Kaufmann Bausysteme baut Bundestag in Holzmodulbauweise

Die Holzmodulbauweise dringt bis in den Deutschen Bundestag in Berlin durch. Zur teilweisen Deckung des dringenden Raumbedarfs bekommen die Bundespolitiker ein neues Bürogebäude aus vorgefertigten Holzmodulen. Auf sieben Etagen entstehen bis Ende 2021 rund 400 Büros in der Raumzellenbauweise. Generalunternehmer (GU) sind Kaufmann Bausysteme und PRIMUS developments.

Im Januar 2020 beauftragte der Deutsche Bundestag das BBR mit dem Neubau eines Bürogebäudes auf dem Areal westlich der Luisenstraße Berlins. Nach Vergabe der Leistungen und nur fünf Monaten Planungszeit wurde mit den Gründungsarbeiten begonnen. Auf einem H-förmigen Grundriss wird sich der Neubau über sieben Geschosse erstrecken und größtenteils aus Vollholz-Modulen bestehen.

Ende Oktober 2020 starteten im Parlamentsviertel in Berlin-Mitte die Bauarbeiten für das Bürogebäude in Holzmodulbauweise. Der Neubau nach Plänen des Architekturbüros Sauerbruch Hutton entsteht in der Nachbarschaft des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses auf dem sogenannten Luisenblock West in Berlin Mitte, teilt das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) mit.

Holzmodulbauweise
Erweiterung deutscher Bundestag in effizienter Holzmodulbauweise im Entwurf mit farbenfrohen Fassadenverkleidungen. Foto: sauerbruch hutton

Damit die benötigten Räume nach der kommenden Bundestagswahl 2021 zur Verfügung stehen, errichten unter der Leitung des BBR Kaufmann Bausysteme und PRIMUS developments als Generalunternehmer die neuen Bürogebäude. Die Generalunternehmer verantworten dabei zentral alle Planungs-, Herstellungs- und Bauleistungen des Projektes.

Holzmodulbauweise erfüllt höchste Anforderungen

Da ein erhöhter Raumbedarf bereits nach der Bundestagswahl im Jahr 2021 erwartet wird, lag die Wahl einer Modulbauweise nahe. Die Produktion der Holzmodule wird in serieller Bauweise vom Holzbauunternehmen Kaufmann Bausysteme als GU durchgeführt. So kann der anspruchsvolle Zeitplan eingehalten werden. Durch die Holzmodulbauweise und das gewählte Material können bei diesem Projekt besondere Anforderungen an Umsetzungsgeschwindigkeit und Nachhaltigkeit erfüllt werden.

Die Baumaterialien – hauptsächlich Vollholz in den Bürobereichen sowie Stahlbeton im Erdgeschoss und Erschließungsbereich – sollen am fertigen Gebäude sichtbar bleiben. Eine Glasfassade wird das Hochhaus zur S-Bahnstraße nach Norden abschließen und sich zu einem begrünten Aufenthaltsbereich öffnen. Der größte Teil der Fassaden wird von den Außenverkleidungen der Holzmodule geprägt.

Das Schema des Entwurfes verdeutlicht den hohen Anteil nachwachsender Rohstoffe: Nur Teile des Erdgeschosses, der zentrale Erschließungsbereich und die vorgesetzten Stahl-Glas-Fassaden (grau dargestellt) bestehen nicht aus Holzmodulen.

lebt in Stuttgart und betreibt als unabhängiger Holzhaus-Experte aus Leidenschaft verschiedene Blogs und das Portal holzbauwelt.de. Er informiert über Trends im Wohnungs- und Gewerbebau mit dem Baustoff Holz und Fördermöglichkeiten für den privaten Bauherr. E-Mail senden