Gumpp & Maier setzt auf Lösungen aus Holz

Das oberschwäbische Holzbau-Unternehmen Gumpp & Maier aus Binswangen hat mit einer neuen Produktionslinie eine der modernsten Fertigungslinien Europas in Betrieb genommen, die den Werkstoff Holz zu einem High-End-Produkt veredeln. Die Nachfrage zum klimafreundlichen Bauen mit Holz setzt solche Investitionen voraus, um komplexe Gewerbebauten in Holzbauweise schnell, präzise, flexibel und in hoher Vorfertigung erstellen zu können.

Neben den technischen Vorzügen der neuen Fertigungslinie, besteht der größte Mehrwert darin, Elemente mit einem Gewicht von bis zu fünf Tonnen und einer Höhe von bis zu vier Metern produzieren zu können. Mit dieser Investition in die Zukunft hat sich Gumpp & Maier die Möglichkeit geschaffen, die Produktionskapazität in den nächsten Jahren zu verdoppeln.

Gumpp & Maier
Firmenzentrale des Holzbau-Unternehmens Gumpp & Maier im oberschwäbischen Binswangen. Foto Gumpp & Maier

Gumpp & Maier baut moderne Bürogebäude in klimafreundlicher Holzbauweise

Erfolgreiche Unternehmen investieren heutzutage in die Poduktion, den Vertrieb ihrer Produkte und in die Mitarbeiter. Funktionale sowie auch in der Architektur bemerkenswerte Firmen- und Bürogebäude stellen einen hohen Firmen- und Unternehmenswert dar. Sie repräsentieren das Unternehmen nach außen hin gegenüber Kunden und Mitarbeitern. Dabei spielt der Baustoff Holz mit seinem Wohlfühklima im Inneren des Gebäudes mittlerweile eine erhebliche Rolle.

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass Holz eine beruhigende und angenehme Wirkung beim Arbeiten in Innenräumen erzielt. Mitarbeiter, die sich den ganzen Tag über in Gebäuden mit dem Naturbaustoff Holz befinden, schätzen das Holz-Ambiente sehr. Die heutige Arbeitswelt im Zeitalter der Digitalisierung benötigt helle und transparente Räume zum Wohlfühlen.

Der Softwareentwickler Euregon AG beauftragte Lattke Architekten aus Augsburg mit der Planung des neues Firmen- und Bürogebäudes. Das ausführende Holzbauunternehmen Gumpp & Maier erstellte die tragende Struktur des Holzskelettbaus in BauBuche, einem Furnierschichtholz.

Bürogebäude bauen
Moderne Bürogebäude in Holzskelettbauweise bauen durch Gumpp & Maier. Foto Euregon AG

Der Außenbereich erfährt die gleiche gestalterische Aufmerksamkeit. Das Gebäude steht im Grünen. Bäume vermitteln den Eindruck eines lichten Waldes und spenden Schatten für den Parkplatz. Der Eingang auf der Südseite wird begleitet von einem bepflanzten Wasserbecken. Nach Norden öffnet sich der Wirtsbereich über eine Schiebetüre auf eine breite hölzerne Terrasse direkt in den angrenzenden Park. Der Schattenwurf des Überstandes macht sich deutlich bemerkbar, da eine direkte solare Einstrahlung im Sommer vermieden wird und auf technischen Sonnenschutz verzichtet werden kann.

 

 

Holz-Hochhäuser als Nachverdichtung in München

Holz-Hochhäuser als Markenzeichen der Holzhauptstadt München. Die Messestadt München soll auf spektakuläre Weise städtebaulich wachsen. Elf Holz-Hochhäuser in einer Reihe sind geplant. Die Höhe der einzelnen Gebäude variiert zwischen 45 und 60 Metern.

Zwischen Ausstellungshallen und dem südlich angrenzenden Wohngebiet, soll auf vorhandenen Freiflächen eine Reihe mit Hochhäusern in Holzbauweise entstehen. Vorgesehen sind erschwingliche Mietwohnungen, Räume für innovative Unternehmen oder für die Stadtverwaltung. Erstmals könnte auch eine Wohnungsbaugenossenschaft einen Turm übernehmen.

Holz-Hochhäuser als städtebauliches Markenzeichen

Stadtbaurätin Elisabeth Merk gegenüber der Süddeutschen Zeitung: „Wir stellen uns eine ganz besondere Mischung von fortschrittlicher Architektur, bei der Belegung der Komplexe und der Nutzung der Freiräume zwischen den Hochhäusern vor.“

Holz-Hochhäuser
11 Holz-Hochhäuser sollen zwischen den Ausstellungshallen der Messe im Norden und dem Wohngebiet im Süden entstehen. (Foto: Mahl Gebhard Konzepte mit Sauerbruch Hutton)

Noch ist das Vorhaben zwar nur eine Planungsidee. München kann in der Messestadt Riem durch die Nachverdichtung an der Willy-Brandt-Allee wachsen. Davon ist die Stadtbaurätin überzeugt. Voraussetzung für eine endgültige Beurteilung ist aber eine Machbarkeitsstudie. Sie soll aufzeigen, wie man die vorgeschlagene Bebauung für Holz-Hochhäuser auf der tieferliegenden U-Bahntrasse realisieren kann.

Das Konzept für das Band aus Holz-Hochhäuser stammt von der Münchner Landschaftsarchitektin und Stadtplanerin Andrea Gebhard, die die Entwicklung der Messestadt schon lange begleitet. „Jetzt müsse man die Chance nutzen, in der Mitte der Messestadt einen Beitrag zur Baukultur zu leisten“, sagt Andrea Gebhard.

Holz-Hochhäuser als innovative und experimentelle Wohntypologie

Neben bis zu 800 Mietwohnungen in Verbindung mit sozialen Einrichtungen und Kindertagesstätten, sollen auf dem Terrain in einer Kette „innovative und experimentelle Wohntypologien“ wie Holz-Hochhäuser, entstehen. Auch Verwaltungs- und Bürohäuser sind möglich. Das Berliner Architekturbüro Sauerbruch Hutton (Museum Brandhorst und ADAC-Zentrale in München) hat entsprechende Studien bereits in Konzepte für die Gebäude in Holzbauweise übertragen.

Holz-Hochhäuser
Aus der Willy-Brandt-Allee in der Messestadt Riem soll ein Boulevard mit elf Holz-Hochhäuser enstehen. Simulation: Mahl Gebhard Konzepte mit Sauerbruch Hutton

Bereits 2011 entstand das ehemals höchste Holz-Hochhaus Deutschlands in der „City of Wood“ in Bad Aibling. Mit dem Projekt loteten die Architekten, B&O und der Holzbauer Huber & Sohn die Möglichkeiten eines Bausystems aus Massivholz für den Geschosswohnungsbau aus. Dringend benötigter Wohnraum in Städten wird durch den mehrgeschossigen Wohnungsbau in Holzbauweise schnell und klimafreundlich geschaffen.

Serielles Bauen und industrielle Vorfertigung

Eine Studie der Wohnungswirtschaft Norddeutschland und Thüringen verdeutlicht die Marktchancen durch serielles Bauen im Wohnungsmarkt. Die stark gestiegene Nachfrage nach Wohnraum, insbesondere in vielen Großstadtregionen, macht eine deutliche Ausweitung des Wohnungsneubaus erforderlich.

Die aktuelle Intention des seriellen Bauens ist die zügige Errichtung von kosteneffizientem und qualitätsvollem Wohnraum. Es geht also auf keinen Fall darum, nur billigen, aber dadurch minderwertigen oder wenig nachhaltigen Wohnraum zu erschaffen.

Einen weiterer wesentlicher Aspekt durch serielles Bauen bilden die gleichbleibenden Ausführungsstandards und eine damit verbundene verbesserte Qualitätssicherung. Serielles Bauen ist grundsätzlich gekennzeichnet durch Standardisierung, Wiederholung und Mengeneffekte und kann sich auf verschiedene Phasen bzw. Bereiche des Bauens beziehen, z. B.:

  • Planungsprozesse
  • einzelne Bauphasen und -prozesse
  • Einzelelemente und Bauteile
  • das „Produkt“ Wohnung bzw. das Wohngebäude insgesamt

In der Praxis sind diese unterschiedlichen Bereiche nicht strikt voneinander trennbar, sondern oft miteinander verknüpft und untereinander kombinierbar.

