Schnelle Holzmodulbauweise sorgt für Berliner Schulneubauten

Die Stadt Berlin setzt auf den Holzbau und die Holzmodulbauweise beim Bau neuer Schulen. Der gesamte Prozess ist schnell vonstatten gegangen: Vom Beginn der Planung bis zur Fertigstellung sind insgesamt nur drei Jahre vergangen – inklusive zweier europaweiter Ausschreibungen. Das Land investierte 34,8 Millionen Euro und blieb damit weitgehend im Kostenrahmen.

Aufgrund der hohen Vorfertigung mit der vorteilhaften modularen Holzbauweise konnte nach nicht einmal einem Jahr nach der Grundsteinlegung Anfang August 2019 die integrierte Sekundarschule (ISS) Berlin-Mahlsdorf ihren Betrieb aufgenommen. Bis zu 550 Schüler und Schülerinnen können hier jetzt unterrichtet werden. Die Integrierte Sekundarschule bietet eine vierzügige Sekundarstufe I (7.-10. Klasse) sowie eine zweizügige Sekundarstufe II (11.-13. Klasse). Die für den Schulsport neu errichtete Dreifeld-Sporthalle wird auch Vereinen zur Verfügung stehen.

Andreas Krawczyk vom beauftragten Architekturbüro NKBAK aus Frankfurt erläutert, dass 290 Holzbaumodule insgesamt verbaut wurden. Drei Module bilden einen Klassenraum, wie der Architekt ergänzt. Jedes wurde mit bodentiefen Fenstern, Türen und Installationen wie Heizkörper und Steckdosen bei einer Firma in Köpenick vormontiert und zur Baustelle geliefert. Verantwortlich für die Systembauweise in Holzmodulbauweise ist die Vorarlberger Baufirma Kaufmann Bausysteme.

Drei Berliner Schulen werden in Holzmodulbauweise erstellt

Schule Holzmodulbauweise
Berline Schulneubau in Mahlsdorf als Holzmodulbauweise wurde mit dem Berliner Holzbaupreis ausgezeichnet.

Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen: „Vor weniger als einem Jahr haben wir hier in Mahlsdorf Richtfest für die neue Integrierte Sekundarschule gefeiert, heute übergeben wir das Gebäude nun an seine neuen Nutzerinnen und Nutzer. Die ISS Mahlsdorf ist damit das erste Bauvorhaben, das wir im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive fertigstellen. Die Schule gehört als Modellvorhaben zu drei Schulneubauten, die erstmalig in Berlin in Holzmodulbauweise erstellt werden.

Ebenfalls Anfang August 2019 ging auch das zweite Projekt, die Konrad-Wolf-Grundschule in Lichtenberg an den Start, ebenfalls pünktlich zum Beginn des neuen Grundschuljahres. Dank der innovativen Holzbauweise und der deutlich beschleunigten Verfahren konnten wir die Bauzeit gegenüber der Errichtung eines konventionellen Baus um die Hälfte reduzieren. Die Projekte zeigen dabei auf hervorragende Art und Weise, dass Schnelligkeit und Qualität nicht im Widerspruch zueinander stehen müssen. Holz präge das Raumklima und sei auch unter ökologischen Gesichtspunkten sinnvoll. “

Senat des Landes Berlin setzt auf den urbanen Holzbau

Durch den Einsatz des nachwachsenden Baustoffs Holz könnten relevante Klimagasentlastungen für das Land Berlin erschlossen werden, heißt es vonseiten des Senats. „So bindet der Einsatz von einem Kubikmeter Holz bei einer Baumaßnahme rund eine Tonne CO2 über die gesamte Nutzungsdauer des Holzproduktes. Wird eine Schule für 1.000 Schüler in Holzbauweise errichtet, werden bis zu 750 Kubikmeter Holz eingesetzt. Das entspricht einer Einsparung von 750 t CO2.“ CO2 neutrales Bauen mit Holz ist zur Erreichung der Klimaziele auf dem Vormarsch.

 

lebt in Stuttgart und betreibt als unabhängiger Holzhaus-Experte aus Leidenschaft verschiedene Blogs und das Portal holzbauwelt.de. Er informiert über Trends im Wohnungs- und Gewerbebau mit dem Baustoff Holz und Fördermöglichkeiten für den privaten Bauherr. E-Mail senden