Serielles Bauen für den Wohnungsbau

Europaweiter Wettbewerb liefert zukunftsweisende Konzepte für schnellen, kostengünstigen Wohnungsbau für serielles Bauen in hoher Qualität. Die Ergebnisse des ersten europaweiten Ausschreibungsverfahrens für serielles und modulares Bauen stehen fest. Neun Bieter erhielten am 29. Mai 2018 in Berlin den Zuschlag für ihre innovativen Wohnungsbaukonzepte, aus denen Mitgliedsunternehmen des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW ab sofort auswählen können.

Dazu hat der GdW als Initiator der Ausschreibung im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Bundesbauministerium, dem Hauptverband der Bauindustrie und der Bundesarchitektenkammer eine Rahmenvereinbarung unterzeichnet.

Ausschreibung für modulares und serielles Bauen

Der GdW, Spitzenverband der Wohnungswirtschaft, hatte gemeinsam mit Partnern aus dem Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen des Bundesministeriums für Inneres, Bau und Heimat (BMI / ehemals BMUB) im Auftrag seiner Mitgliedsunternehmen eine Rahmenvereinbarung in einem Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb öffentlich ausgeschrieben. Ziel war es, eine Rahmenvereinbarung über den Neubau von mehrgeschossigen Wohnbauten in serieller und modularer Bauweise mit Planern und Baugewerbe gemeinsam abzuschließen.

In intensiver Zusammenarbeit mit BMUB, Bundesarchitektenkammer, Bauindustrie sowie InWIS Forschung & Beratung GmbH und der auf Vergaberecht spezialisierten Kanzlei Redeker Sellner Dahs wurde ein bisher einzigartiges Verfahren erarbeitet. Es regelt die Ausschreibung eines Rahmenvertrags, welcher Planung und Bau umfasst. Darüber hinaus versetzt er auch öffentliche Auftraggeber in die Lage, sich ohne weitere Ausschreibung daraus zu bedienen. Der Entwicklungsprozess war Teil eines vom BMI/BMUB mitfinanzierten Forschungsprojektes und wurde erst durch die Änderungen im Vergaberecht 2016 möglich.

serielles Bauen
Serielles Bauen dank hohem Vorfertigungsgrad beim Holzhybridbau mit Beton und Holz / Foto: Huber & Sohn

Angebotspreise für serielles Bauen liegen unter dem Durchschnitt

Die Angebotspreise für die neun innovativen Modellgebäude für modulares und serielles Bauen liegen zwischen 2.000 und 3.200 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche und damit unter den durchschnittlichen Herstellungskosten für Mehrfamilienhäuser in Deutschland. Die in der neuen Vereinbarung festgeschriebenen Preise gelten für fünf Jahre. Skaleneffekte sind bei Mehrfachbeauftragung eines Modellgebäudes im Angebot enthalten. Weitere Kostenvorteile werden bei den seriellen und modularen Wohnungsbauprojekten zukünftig durch die weiter zunehmende Vorfertigung von Bauteilen erwartet.

Eine Domäne des Holzbaus ist heute schon modulares und serielles Bauen im mehrgeschossigen Wohnungsbau durch den hohen Vorfertigungsgrad. Der nachwachsende Baustoff Holz bietet sich aufgrund der spezifischen Leichtbauweise geradezu für das verdichtete Bauen in urbanen Räumen an, etwa bei Aufstockungen auf bestehende Reihenhausanlagen. Immer mehr Leuchtturmprojekte entstehen im mehrgeschossigen Holzbau.

 

 

lebt in Stuttgart und betreibt als unabhängiger Holzhaus-Experte aus Leidenschaft verschiedene Blogs und das Portal holzbauwelt.de. Er informiert über Trends im Wohnungs- und Gewerbebau mit dem Baustoff Holz und Fördermöglichkeiten für den privaten Bauherr. E-Mail senden