Serielles Bauen durch Modulbauweise und Raumsystembauweise

Module sind seriell und industriell vorgefertigte Bauteile, die vor Ort oder bereits im Herstellerwerk zu dreidimensionalen Raumeinheiten zusammengefügt werden. Raummodule wurden bisher in Beton oder Holzhybridbauweise errichtet, sie sind selbsttragend und waren bisher vornehmlich im Bereich von Bädern und Garagen eingesetzt.

In jüngerer Zeit wir jedoch die Modulbauweise aber auch zum Bau ganzer Gebäude eingesetzt. Diese Bauweise basiert auf einem bestimmten Raster und der Stapelung bzw. Reihung von Modulen. Die Abgrenzung zwischen Modul und Element ist zum Teil etwas schwierig, die Grenzen sind fließend.

Serielles Bauen
Serielles Bauen im Holzbau schafft schnellen und günstigen Wohnraum für verschiedene Wohnbau-Konzepte, Foto: Kaufmann Bausysteme

Sehr erfolgreich in Segment der Holzmodulbauweise bzw. Raumzellenfertigung ist das Vorarlberger Holzbauunternehmen Kaufmann Bausysteme aus Reuthe unterwegs. Zahlreiche Bauten wie zum Beispiel das mit einem Architekturpreis versehene Studentenwohnheim aus Holz „Woodie“ in Hamburg. Aber auch Hotels und soziale Wohnbauprojekte werden durch die maktführende Holzbaufirma aus dem Bregenzerwald durch serielles Bauen realisiert.

Serielles bauen durch Vorverlagerung der Produktion

Im Gegenteil zum konventionellen Bauen erfolgt die Fertigung bestimmter Elemente vorab in einer lokalen Produktionsstätte. Diese Vorgehensweise stützt sich stark auf computergestützte Verfahren und den Einsatz neuer Herstellungstechniken, Maschinen und Werkstoffe. Hierzu müssen die Erstellungsprozesse und Details, wie Transport, Konstruktion, Schnittstellen und Entwurf, bereits vorab festgelegt werden und die Planungen vor Baubeginn abgeschlossen sein.

Die Elemente werden witterungsunabhängig und mit einer gleichbleibenden Qualität sowie erhöhten Präzision hergestellt, ganz nach dem „Just-in-time – Prinzip. Die Bauteile sind auf der Baustelle verfügbar und können nach einem genau festgelegten System montiert werden. Hierdurch werden die Abläufe auf der Baustelle optimiert und es entfallen Lagerhaltungskosten. Durch den Transport sind Einzelteile aber auf ein bestimmtes Größenmaß begrenzt. Die wirtschaftlichen Einsparpotenziale des seriellen Bauens im Hinblick auf Kosten –und Zeitersparnis sowie eine Verbesserung der Qualität sind garantiert aufgrund standardisierter Bauweisen.

Städte- und Wohnungsbau muss ökologischer werden

Die „Expertemkommission Nachhaltiges Bauen“ (KNBau) beim Umweltbundesamt (UBA) legte Empfehlungen für klimaschonendes Bauen und zukunftssicheren Städte- und Wohnungsbaubau vor. Die KNBAau appeliert in einem neuen Papier an Bund, Länder und Kommunen, stärkere ökologische Standards im Rahmen der Wohnraumoffensive festzuschreiben. „Jetzt bietet sich die einmalige Chance, klimaschonendes Bauen und zukunftssicheren Städtebau in der Breite zu verankern sowie über angepasste KfW-Förderprogramme die im Gebäudesektor versäumten Maßnahmen zum Klimaschutz nachzuholen“, sagt Dr. Burkhard Schulze Darup, stellvertretender Vorsitzender der KNBau. Die KNBau ist ein Gremium externer Fachleute aus Wissenschaft, Verwaltung und Praxis, das das UBA berät. Sie ist unabhängig und unterliegt keiner Weisung durch das UBA.

Klimaneutrale Quartiere bauen ist ein Zukunftstrend im Städte- und Wohnungsbau

„Mit öffentlichen Geldern gefördertes Bauen muss – auch wenn es in manchen Ballungsräumen augenscheinlich großer Eile bedarf – im Einklang mit unseren internationalen Klimaschutz-Vereinbarungen sein. Nur klimaschonende Gebäude mit hoher gestalterischer und Aufenthalts-Qualität garantieren auf Dauer attraktiven Wohnraum. Erfahrene Planerinnen und Planer realisieren hochwertige Effizienzstandards mit Passivhaus-Technologie für nur 50 bis 100 Euro Mehrinvestition pro m² Wohnfläche“, so Schulze Darup.

Städte- und Wohnungsbau
Der Städte- und Wohnungsbau benötigt eine ökologische Wohnraumoffensive. Bild © Pakula & Fischer Architekten

Städte- und Wohnungsbau benötigt lebenswerte ökologische Wohnquartiere

„Die Stadtplanung hat für langfristig attraktiven und zukunftssicheren Wohnraum ebenfalls eine hohe Bedeutung – das lehren uns die heute noch spürbaren Fehler des Städte- und Wohnungsbaus der Nachkriegszeit, mit ihrem Fokus auf großflächige, reine Wohnsiedlungen immer geringerer Dichte und der Dominanz des Autoverkehrs“, so Dr. habil. Matthias Lerm, Mitglied der KNBau und Stadtarchitekt der Stadt Jena.

Die Empfehlungen der KNBau legen in insgesamt acht Punkten dar, was für die Steigerung und den langfristigen Erhalt der Attraktivität von Wohnraum in Städten beachtet werden sollte. Wichtig sei vor allem, noch stärker als bisher zu einer qualitätsorientierten Entwicklung bestehender Gebäude, Wohnquartiere und Stadtteile zu kommen, z.B. über eine Besteuerung von Leerständen und Zweitwohnungen. Auf diese Weise ließe sich ebenfalls attraktiver Wohnraum schaffen – und zugleich die für lebenswerte Städte notwendige, qualitätsvolle Dichte erhalten.

Kompakte, gemischtgenutzte Stadtquartiere sollten zum Standard werden – sie bieten eine höhere Wohnqualität und sind zudem deutlich günstiger zu Fuß, per Fahrrad oder durch den öffentlichen Nahverkehr erschließbar als großflächig zersiedelte Gebiete. Durch solche Maßnahmen könne es auch gelingen, die Attraktivität schrumpfender Städte zu erhalten und dadurch den Teufelskreis der stetigen Abwanderung vor allem jüngerer Menschen in die Ballungsräume zu beenden – eine wirksame Maßnahme, um dort eine weitere Zuspitzung der Wohnungsnot zu verhindern.

Sigurd Maier, CEO des Ratgeber-Portales Holzbauwelt.de meint dazu: Bei der Umsetzung der Wohnraumoffensive kann der mehrgeschossige Wohnungsbau in Holzbauweise wirksam helfen. Einmal  durch die vorteilhafte hohe Vorfertigung durch den CO2-neutralen Baustoff Holz und zum anderen gerade auch zum Erreichen der Klimaziele.“

„Im Mehrgeschossigen Wohnungsbau in der Gebäudeklasse 4 und 5 bewährt sich sowohl das modulare Bauen mit der Holzmodulbauweise wie auch die Holzhybridbauweise im Verbund von Beton, Stahl und Holz.“

 

Holz-Beton-Hybridbau im Domagkpark München

Dringend benötigter Wohnraum mit Holz-Beton-Hybridbau geschaffen. Im Auftrag der B&O-Gruppe und geplant vom Architekturbüro Fink+ Jocher wurden im Juni 2018 die Holzbauarbeiten der fünfgeschossigen Werksmietwohnungen mit Staffelgeschoss im Energiestandard KfW 40plus am Domagkpark in München fertiggestellt.

