Holz-Beton-Hybridbau im Domagkpark München

Dringend benötigter Wohnraum mit Holz-Beton-Hybridbau geschaffen. Im Auftrag der B&O-Gruppe und geplant vom Architekturbüro Fink+ Jocher wurden im Juni 2018 die Holzbauarbeiten der fünfgeschossigen Werksmietwohnungen mit Staffelgeschoss im Energiestandard KfW 40plus am Domagkpark in München fertiggestellt.

Der Domagkpark in München befindet sich auf dem ehemaligen Gelände der Funkkaserne im Stadtteil Schwabing. Mit dem Beschluss der Landeshauptstadt München, das Gelände mit dringend benötigten Wohnungen und Gewerbeeinheiten zu bebauen, veränderte sich das Areal vom ehemaligen Künstleratelierraum zum begehrten Wohnraum. Erstmals in München zeichnete sich ein Konsortium bestehend aus Baugenosschenschaften, Baugemeinschaften sowie städtischen und privaten Wohnungsbaugesellschaften dafür verantwortlich, schon mit Beginn der ersten Planungsphasen, ein lebendiges Wohnumfeld zu entwickeln.

Das erstellte Holz-Hybrid-Gebäude befindet sich an einer städtebaulich prägnanten Stelle. Es bildet die westliche Kante der Sockelbebauung südlich des Parks und grenzt im Westen an die öffentliche Wegeverbindung in den Domagkpark und der angrenzenden Grundschule.

Holz-Beton-Hybridbau – hohe Vorfertigung, mehrgeschossig, umweltfreundlich

Das Bauvorhaben ist als Beton-Holz-Hybridkonstruktion ausgeführt. Das Gebäude hat durch seine Holzfassade und das kompositorische Element der geschossweise umlaufenden und auskragenden Gesimse und einem großen Dachüberstand eine sehr eigenständige Anmutung.

Holz-Beton-Hybridbau
Holz-Beton-Hybridbau im Domagkpark München durch Huber & Sohn, Bachmehring, erstellt

Auf 4080 m² Bruttogeschossfläche befinden sich 19 Wohneinheiten, hiervon sind 2 Wohneinheiten als Wohngemeinschaft (WG) mit 5 bzw. 6 Einzelzimmern ausgebildet. Jeder dieser Einzelzimmer hat ein eigenes Bad sowie eine Kochnische. Die WG ist zusätzlich mit zwei Loggien, einer Gemeinschaftsküche und einem Lounge-Bereich ausgestattet. Im Erdgeschoss befindet sich ein Gemeinschaftsraum für die Bewohner.

Das besondere an diesem Holz-Beton-Hybridbau ist die eingeschobene Holzbauaußenfassade. In das zuerst gefertigte Betonskelett, bestehend aus tragenden Stützen, Innenwänden und Decken, wurden bei der Montage die vorgefertigten Außenwandelemente in Holzrahmenbauweise geschossweise auf der Stahlbetondecke eingestellt. Die offene Deckenstirn der Betontische wurden mit den unverwechselbaren Markenzeichen des Gebäudes, den Vouten verkleidet. Diese charakteristischen Elemente wurden mit einer Einblasdämmung A1 Wärmeleitgruppe 038 voll ausgefüllt. Dies dient sowohl dem Brandschutz als auch dem Schutz der Fassade vor Witterungseinflüssen.

Holz-Beton-Hybridbau mit beeindruckenden Vouten

Bei der Außenverkleidung der Wände und Vouten wurde sehr viel Wert auf ein geordnetes Fugen- und Befestigungsbild geachtet. Ein Großteil der Holzbauelemente, wie die Außenfassade und die Vouten, konnten mit einem hohen Vorfertigungsgrad im Werk hergestellt werden. Dennoch mussten auch einige Elemente auf Grund der geometrischen Verhältnisse auf der Baustelle angepasst werden. Decken, überdachte Betonvorsatzelemente sowie Durchdringungen für die Entwässerung des Gebäudes wurden in bekannter Zimmermannstradition auf der Baustelle hergestellt und montiert.

Holz-Hybrid-Konstruktion
Holz-Hybrid-Konstruktion mit Vouten im Münchner Domagkpark, Holzbau: Huber & Sohn, Bachmehring

Projektdaten Holz-Beton-Hybridbau, Domagkpark, München

Bauherr: B&O Service und Messtechnik AG, Bad Aibling

Bauprojekt Standort: München, Gertrud-Grunow-Straße 58

Architektur: Fink + Jocher Gesellschaft von Architekten und Stadtplanern mbH, München

Holzbau, Fenster und Fassade: Huber & Sohn GmbH & Co. KG, Bachmehring

Bauweise: Holz-Beton-Hybridbau mit tragender Stahlbetonskelettstruktur und eingestellten Wänden in Holzrahmenbauweise

Gesamt-Bauzeit: 2017 bis Oktober 2018

Bauzeit Holzfassade inkl. Montage Vouten: 10 Wochen

lebt in Stuttgart und betreibt als unabhängiger Holzhaus-Experte aus Leidenschaft verschiedene Blogs und das Portal holzbauwelt.de. Er informiert über Trends im Wohnungs- und Gewerbebau mit dem Baustoff Holz und Fördermöglichkeiten für den privaten Bauherr. E-Mail senden