vorgefertigten Raumsystemen sowie
  • eine Informationsveranstaltung über Building Information Modeling (BIM).

Spannende Einblicke in das Zusammenspiel zwischen virtuellem und physikalischem Bauen bot beim zweiten Branchentreffen der Raumsystem- und Modulanbieter Dipl.-Ing. Robert Neubauer, Geschäftsführer der RIB SAA Software Engineering GmbH. Der Experte erläuterte Industrialisierungs- und Automatisierungsmöglichkeiten am Beispiel unterschiedlicher Fertigteilindustrien und bot interessante Impulse für die Raumsystem- und Modulbranche. Neubauer spannte den Bogen von der unterstützenden Teilautomatisierung einzelner Prozessschritte wie Materialzuführung oder Zuschnitt, über die Montageunterstützung durch bildgebende Verfahren wie Laserprojektion oder Augmented Reality, bis hin zu vollintegrierten CAD/BIM 5D-Lösungen.

„BIM wird europäischer Standard werden“, betont Jösch. „Mit der Simulation von Bau- und Montageabläufen lassen sich mögliche Konflikte bereits im Vorfeld erkennen, Kosten und Termine transparent und präzise vorhersagen. Auch für unsere Branche ergeben sich wichtige Anknüpfungspunkte und Herausforderungen, bei denen wir unsere Mitglieder unterstützen und gleichzeitig einen einheitlichen Standard etablieren wollen.“

Parkplatz-Überbauung Dantebad München als Geschosswohnungsbau

Ein Geschosswohnungsbau als Pilot Projekt „Wohnen für Alle“ in München ist die Parkplatzüberbauung des Dantebad. Zusätzlicher Wohnraum über vier Vollgeschosse hinweg sind 100 Wohnungen plus dazugehörige Gemeinschaftsräume entstanden. Von der ersten Idee bis zum Einzug dauerte es gerade mal 1 Jahr! Huber & Sohn aus Bachmehring, spezialisiert für das mehrgeschossige Bauen mit Holz, errichtet den Holzbau.

Weiteres Ziel der Bebauung war, dass der von den Schwimmbadbesuchern und den Anwohnern stark genutzte Parkplatz erhalten bleibt. Daraufhin wurde ein freistehender Betontisch auf dem Grundstück geplant, der nur an den Gebäudeköpfen und an zwei Treppenhäusern bis auf den Parkplatz reicht. Darüber wurden in 4 Vollgeschossen, komplett aus Holz, die Wohnungen errichtet.

Geschosswohnungsbau in Holzbauweise

Bauen und planen aus einer Hand. Nach der Vergabeentscheidung im April legte der Generalübernehmer los. Er startete mit einem Bauteam aus Planern und wichtigen beteiligten Schlüsselunternehmern in die Planungs- und Projektierungsphase. Bereits im Juni 2016 rollten die Bagger und das Rohbauunternehmen startete mit den Vorarbeiten zu dem 112 m langen Betontisch. Dieser war im September 2016 noch im Bau, als bereits die ersten vorgefertigten Holzwände das Werk vom Holzbau-Unternehmen Huber & Sohn in Hafenham verließen und montiert wurden. Die Bauzeit für den schnellen Holzbau hatte nur 8 Wochen gedauert.

Geschosswohnungsbau Holzbau
Parkplatz-Überbauung Dantebad München mit zusätzlich 100 Wohnungen auf 4 Etagen / Holzbau: Huber + Sohn, Bachmehring

Holz-Systembau in Holzmassiv- und Holzrahmenbauweise

Ab dem Betontisch ist das Gebäude komplett aus Holz, die Wohnungstrennwände und Treppenhäuser aus Massivholz. Die Decken in Brettsperrholz und die Außenwände – aufgrund des geringeren Gewichts – in Holzrahmenbauweise. Lediglich die außen liegenden Laubengänge und die Treppenläufe sind aus Brandschutzgründen aus Betonfertigteilen ausgeführt. Wie üblich wurde bei den Holzsystembauteilen wieder ein hoher Vorfertigungsgrad – vom Einbau der Laubengangtüren bis zur Montage der fertigen Holzfassade im Werk des Holzbauers – umgesetzt.

Die vier Etagen des Geschosswohnungsbau wurden über Laubengänge erschlossen, die vom Parkplatz aus über zwei Treppenhäusern bzw. einen Aufzug erreichbar sind. Diese sind mit integrierten Loggien auch als Gemeinschaftsflächen bzw. Balkone nutzbar. Die beiden Treppenhäuser wie auch der Aufzug reichen vom Parkplatz bis zum Dach. In den Kopfbauten des optisch ansprechenden Gebäudes sind Kellerersatzräume und Gemeinschaftsräume in jeder Etage integriert. Auf dem Dach gibt es Aufenthaltsmöglichkeiten mit Spielgeräten, Gemüsegärten und Terassenflächen.

Holz-Systembau
Verdichtetes Bauen in München – Parkplatz-Bebauung Dantebad als Holz-Systembau durch Huber + Sohn, Bachmehring

Holzmodule mit hohem Vorfertigungsgrad

Durch den hohen Vorfertigungsgrad der Wand- und Deckenelemente konnten innerhalb von acht Wochen vier Geschosse mit einer Gebäudeabmessung von 112,40 m x 11,40 m montiert werden. Auch aufgrund der komplett vorgefertigten Badzellen mit Fliesen und Sanitärgegenständen wurde die extrem kurze Bauzeit realisiert. Die Installation musste vor Ort nur noch zusammengeschlossen werden. Im Dezember 2016 noch vor Weihnachten fand die Abnahme statt, so dass die ersten Mieter in die Wohnungen einziehen konnten. Fazit: Die gewählte vorelementierte Holzbauweise als Geschosswohnungsbau – trocken, schnell und in hoher Qualität hergestellt – war der Schlüssel zum Erfolg bei einem Projekt dieser Größenordnung.

 

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