Der Domagkpark in München befindet sich auf dem ehemaligen Gelände der Funkkaserne im Stadtteil Schwabing. Mit dem Beschluss der Landeshauptstadt München, das Gelände mit dringend benötigten Wohnungen und Gewerbeeinheiten zu bebauen, veränderte sich das Areal vom ehemaligen Künstleratelierraum zum begehrten Wohnraum. Erstmals in München zeichnete sich ein Konsortium bestehend aus Baugenosschenschaften, Baugemeinschaften sowie städtischen und privaten Wohnungsbaugesellschaften dafür verantwortlich, schon mit Beginn der ersten Planungsphasen, ein lebendiges Wohnumfeld zu entwickeln.

Das erstellte Holz-Hybrid-Gebäude befindet sich an einer städtebaulich prägnanten Stelle. Es bildet die westliche Kante der Sockelbebauung südlich des Parks und grenzt im Westen an die öffentliche Wegeverbindung in den Domagkpark und der angrenzenden Grundschule.

Holz-Beton-Hybridbau – hohe Vorfertigung, mehrgeschossig, umweltfreundlich

Das Bauvorhaben ist als Beton-Holz-Hybridkonstruktion ausgeführt. Das Gebäude hat durch seine Holzfassade und das kompositorische Element der geschossweise umlaufenden und auskragenden Gesimse und einem großen Dachüberstand eine sehr eigenständige Anmutung.

Holz-Beton-Hybridbau
Holz-Beton-Hybridbau im Domagkpark München durch Huber & Sohn, Bachmehring, erstellt

Auf 4080 m² Bruttogeschossfläche befinden sich 19 Wohneinheiten, hiervon sind 2 Wohneinheiten als Wohngemeinschaft (WG) mit 5 bzw. 6 Einzelzimmern ausgebildet. Jeder dieser Einzelzimmer hat ein eigenes Bad sowie eine Kochnische. Die WG ist zusätzlich mit zwei Loggien, einer Gemeinschaftsküche und einem Lounge-Bereich ausgestattet. Im Erdgeschoss befindet sich ein Gemeinschaftsraum für die Bewohner.

Das besondere an diesem Holz-Beton-Hybridbau ist die eingeschobene Holzbauaußenfassade. In das zuerst gefertigte Betonskelett, bestehend aus tragenden Stützen, Innenwänden und Decken, wurden bei der Montage die vorgefertigten Außenwandelemente in Holzrahmenbauweise geschossweise auf der Stahlbetondecke eingestellt. Die offene Deckenstirn der Betontische wurden mit den unverwechselbaren Markenzeichen des Gebäudes, den Vouten verkleidet. Diese charakteristischen Elemente wurden mit einer Einblasdämmung A1 Wärmeleitgruppe 038 voll ausgefüllt. Dies dient sowohl dem Brandschutz als auch dem Schutz der Fassade vor Witterungseinflüssen.

Holz-Beton-Hybridbau mit beeindruckenden Vouten

Bei der Außenverkleidung der Wände und Vouten wurde sehr viel Wert auf ein geordnetes Fugen- und Befestigungsbild geachtet. Ein Großteil der Holzbauelemente, wie die Außenfassade und die Vouten, konnten mit einem hohen Vorfertigungsgrad im Werk hergestellt werden. Dennoch mussten auch einige Elemente auf Grund der geometrischen Verhältnisse auf der Baustelle angepasst werden. Decken, überdachte Betonvorsatzelemente sowie Durchdringungen für die Entwässerung des Gebäudes wurden in bekannter Zimmermannstradition auf der Baustelle hergestellt und montiert.

Holz-Hybrid-Konstruktion
Holz-Hybrid-Konstruktion mit Vouten im Münchner Domagkpark, Holzbau: Huber & Sohn, Bachmehring

Projektdaten Holz-Beton-Hybridbau, Domagkpark, München

Bauherr: B&O Service und Messtechnik AG, Bad Aibling

Bauprojekt Standort: München, Gertrud-Grunow-Straße 58

Architektur: Fink + Jocher Gesellschaft von Architekten und Stadtplanern mbH, München

Holzbau, Fenster und Fassade: Huber & Sohn GmbH & Co. KG, Bachmehring

Bauweise: Holz-Beton-Hybridbau mit tragender Stahlbetonskelettstruktur und eingestellten Wänden in Holzrahmenbauweise

Gesamt-Bauzeit: 2017 bis Oktober 2018

Bauzeit Holzfassade inkl. Montage Vouten: 10 Wochen

Holzbau-Förderung in München mit CO2-Bonus

Mit gezielter Förderung möchte die Landeshauptstadt München den modernen Holzbau etablieren und neue Maßstäbe in puncto Klimaschutz und nachhaltige Stadtentwicklung setzen. Im südlichen Bereich des Prinz-Eugen-Parks entsteht eine Ökologische Mustersiedlung in Holzbauweise. Unterschiedliche Gebäudetypen bis hin zu siebengeschossigen Häusern werden dort errichtet.

Mit etwa 570 Wohnungen entsteht die größte zusammenhängende Holzbausiedlung Deutschlands. Die Stadt hat dafür ein eigenes Förderprogramm ins Leben gerufen. 2019 soll die Mustersiedlung fertig sein, das erste Projekt voraussichtlich Anfang 2019.

Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung hat für die erfolgreiche Umsetzung der Holzbauweise drei wichtige Schwerpunkte festgelegt:

Holzbau definieren: „Was ist ein Holzbau?“

Für die Definition der Holzbauweise hat die Stadt München als Kooperationspartnerin an einem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Forschungsprojekt der TU München (TUM) und der Ruhr Universität Bochum (RUB) mitgewirkt. Nach dem Forschungsprojekt ist ein geeigneter und gut messbarer Parameter zur Bewertung von Holzbauten die Menge Holz, die im Gebäude verbaut ist (zum Beispiel für Wände, Decken, Außenwände, Dach, und anderes). Holz wird hierfür als „nachwachsender Rohstoff“ bezeichnet (Abkürzung: „nawaros“). Als Einheit für die Bewertung dient die Masse (in Kilogramm) an nachwachsenden Rohstoffen („nawaros“) je Quadratmeter Wohnfläche (kg nawaros / m² WF).

CO2-Bonus Holzbau
Holzbau-Förderung im Prinz-Eugen-Park in München mit CO2-Bonus, Foto: Rapp Architekten

Förderung der Holzbauweise

Die Ökologische Mustersiedlung ist mit ihren Zielen und in der geplanten Größe ein bislang europaweit einmaliges Pilotprojekt für nachhaltiges Bauen. Um die Realisierung zu ermöglichen, hat der Münchner Stadtrat beschlossen, speziell für die Ökologische Mustersiedlung ein Zuschussprogramm einzurichten. Das Programm bietet den Akteuren einen Zuschuss für die Finanzierung der höheren Erstinvestition und der Mehraufwendungen, die im Holzbau entstehen. Das Zuschussprogramm fördert die im Gebäude verbaute Masse Holz (in Kilogramm). Nach den Förderrichtlinien wird die Holzbauweise bei kleinen Gebäuden mit ein bis drei Geschossen mit bis zu 0,70 Euro pro Kilogramm nachwachsende Rohstoffe und beim Geschosswohnungsbau mit bis zu 2,00 Euro pro Kilogramm nachwachsende Rohstoffe bezuschusst. Der Münchner Stadtrat hat für das Zuschussprogramm Haushaltsmittel in Höhe von bis zu 13,6 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Qualitätssicherung Holzbauweise

Die Umsetzung des Holzbaus stellt für die Akteure eine große technische Herausforderung dar. Die Qualitätssicherung der Holzbauweise wird über ein Beratungskonzept abgesichert. Die Bauherren haben sich zu einem integrierten Planungsansatz mit allen an der Planung und Umsetzung des Vorhabens beteiligten Fachleuten und Firmen verpflichtet. Erst dann kommen die wesentlichen Vorteile der Holzbauweise wie eine verkürzte Bauzeit, Kostensicherheit und die gewünschte Ausführungsqualität zur Geltung. Zudem müssen die verwendeten Holzbaustoffe aus nachhaltiger Bewirtschaftung oder aus der Region stammen. Das speziell eingerichtete Ratgeber-Gremium mit vier anerkannten Expertinnen und Experten berät alle Projekte der Planungsphase zu Brandschutz, Tragwerk und Schallschutz im mehrgeschossigen Holzbau.

Serielles Bauen in Holzmodulbauweise macht Schule

Mit dem richtigen Systembaukonzept punktet die Holzmodulbauweise. Dadurch ist serielles Bauen erst möglich. Kaufmann Bausysteme aus dem Bregenzer Wald beherrscht diese Vorarlberger Holzbaukunst. Neuestes Projekt des Spezialisiten für Raummodule ist ein Schulbau in Berlin.

Nach der Realisierung der Europäischen Schule in Frankfurt und des Studentenwohnheims Woodie in Hamburg folgt ein weiteres anspruchsvolles Projekt in serieller Holzmodulbauweise. Im Berliner Osten entsteht bis August 2019 die neue Integrierte Sekundarschule Mahlsdorf, Berlins erste Modul-Schule aus Holz.

Schul-Campus in Berlin mit Holzmodulbauweise

Der 23 Mio. € umfassende Auftrag in Holzmodulbauweise für Kaufmann Bausysteme beinhaltet nahezu 300 Module für den Schulneubau in Berlin-Mahlsdorf. Zum Schul-Campus gehört auch eine neue Sporthalle, die vom Vorarlberger Bauunternehmen allerdings in klassischer Holzbauweise ausgeführt wird.

 

Holzmodulbauweise
Neubau einer Schule in Berlin-Mahlsdorf in Holzmodulbauweise, Foto: nkbak Architekten

Auf ca. 22.200 qm Baugrundfläche entsteht ein Unterrichtsgebäude, das auf drei Stockwerke verteilt ist. Ein Klassenraum (67 m²) besteht aus drei Modulen. Die langen Heizkörper hängen über den Köpfen der Schüler. Die Deckenplatten daneben sind aus Holzwolle sollen Lärm schlucken. Je Raum gibt es sechs bodentiefe Fenster, die sich zum Durchlüften öffnen lassen.

Außen verkleidet wird die Schule mit Aluminium, oben drauf wird begrünt. „Es gibt kein Brandschutzproblem“, räumt Architektin Nicole Berganski (47) vom Frankfurter Architekturbüro nkbak Architekten ein Vorurteil gegen Holzbauten ab. „Selbst verkohlte Balken verlieren nicht ihre Tragfähigkeit – Stahl schmilzt.“ Die Wände sind aus Fichte, die Träger sind Buche aus Thüringen.

Schnelle Vorfertigung sorgt für kurze Bauzeit der Schule in Holzmodulbauweise

Bei derartigen Projekten punktet die Holzsystembauweise mit Geschwindigkeit durch den hohen Vorfertigungsgrad und die Planungssicherheit. Die Produktionszeit für die knapp 300 Module werden ca. 15 Wochen betragen, durch die serielle und doch handwerkliche Fertigungstechnik. Die Modulfertigung ist bis August 2019 terminiert.

Auf einer neuen Produktionsstraße von Kaufmann Bausysteme am Produktionsstandort im österreichischen Kalwang werden die Module fix und fertig in Holzmodulbauweise entstehen. Ökologisches Bauen mit Holz sorgt für ein angenehmes Raumklima, das die 550 Schüler in ihrer neuen Schule dann in lernfreundlicher Umgebung zu schätzen wissen.

Hohe Vorfertigung und Standardisierung punkten

Eine hohe Vorfertigung und Standardisierung im Holzbau bieten Wettbewerbsvorteile im Neubau wie auch in der Nachverdichtung. Auf der „Bau 2019“ in München gab es nicht nur die berühmte Halle B5 für alle Holzbauinteressierten, sondern auch höchst interessante Vorträge von ausgewählten Referenten und Praktikern aus der Fertighaus- und Holzbaubranche.

Wer Prof. Dr. Stefan Winter – Ordinarius für Holzbau und Baukonstruktion an der TU München – kennt, weiß, dass er gerne Themen zuspitzt und diese auch unverblümt der Zuhörerschaft widmet. So auch bei der Messe-Veranstaltung: Holzfertigbau: Haustypologien / Mehrgeschossbau in Kooperation mit dem Bundesverband Deutscher Fertigbau e.V. (BdF) bei seinem Vortragsthema: „Bauen mit Weitblick – Industrialisierter sozialer Wohnungsbau“.

Vorfertigung und Standardisierung im Holzbau mit hoher Effizienz

Vorfertigung und Standardisierung sind Schlagworte, die im Bauwesen einen hohen Grad an Effizienz garantieren. „Verschiedene Holzbauunternehmen haben eigene Holzbausysteme entwickelt“, so Stefan Winter, „das macht’s für die Planer nicht einfacher“. Um dann fortzufahren: „Wir brauchen eine Art „Open-Source-Lösung“ für den Holzbau. Und wer soll es dann organisieren: Die Architekten!“ Holz als Kohlestoffspeicher und der Holzbau mit seiner CO2-Senke bieten hervorragende Möglichkeiten.

Einen weiteren Appell richtet Stefan Winter an die Holzbauer, wenn er sagt: „Im Schulterschluß mit den mineralischen Baustoffen können wir die benötigten Wohnungsmengen bauen und liefern.“ Eine klare Ansage für die Holzhybridbauweise. Referenzprojekte aus den Bereichen Hotelbau Wohnbau und öffentliche Einrichtungen wie Schulen und Kindergarten belegen diese Sichtweise mehr als deutlich. Gewerbebau und Wohnungsbau in moderner Holzbauweise hat daher noch viel Potential.

Und als wäre das noch nicht genug, setzte Stefan Winter noch einen drauf: „Wir übernehmen die Bauordnung Baden-Württemberg, das wäre derzeit die beste Lösung (für den Holzbau).“

Hohe Vorfertigung
Eine hohe Vorfertigung im Holzbau ermöglicht serielles Bauen in der Holzmodulbauweise

 

Weitere Referenten der gelungenen Veranstaltung waren Johannes Schwörer, Geschäftsführer SchwörerHaus KG mit seinem Vortrag „Hybridbauweise – die effektive Kombination von Holz und Beton.“ Er merkte sehr treffend an, dass 350 Mehrfamilienhäuser im Jahr in Deutschland mit Holz gebaut werden, während 20.000 mehrgeschossige Bauten mit anderen Baustoffen gebaut werden. Er wies auf die Holzbau-Offensive in Baden-Württemberg hin, bei der mehr innovative Holzbauten umgesetzt werden sollen und die Lebenszyklusbetrachtung eine Rolle spielen wird. Zudem setzt sich Johannes Schwörer für die Förderung klimafreundlicher Baustoffe ein.

Michael Regnauer, Geschäftsführer von Regnauer Fertigbau widmete sich dem Vortragsthema: „Moderne Holzständerbauweise in der Praxis – die nachhaltige Alternative“. Er geht davon aus, dass die Themen Umwelt und Gesundheit beim Bauen weiter zunehmen werden. Für ihn ist ebenfalls klar, dass industrielles Bauen mit hoher Vorfertigung und BIM einhergehen muss.

Peter Büdenbender, Leiter Vertrieb Objektbau von Weber Haus führte in seinem Vortrag „Nutzen für Investoren – Planungssicherheit und Wirtschaftlichkeit“ aus, dass mehrgeschossige Wohnhäuser in Holzbauweise ein sichtbarer Trend sind. Die hohe Vorfertigung im Holzbau bietet leistet eine um 6 Monate kürzere Bauzeit als mit vergleichbaren Baustoffen. Ein entsprechendes Bauprojekt erbringt damit in 10 Jahren eine interessante Rendite für private und gewerbliche Investoren.

Christoph Schmidt, Mitglied der Geschäftsleitung von Huf-Haus entführte die Zuhörer bei seinem Thema „Smarte Architektur“ in eine neue Welt des Bauens. Er führte die Vortragsteilnehmer in die Welt der lernenden Häuser und der künstlichen Intelligenz ein. „Die Datenhoheit liegt beim Verbraucher, also beim Bauherren“, so Christoph Schmidt, was er als vorhersehbaren Service, als Dienstleistung im Haus ansieht.

purelivin – Raummodule in Massivholzbauweise

Purelivin als Reaktion auf die Veränderungen und Herausforderungen im modernen Wohnbau. Die ZIMA Unternehmensgruppe hat gemeinsam mit dem holzbauerfahrenen Know-How-Partner Kaufmann Bausysteme einen revolutionären Ansatz für die Zukunft des mehrgeschossigen Bauens entwickelt. Die Innovation: Ein modulares Holzmassivbau-Konzept reduziert die Bauzeit und schafft ressourcenschonend hochwertigen, leistbaren Wohnraum.

Die ZIMA Unternehmensgruppe hat in über 45 Jahren über 7.000 Neubauwohnungen gebaut und Betriebsansiedelungen für über 6.000 Arbeitsplätze geschaffen. ZIMA ist spezialisiert auf die Entwicklung von Immobilien- und Wohnprojekten sowie einer der größten privaten Bauträger im deutschsprachigen Alpenraum. Kaufmann Bausysteme gilt als Pionier bei der Entwicklung und Produktion voll ausgebauter Wohnmodule in Massivholz.

Bis dato wurden bereits zahlreiche Projekte realisiert und insgesamt rund 2.500 Module verbaut. Gemeinsam verfügt man über 8 Standorte im DACH-Raum, rund 200 Mitarbeiter und ein Umsatzvolumen von 215 Mio. Euro. „Wir haben in den letzten Jahren viel über die Zukunft des Wohnens und Bauens nachgedacht“, so Mag. Alexander Nußbaumer, CEO und Inhaber der ZIMA Unternehmensgruppe. „Dabei sind wir zum Ergebnis gekommen, dass wir revolutionär anders denken und agieren müssen. Und zwar nicht nur aus betriebswirtschaftlicher Sicht, sondern auch aus ökologischen und gesellschaftlichen Gesichtspunkten“, so Nußbaumer weiter.

Mit dem Holzbaupionier Kaufmann Bausysteme wurde viel Entwicklungsarbeit in die Industrialisierung des Wohnbaus investiert mit dem erklärten Ziel, die Entwicklung, Produktion und Errichtung von modularen mehrgeschossigen Wohnbauten zu realisieren. So war es nur ein logischer Schritt, dass die beiden Unternehmen unter dem Namen purelivin eine gemeinsame Gesellschaft gegründet haben, um wechselseitiges Know-How und Synergien noch besser zu bündeln.

purelivin
purelivin – Serielles Bauen durch Raummodule in Holzmassivbauweise

Revolutionäres Konzept purelivin für serielles Bauen

Purelivin ist ein revolutionär neuer Ansatz für Bauen und Wohnen. Seriell vorgefertigte, komplette Raummodule werden mit der Holzmassivbauweise nach dem Prinzip „plug & play” zu multifunktionalen, flexiblen Wohneinheiten kombiniert. Das Ergebnis sind Räume, die nicht nur ein modernes und besonderes Ambiente garantieren, sondern auch ganz entscheidende Vorteile in Sachen Gesundheit, Raumklima und Werthaltigkeit haben“, erklärt Christian Kaufmann, Geschäftsführer von Kaufmann Bausysteme das Neue an purelivin. Die so entstehenden Gebäude sind zu 95 % natürlich, die Bauzeit vor Ort beträgt lediglich ein Drittel, der Betonanteil wurde auf 10 % reduziert und das gesamte Gebäude kann zu 100 % rückgebaut und recyclet werden. Zudem hat Holz als Baustoff belegbare gesundheitsfördernde Eigenschaften, reguliert das Raumklima, ist haptisch und optisch angenehm. „Kurzum: purelivin steht für natürliches, klimapositives Bauen“, so Kaufmann.

Über purelivin – ZIMA Bauträger und Projektentwickler

purelivin entstand aus der Bündelung der Kräfte zweier sehr erfolgreicher Unternehmen. Kaufmann Bausysteme aus Reuthe (Österreich) hat bereits mehr als 2.500 Module verbaut. Der Bauträger und Projektentwickler ZIMA aus Dornbirn (Österreich) konnte bislang über 7.000 Wohnungen errichten. Gemeinsam greifen die beiden Unternehmen auf 115 Jahre Erfahrung, das Wissen von über 200 Mitarbeitenden sowie ein weit verzweigtes Netzwerk an Fachleuten aus verschiedenen Disziplinen zurück. Vielfältige Anwendungsformen: Wohnbau, Gesundheits- und Sozialzentren, Studentenheime, Wohnen auf Zeit, Urbane Verdichtung – City Above the City, Nachverdichtung.

Serielles bauen mit Holz schafft Vorteile

Die Vorfertigung im Holzbau punktet in Richtung Präzision, Geschwindigkeit und vor allem Qualität. Serielles Bauen mit vorgefertigten Raummodulen schafft kürzere Bauzeiten in witterungsgeschützter Umgebung (Produktionshalle). Und nicht zuletzt: Bessere Arbeitsbedingungen, die sich dauerhaft auszahlen.

ZIMA ist ein Projektentwickler und Bauträger aus Dornbirn, Vorarlberg. Gemeinsam mit dem innovativen Holzbauunternehmen Kaufmann Bausysteme aus Reuthe wurden intensive Entwicklungsarbeit geleistet. Erklärtes Ziel der Arbeitsgemeinschaft: die Planung, Produktion und Errichtung von modularen mehrgeschossigen Wohnbauten. Der folgende logische Schritt war, dass die beiden Unternehmen unter dem Namen „purelivin“ eine gemeinsame Gesellschaft gegründet haben, um wechselseitiges Know-How und Synergien noch besser zu bündeln.

„Purelivin“ steht für serielles Bauen mit Holz im Wohnungsbau

purelivin ist ein revolutionär neuer Ansatz für Bauen und Wohnen. Serielles Bauen mit vorgefertigten, kompletten Raummodulen werden mit der Holzmassivbauweise nach dem Prinzip „plug & play” zu multifunktionalen, flexiblen Wohneinheiten kombiniert. Das Ergebnis sind Räume, die nicht nur ein modernes und besonderes Ambiente garantieren, sondern auch ganz entscheidende Vorteile in Sachen Gesundheit, Raumklima und Werthaltigkeit haben“, erklärt Christian Kaufmann, Geschäftsführer von Kaufmann Bausysteme das Neue an purelivin.

 

Serielles Bauen
Vorgefertigte Holzmodule für das serielle Bauen mehrgeschossiger Holzbauten.

Die so entstehenden Gebäude sind zu 95 % natürlich, die Bauzeit vor Ort beträgt lediglich ein Drittel, der Betonanteil wurde auf 10 % reduziert und das gesamte Gebäude kann zu 100 % rückgebaut und recyclet werden. Zudem hat Holz als Baustoff belegbare gesundheitsfördernde Eigenschaften, reguliert das Raumklima, ist haptisch und optisch angenehm. „Kurzum: purelivin steht für natürliches, klimapositives Bauen“, so Kaufmann.

Vorfertigung von Raummodulen in neuer Produktionshalle für serielles Bauen

Ende August 2018 feierte das Unternehmen in Kalwang, Steiermark, das Richtfest für die neue, 8.000 qm große Produktionshalle, die mit Jahreswechsel den Betrieb aufnehmen wird. Damit wird die Kapazität für serielles Bauen und Vorfertigung der Holzmodule verdoppelt. Parallel werden die bereits entwickelten Gebäudetypen weiter verfeinert und die Variantenvielfalt ausgebaut.

Die Verkaufsinfrastruktur ist über die ZIMA Gruppe bereits gegeben und Gespräche mit ersten Auftraggebern stehen kurz vor dem Abschluss. „Wir sind startklar“, so Alexander Nußbaumer. „Mit purelivin schaffen wir hochwertigen, leistbaren Wohnraum. Die nachhaltige massive Bauweise in Holz schont Ressourcen, wirkt klimapositiv und schafft für Bauherren zahlreiche attraktive Möglichkeiten. Mit Kaufmann Bausysteme haben wir für unsere Vision, das Bauen der Zukunft nachhaltig zu verändern, einen perfekten Partner gefunden,“ ergänzt Nußbaumer abschließend.

181 Wohneinheiten durch 5-geschossigen Holzhybridbau

Im südlichen Bereich des Prinz-Eugen-Parks entsteht eine Ökologische Mustersiedlung in Holzbauweise. Damit möchte die Landeshauptstadt München den modernen Holzbau etablieren und neue Maßstäbe in puncto Klimaschutz und nachhaltige Stadtentwicklung setzen. Unterschiedliche Gebäudetypen bis hin zu siebengeschossigen Häusern werden dort errichtet. Alle Projekte befinden sich mittlerweile im Bau.

Im Wohnungsbau zeichnet sich derzeit ein Trend ab, die Wohnfläche flexibel zu gestalten. Oder die Teilbarkeit, einzelne Räume abzutrennen, zu ergänzen und unabhängig zu erschließen. Ebenso die Vorbereitung für das Wohnen in allen Lebensphasen, im Besonderen das altersgerechte Wohnen zu aktivieren.

Holzhybridbau (Holz/Beton) überzeugt im Geschosswohnungsbau

Zwei Argumente stützen diese Entwicklung: Zum einen die ökonomische Anforderung mit Wohnfläche äußerst sparsam umzugehen und der dauernden Fortentwicklung der Wohnflächen effektiv entgegenzuwirken. Zum anderen die demografische Entwicklung der Vereinzelung und die zunehmende Vereinsamung, unabhängig vom Lebensalter, entgegenzutreten. Im Holzhybridbau – Wohngebäude werden größtmögliche Energieeffektivität mit maximaler Raumflexibilität verwirklicht. Die positiven Eigenschaften beider Baustoffe (Holz/Beton) wie Wärmedämmung / Schallschutz / Sicherheit werden in der Verbundkonstruktion im Geschosswohnungsbau optimiert. Passend zum Holzhybridbau wird die Fassade mit einer differenziert gestalteten Holzschalung (massive, dauerhafte Holzqualität) ausgeführt.

Das Raumprogramm umfasst 181 geförderte Wohneinheiten für 1-8 Personen, davon 5 rollstuhlgerechte Wohnungen nach Din 18040-2. Alle Wohnungen sind nach DIN 18040-2 barrierefrei. Der Regelgrundriss folgt einem wiederkehrenden, flexiblen Prinzip: Der Grundriss ist in Gebäudelängsrichtung in ein Raster von 3,50m aufgeteilt. Diesem folgt das Tragwerk und die Fassade, ebenso wie der Grundriss.

Holzhybridbau
181 Wohneinheiten entstehen durch 5-geschossigen Holzhybridbau im Prinz-Eugen-Park in München / Bild © Pakula & Fischer Architekten

Konstruktion Holzhybridbau – wirtschaftliche Bauweise

Das Konstruktionsprinzip ist darauf ausgelegt, die hohe Grundrissflexibilität aus dem Entwurfskonzept mit einer möglichst wirtschaftlichen Bauweise zu vereinbaren. Es wird eine Holz-Hybrid-Bauweise vorgeschlagen. Dabei sind alle tragenden Elemente aus Stahlbeton, die Gebäudehülle hingegen in Holzbauweise ausgeführt.

Fassade

Die baurechtlich erforderlichen Brandriegel werden in Brüstungshöhe angebracht und zu einem gestaltprägenden Merkmal erhoben. Die opaken Anteile haben horizontal wie vertikal die gleiche Stärke – das gibt dem Gebäude eine ruhige, elegante Ausstrahlung. Das Prinzip der Öffnungen folgt dem Gedanken des modularen Grundrisses. Alle Fenster bzw. Loggien sind gleich. Die Fenstergröße ist so gewählt, dass die Aspekte Tageslicht, Sicherheit und Wärmeschutz optimal ausgewogen sind.

Die Fassade wird in den Regelbereichen (ausgenommen Ecken und Staffelgeschoss) aus nur 4 unterschiedlichen Modulen gefertigt und vor Ort zusammengefügt. Abweichungen aus Schallschutzgründen auf Seite der Cosimastraße haben keinen Einfluss auf den Holzbau: die Elemente A‘, B‘, C‘ weisen lediglich andere Fensterfüllungen auf.

Holzhybridbau
Holzfassadenelemente für 5-geschossigen Holzhybridbau durch Holzbaufirma Huber & Sohn, Bachmehring / Bild © Pakula & Fischer Architekten

Generalübernehmer:

B&O Wohnungswirtschaft GmbH, Dietrich-Bonhoeffer-Str. 14, 83043 Bad Aibling

Architekt (LP 1-4):

Pakula & Fischer Architekten GmbH, Silberburgstraße 51, 70176 Stuttgart

Ausführendes Holzbau-Unternehmen:

Huber & Sohn GmbH & Co. KG, Wasserburger Str. 4, 83549 Bachmehring

Beauftragte Leistung: Fassadenelemente in Holzrahmenbauweise, Gebäudeklasse 5 (GK 5) und Kunststoff-Fenster von Huber & Sohn GmbH & Co. KG

Lage des Bauprojektes: Prinz-Eugen-Park 2, München-Bogenhausen

5- und 7-geschossiger Wohnungsbau im Prinz-Eugen-Park

Der Prinz-Eugen-Park liegt in Oberföhring und ist etwa sechs Kilometer vom Münchner Stadtzentrum entfernt. Die Stadt hat das frühere Kasernengelände 2005 erworben und 2008 einen städtebaulichen und landschaftsplanerischen Ideen- und Realisierungswettbewerb ausgelobt.

Das von der Landeshauptstadt München ausgeschriebene Gebäude im Baufeld WA 15 des Prinz-Eugen-Parks ist Bestandteil der ökologischen Mustersiedlung im Prinz-Eugen-Park und wurde über den Nachweis eines sehr umfassenden ökologischen Kriterienkatalogs vergeben. Hierbei spielten Themen wie die Verwendung nachwachsender Rohstoffe, Fragen des sozialen und ökologischen Miteinanders sowie das Angebot eines Mobilitätskonzeptes eine wesentliche Rolle.

Die 5- bis 7-geschossige Hauszeile wird über drei Treppenhäuser erschlossen und – mit Ausnahme des Erdgeschosses – in massiver Holzbauweise erstellt. Der Kopfbau (Haus 1) enthält im Erdgeschoss verschiedene Gemeinschaftseinrichtungen. Z.B. einen Raum für gemeinschaftliche und quartiersbezogene Aktivitäten, 2 Gästeapartments und ein „Kinderkino“ über der TG-Abfahrt. Vom Kopfbau aus ist auch der gemeinschaftliche Dachgarten über den Häusern 2 und 3 erreichbar. Darüber hinaus erstellt die Baugemeinschaft eine überdachte, aber offene Markthalle , über die der „Prinzenkeller“, ein hochwertiger, natürlich belichteter und ca. 100 m² großer Veranstaltungsraum erreichbar ist.

Prinz-Eugen-Park
Massivholzbau GK 5 im Prinz-Eugen-Park durch Huber & Sohn, Bild © H2R Architekten

Trotz der – in Hinblick auf die gewählte Holzkonstruktion in massiver mehrgeschossiger Holzbauweise – sehr rationale und stringente und somit kostensparende Strukturierung werden vielfältige Wohnungsgrößen und -aufteilungen angeboten. Sogenannte „Jokerzimmer“ ermöglichen obendrein ein variables und wandelbares „Wohnen in allen Lebensphasen“.

Bauprojekt 5- und 7-geschossiger Holzbau im Prinz-Eugen-Park

Baufeld WA 15 West: 5- und 7-geschossiger Massivholzbau

Bauherr: Bauen in Gemeinschaft GmbH

Auftraggeber: Baugemeinschaft München GbR

Architekt: H2R-Architekten, München

Ausführende Firma: Arge Huber & Sohn / Ambros (3-Geschosser)

Beauftragte Leistung: Massivholzbau 5- + 7-Geschosser GK 5, Huber & Sohn Bachmehring

Ausführende Fensterfirma: Holz-Alu-Fenster, Huber & Sohn, Bachmehring

Lage des Bauprojektes: Jörg-Hube-Strasse in 81927 München im Prinz-Eugen-Park, München-Oberföhring

Umfang des Bauprojektes in Holzbauweise: 37 Wohnungen, 8 Reihenhäuser, 5.260 m² Wohnfläche, 325 m² Gemeinschaftsfläche und 6.920 m² Geschossfläche.

 

Prinz-Eugen-Park München
Mehrgeschossiger Wohnungsbau in Holzbauweise im Prinz-Eugen-Park in München; Modellfoto H2R Architekten

Wohncluster und Wohnungstypologien beim Wohnungsbau im Prinz-Eugen-Park

Ein Mix an vielfältigen Wohnungstypologien in den einzelnen Clustern wie

  • verdichteter Flachbau mit Atriumhäusern
  • Reihenhäuser
  • Stadtvillen und Punkthäuser
  • lineare Geschosswohnungsbauten

unterstützt die Mischung unterschiedlicher Einkommensgruppen und Haushaltsstrukturen. Die zentrale Mitte jedes Wohnclusters bildet der jeweils zugehörige halbprivate, autofreie Wohn- und Erschließungshof mit gemeinschaftlicher Nutzung.

Prinz-Eugen-Park Holzbau
Reihenhäuser in dreigeschossiger Holzbauweise im Prinz-Eugen-Park in München, Foto © H2R Architekten

Im Prinz Eugen Park entstehen 1.800 Wohnungen für ca. 4.000 zukünftige Bewohner/innen unterschiedlicher Alters- und Bevölkerungsgruppen in einer ökologischen Mustersiedlung. Die Wohnungen werden von Baugemeinschaften, Genossenschaften, städtischen und freien Bauträgern errichtet. Es entsteht ein breit gefächertes Angebot für unterschiedlichste Wohnbedürfnisse: zur Miete und im Eigentum, in verschiedenen Gebäudetypen, für alle Haushaltsgrößen und Einkommensgruppen und alternative Wohnformen.

 

Mehrgeschossiger Wohnungsbau im Prinz-Eugen-Park

Mehrgeschossiger Wohnungsbau mit Holz sorgt für ökologische Wohnraumerschließung. Auf dem Areal der ehemaligen Prinz-Eugen-Kaserne in Bogenhausen entsteht in den kommenden Jahren ein neues Stadtquartier mit insgesamt etwa 1.800 Wohnungen und Infrastruktureinrichtungen für rund 4.500 Menschen.

 Die GEWOFAG als städtische Münchner Wohnungsbaugesellschaft baut auf sechs der 16 Baugebiete des neuen Quartiers insgesamt rund 630 Wohnungen sowie Gewerbeflächen und errichtet damit etwa ein Drittel des Gesamtbestandes.

Innerhalb der ökologischen Mustersiedlung wird die GEWOFAG ca. 180 Wohneinheiten in Holzbau-/Holzhybridbauweise erstellen, die meisten als mehrgeschossiger Wohnungsbau. Die GEWOFAG ist eine 1928 gegründete Münchner Wohnungsbaugesellschaft. Sie verfügt über einen Bestand von mehr als 36.000 Wohnungen und Gewerbeeinheiten in und um München. Die wichtigsten Aufgaben des städtischen Unternehmens sind Neubau, Vermietung, Sanierung und Instandsetzung des Wohnungsbestands.

Zu den vielfältigen sozialen Angeboten zählen ein Standort des Wohn- und Versorgungskonzepts der GEWOFAG „Wohnen im Viertel“, mehrere Häuser für Kinder, eine heilpädagogische Kindertagesstätte, fünf betreute Wohngruppen sowie mehrere Bewohnertreffs und Gemeinschaftsräume für den Austausch untereinander. Alle GEWOFAG-Wohnungen werden barrierefrei gestaltet, ein Anteil der Wohnungen ist außerdem auf die Bedürfnisse von Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrern ausgerichtet. Das gesamte Wohnumfeld wird barrierefrei und stufenlos gestaltet.

Mehrgeschossiger Wohnungsbau
Übersicht über die Baufelder im Prinz-Eugen-Park in München, Bebauung als mehrgeschossiger Wohnungsbau.

Was zeichnet ein lebendiges Wohnquartier im Prinz-Eugen-Park aus?

Von besonderer Bedeutung für ein lebenswertes Quartier ist attraktives Angebot an sozialer, kultureller und kommerzieller Infrastruktur. Im Prinz Eugen Park ist ein vielfältiges Angebot geplant:
  • Gewerbe und Dienstleistungsflächen
    Nahbereichszentrum mit Handels- und Dienstleistungsflächen, das einen Super- und einen Drogeriemarkt beinhalten wird. Ergänzt um Läden und Gastronomie am Quartiersplatz, sowie weitere kleinteilige Dienstleistungen.
  • Ärzte und Gesundheitsdienstleister
    Südlich des Quartiersplatzes werden sich Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen und verschiedene Gesundheitsdienstleister ansiedeln.
  • Kindergärten und Grundschule
    6 Kindertagesstätten, Grundschule mit Dreifachsporthalle und Erhalt der Schwimmhalle mit Tauchtopf
  • Bürger- und Kulturtreff
    13 er Bürger- und Kulturtreff mit Alten- und Servicezentrum, Familientreff, Nachbarschaftstreff und verschiedenen kulturellen Angeboten.
  • Gemeinschaftsräume
    Diverse Gemeinschafträume für unterschiedliche Kurse und Aktivitäten, wie auch Gästeappartements, Co-working-spaces und Werkstätten
  • Mobilitätsangebot
    Breitgefächertes Mobilitätsangebot für alle Haushalte
mehrgeschossiger Wohnungsbau
Hohe Vorfertigung im Holzbau durch Huber & Sohn im Bereich mehrgeschossiger Wohnungsbau im Prinz-Eugen-Park in München

Mehrgeschossiger Wohnungsbau in Holzbauweise auf dem Vormarsch

Bei der Vergabe und Bebauung der verschiedenen Baugrundstücke im Prinz-Eugen-Park haben sich kommunale Wohnungsgesellschaften, Genossenschaften, Bauträger und Baugemeinschaften zu einem Konsortium zusammengeschlossen um die verschiedenen Gebäude zu realisieren. Das Thema Nachhaltigkeit wurde von der Stadt München vorgegeben. So muss praktisch ein Teil der insgesamt 1.800 Wohnungen in Holzbauweise errichtet werden. Die Bauten lassen sich somit als mehrgeschossiger Wohnungsbau in Holzbauweise errichten. Einer der Holzbauspezialisten im Bereich mehrgeschossiger Wohnungsbau ist die oberbayerische Holzbaufirma Huber & Sohn, die mehrgeschossige Gebäude in Holzhybridbauweise erstellt.

Die B&O-Gruppe aus Bad Aibling als Generalübernehmer beauftragte Huber & Sohn für die Fertigung der Fassadenelemente in Holzrahmenbauweise (GK 5) für die Errichtung eines 5-geschossigen Gebäudes in Holzhybridbauweise im Baufeld WA 13 des Prinz-Eugen-Parks. Im Baufeld WA 16 West wird der Massivholzbau eines 7-geschossigen Gebäudes ebenfalls durch Huber & Sohn errichtet, Auftraggeber ist hier der Bürgerverein München BbVM eG (Bürgerverein). Huber & Sohn fungiert neben dem konstruktiven Holzbau auch als Fensterhersteller für seine Holzbau-Projekte. So verwundert es nicht, dass die Kunststoff-Fenster bzw. Holz-Alu-Fenster auch bei von anderen Holzbauunternehmen errichteten Mehrgeschossern Verwendung finden, wie etwa im Baufeld WA 16 West vom Bürgerverein und WA 11 Ost vom Auftraggeber Wogeno.

Serielles Bauen für den Wohnungsbau

Europaweiter Wettbewerb liefert zukunftsweisende Konzepte für schnellen, kostengünstigen Wohnungsbau für serielles Bauen in hoher Qualität. Die Ergebnisse des ersten europaweiten Ausschreibungsverfahrens für serielles und modulares Bauen stehen fest. Neun Bieter erhielten am 29. Mai 2018 in Berlin den Zuschlag für ihre innovativen Wohnungsbaukonzepte, aus denen Mitgliedsunternehmen des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW ab sofort auswählen können.

Dazu hat der GdW als Initiator der Ausschreibung im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Bundesbauministerium, dem Hauptverband der Bauindustrie und der Bundesarchitektenkammer eine Rahmenvereinbarung unterzeichnet.

Ausschreibung für modulares und serielles Bauen

Der GdW, Spitzenverband der Wohnungswirtschaft, hatte gemeinsam mit Partnern aus dem Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen des Bundesministeriums für Inneres, Bau und Heimat (BMI / ehemals BMUB) im Auftrag seiner Mitgliedsunternehmen eine Rahmenvereinbarung in einem Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb öffentlich ausgeschrieben. Ziel war es, eine Rahmenvereinbarung über den Neubau von mehrgeschossigen Wohnbauten in serieller und modularer Bauweise mit Planern und Baugewerbe gemeinsam abzuschließen.

In intensiver Zusammenarbeit mit BMUB, Bundesarchitektenkammer, Bauindustrie sowie InWIS Forschung & Beratung GmbH und der auf Vergaberecht spezialisierten Kanzlei Redeker Sellner Dahs wurde ein bisher einzigartiges Verfahren erarbeitet. Es regelt die Ausschreibung eines Rahmenvertrags, welcher Planung und Bau umfasst. Darüber hinaus versetzt er auch öffentliche Auftraggeber in die Lage, sich ohne weitere Ausschreibung daraus zu bedienen. Der Entwicklungsprozess war Teil eines vom BMI/BMUB mitfinanzierten Forschungsprojektes und wurde erst durch die Änderungen im Vergaberecht 2016 möglich.

serielles Bauen
Serielles Bauen dank hohem Vorfertigungsgrad beim Holzhybridbau mit Beton und Holz / Foto: Huber & Sohn

Angebotspreise für serielles Bauen liegen unter dem Durchschnitt

Die Angebotspreise für die neun innovativen Modellgebäude für modulares und serielles Bauen liegen zwischen 2.000 und 3.200 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche und damit unter den durchschnittlichen Herstellungskosten für Mehrfamilienhäuser in Deutschland. Die in der neuen Vereinbarung festgeschriebenen Preise gelten für fünf Jahre. Skaleneffekte sind bei Mehrfachbeauftragung eines Modellgebäudes im Angebot enthalten. Weitere Kostenvorteile werden bei den seriellen und modularen Wohnungsbauprojekten zukünftig durch die weiter zunehmende Vorfertigung von Bauteilen erwartet.

Eine Domäne des Holzbaus ist heute schon modulares und serielles Bauen im mehrgeschossigen Wohnungsbau durch den hohen Vorfertigungsgrad. Der nachwachsende Baustoff Holz bietet sich aufgrund der spezifischen Leichtbauweise geradezu für das verdichtete Bauen in urbanen Räumen an, etwa bei Aufstockungen auf bestehende Reihenhausanlagen. Immer mehr Leuchtturmprojekte entstehen im mehrgeschossigen Holzbau.

 

 

Kurze Bauzeit mit Holzsystembauweise erzielt

Der Beweis ist erbracht: Mit der Holzsystembauweise lassen sich in kurzer Zeit mehrgeschossige Holzbauten für bezahlbaren Wohnraum erstellen. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft GEWOFAG der Stadt München beauftragte die B&O Gruppe als Generalübernehmer und ließ an der Schittgablerstraße in der Lerchenau 46 neue Wohnungen bauen. B&O beauftragte als ausführendes Holzbauunternehmen die Bachmehringer Holzbaufirma Huber & Sohn. Innerhalb von nur 12 Monaten waren die acht zwei- und dreigeschossigen Holzhybridgebäude bezugsfertig, dank der hohen Vorfertigung durch das beauftragte Holzbauunternehmen.

Mit der Anfang Dezember 2017 erfolgten letzten Übergabe sind nun alle Wohnungen vermietet. Dr. Klaus-Michael Dengler, Sprecher der Geschäftsführung der GEWOFAG: „Wir haben hier unser mittlerweile drittes Projekt im Wohnungsbausofortprogramm der Landeshauptstadt München erfolgreich abgeschlossen. Die beiden GEWOFAG-Objekte am Dantebad und an der Bodenseestraße zeichnen sich durch einen hohen Vorfertigungsgrad aus. Diese guten Erfahrungen haben wir auch hier genutzt und die Gebäude in Holzsystembauweise erstellt. So konnten wir binnen Jahresfrist fast 50 bezahlbare Wohnungen schaffen, die sich harmonisch in ihr Umfeld einfügen.“

In den Gebäuden entstanden 30 Ein-, sieben Zweieinhalb- und neun Dreizimmerwohnungen sowie ein Gemeinschaftsraum. Der Zugang zu den Wohnungen erfolgt über Laubengänge, die auch als Balkonersatz nutzbar sind. Durch die in vier Reihen hintereinander gesetzten Gebäudepaare entsteht eine Abfolge von Höfen mit Obstbäumen, einem Nutzgarten und Spielplatzflächen.

Baustoff Holz mit der zeitsparenden Holzsystembauweise erhielt den Zuschlag

Die Belegung erfolgte über das Amt für Wohnen und Migration im Sozialreferat der Landeshauptstadt München zu gleichen Teilen mit anerkannten Flüchtlingen und berechtigten Haushalten verschiedener Einkommensstufen. Wie bei allen Projekten des Wohnungsbausofortprogramms ist auch an der Schittgablerstraße eine gut durchmischte Bewohnerstruktur einer der wichtigsten Faktoren bei der Belegung.

Holzsystembauweise
Moderne Holzfassade an den GEWOFAG-Gebäuden in der Schittgablerstraße in Holzsystembauweise (Foto: Roland Weegen)

Im März 2018 besichtigten Mitglieder des Arbeitskreises Ökologie und Ökonomie der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen gemeinsam mit proHolz Bayern zwei Holzgebäude in München. Der erste Halt der Exkursion waren die von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GEWOFAG errichteten Wohnungen in der Schittgablerstraße in der Lerchenau. Die 46 Wohneinheiten wurden in Massivholzbauweise errichtet und sind Teil des Wohnungsbausofortprogramms „Wohnen für Alle“ der Landeshauptstadt München. Projektleiter Florian Lippmann erläuterte den Teilnehmern die Gründe, die für den Baustoff Holz sprachen. So wurde die Ausschreibung zunächst unabhängig von der Wahl des Baustoffes ausgeschrieben.

Bedingung war jedoch eine hohe Vorfertigung der Bauteile. Der Generalunternehmer B&O habe dazu gemeinsam mit der Holzbaufirma Huber & Sohn eine Bewerbung für eine Errichtung in Holzbauweise abgegeben, damit das wirtschaftlichste Angebot eingereicht und den Zuschlag erhalten. „Zwei Stockwerke wurden innerhalb von 2,5 Wochen regendicht aufgestellt“, berichtete Florian Lippmann. Auch die bisherigen Erfahrungen seien durchweg positiv. „Im Vergleich zu anderen Bauprojekten der GEWOFAG waren hier die Mängellisten sehr gering“, so Lippmann. Wie positiv das Wohnklima in diesem Gebäude ist, konnten die Teilnehmer durch eine Besichtigung des Treppenhauses und der Betriebsräume erfahren.

Holzsystembauweise überzeugt durch Vorfertigung und hohe Qualität

Zur Chronologie der GEWOFAG-Projekte „Wohnen für alle„: Den Anfang machte das Pilotprojekt „Wohnen am Dantebad – Sozialer Wohnungsbau durch Nachverdichtung“, bei dem erstmals ein Parkplatz überbaut wurde, ohne diesen in der Nutzung einzuschränken. So konnte eine bereits versiegelte Fläche doppelt genutzt werden. Der neue Wohnkomplex steht auf einer Betonrahmenkonstruktion mit Stahlbetondecke. Die darüber liegenden 4 Stockwerke sind in Holzsystembauweise gefertigt. „Wir haben mithilfe der Holzsystembauweise die Bauphasen deutlich verkürzt und gleichzeitig eine hohe Qualität sichergestellt“, resümierte Dr. Klaus-Michael Dengler, Sprecher der Geschäftsführung der GEWOFAG in einer Pressemitteilung. Durch den hohen Vorfertigungsgrad der Holzbauelemente konnten die 4 Stockwerke in nur 8 Wochen montiert werden. In weniger als einem Jahr wurden so 100 Wohneinheiten am Dantebad realisiert. Die auf die Holzhybridbauweise spezialisierte Baufirma Huber & Sohn hatte ebenfalls dieses Projekt erfolgreich erstellt.

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